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Rundfahrt 2: Gründerzeit- und Villenviertel links und rechts der Elbe

Tariftipps

Für die Rundfahrt empfehlen wir eine Tageskarte für eine Person beziehungsweise eine Familientageskarte für zwei Erwachsene und vier Kinder bis 14 Jahre für die Tarifzone Dresden. Damit können Sie bis 4 Uhr morgens flexibel mit allen Straßenbahnen, Bussen, S-Bahnen und Zügen sowie den Elbfähren in Dresden fahren.

Mit Ihrer (Familien-) Tageskarte können Sie bei Standseilbahn und Schwebebahn Tickets des ermäßigten Bergbahntarifs nutzen.

Bei der Parkeisenbahn im Großen Garten gilt ein eigener Tarif.

Dresdens Stadtlandschaft rund um das Stadtzentrum ist vielgestaltig. Bei dieser Rundfahrt begeben wir uns in Gründerzeit- und Villenviertel links und rechts der Elbe, entdecken mit der Technischen Universität Dresden Sachsens größte Bildungseinrichtung, erleben das gutbürgerliche Striesen und das ehemalige Kurviertel Weißer Hirsch, genießen erholsame Momente und beeindruckende Aussichten in den Parks der Elbschlösser oder am Waldschlösschen, bevor ein Abstecher in Dresdens „heimliche Mitte“, die Äußere Neustadt, diese Tour abschließt.

Lassen Sie die Stadt bequem an Bus und Bahn vorbeiziehen. Oder steigen Sie an interessanten Punkten aus und gehen auf Entdeckungstour. Anregungen geben unsere Beschreibungen ausgewählter Stationen.

Kurzbeschreibung

Dauer der Tour: rund 2 Stunden (ohne Besichtigungen) 

Länge aller empfohlenen Entdeckungswege circa 14 Kilometer 

Erreichbarkeit des Start- und Zielpunktes:

  • Haltestelle "Postplatz" (Straßenbahnlinien 1, 2, 4, 8, 9, 11, 12, Buslinien 75, 94) 
  • Haltestelle "Albertplatz" (Straßenbahnlinie 3, 7, 8, 11)

Vom Stadtzentrum entlang des Weißeritzgrünzuges nach Löbtau

Starten Sie im Stadtzentrum mit den Straßenbahnlinien 7 in Richtung Pennrich oder 12 in Richtung Leutewitz. Hier, vor den elbabgewandten Toren der Residenzstadt, siedelte man seit jeher an, was man in der vornehmen Bürgerstadt nicht haben wollte: Hinrichtungsstätten, Gerbereien, das „städtische Asyl für Sieche“ und vieles mehr. Mit der Industrialisierung entstanden große Fabriken, beispielsweise betrieb hier Friedrich Siemens die europaweit größte Glasflaschenproduktion. Über den Kohlebahnhof wurden die Fabriken und Kraftwerke mit Kohle versorgt. Heutzutage ist davon nicht mehr viel zu sehen. In einem neu angelegten Grünzug erinnern Tafeln an diese Geschichte. Für die wachsende Zahl der Arbeiter wurde Wohnraum in der Nähe dringend benötigt. Aus dem ursprünglich dörflichen „Kuhlöbte“ wuchs in kurzer Zeit ein großer Vorort. Zu dieser Zeit wurden Arbeitervororte, um Bauland effektiv auszulasten, gewöhnlich in Blockrandbebauung ausgeführt. Der Vermesser Emil Überall verfolgte mit seinen Bebauungsplänen ab 1875 dagegen einen anderen städtebaulichen Ansatz: Die aufgelockerte Bebauung mit freistehenden Wohnhäusern, Gärten und Grünanlagen machen den besonderen Charakter des heutigen Stadtteils Löbtau aus.
Um die Rundfahrt unmittelbar fortzusetzen steigen Sie an der Haltestelle "Tharandter Straße" um. Für eine kleine Erkundung des Stadtteils sollten Sie noch eine Haltestelle weiter fahren.

Station 1: Haltestelle "Bünaustraße"

Der belebten Hauptgeschäftsstraße "Kesselsdorfer Straße" folgend erreicht man auf der gegenüber liegenden Seite den 1875 eingeweihten Neue Annenfriedhof. Die einstmals imposante Friedhofshalle wurde im Januar 1945 durch einen Bombentreffer zerstört, woran die Trümmer im Eingangsbereich erinnern. Im linken Wandelgang finden Sie das Grab von Friedrich Siemens, dem Bruder des bekannten Elektrotechnikers Werner von Siemens.

Sehenswert am Beginn der Bünaustraße sind die Gebäude von Hans Erlwein (Nummer 6/8). Nach seinen Plänen entstanden in Dresden Anfang des 20. Jahrhunderts unter anderem zahlreiche Industrie- und Schulbauten, darunter der Speicher zwischen Landtag und Kongresszentrum, der Städtische Schlachthof im Ostragehege (heute Messegelände), sowie Wohnhäuser, zu denen diese ehemaligen Beamtenwohnungen zählen. Eine Stele erinnert an den das Stadtbild prägenden Stadtbaurat.

Über den Bünauplatz und die Poststraße erreichen Sie den Bonhoefferplatz, als große zentrale Parkanlage des südlichen Löbtaus angelegt. Über die Reisewitzer- und Schillingstraße gelangen Sie zu zwei Künstleradressen. In der ehemaligen Lampenfabrik Seifert fand die erste umfangreiche Ausstellung der jungen BRÜCKE-Künstler, der ersten deutschen expressionistischen Künstlergruppe, gegründet 1905 in Dresden, statt. In der Kesselsdorfer Straße 11 befand sich das Atelier des Malers und Graphikers Otto Dix.

Weiterfahrt mit Buslinie 61 Richtung Weißig bzw. Fernsehturm

Technische Universität Dresden - Sachsens größte Bildungseinrichtung und Exzellenz-Uni

Über die Nossener Brücke, vorbei am modernen Gasturbinenheizkraftwerk auf der linken Seite, sowie dem Eisenbahnmuseum rechterhand wird die Südvorstadt erreicht. Nach dem Lapidarium der Stadt in der Ruine der Zionskirche, wo Fundstücke von im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäuden wie Fassadenteile, Skulpturen und Schmuckelemente aufbewahrt werden, weitet sich die Straße rund um das „Nürnberger Ei“.

Station 2: Haltestelle "Nürnberger Platz"

Wann haben Sie zuletzt einen Uni-Campus besucht? Nutzen Sie die Gelegenheit eine der ältesten technisch-akademischen Bildungseinrichtungen Deutschlands zu erkunden. Die Hettnerstraße führt mitten ins Areal.

Die TU Dresden geht auf die Technische Bildungsanstalt zurück, 1828 in einem Pavillon auf der Brühlschen Terrasse gegründet. Die sich während der Gründerzeit rasant entwickelnde Industrie in Sachsen benötigte dringend gut ausgebildete Fachkräfte, was zu einem stetigen Wachstum und Bedarf an größeren Räumlichkeiten führte. 1875 erfolgte der Umzug als Polytechnikum in die Nähe des Hauptbahnhofes. 1898 erhielt diese Einrichtung das heutige Campusgelände, das nach Plänen von Weißbach und Dülfer großzügig mit Instituts- und Hörsaalgebäuden sowie Wohnheimen bebaut wurde. Mehr als 36.000 Studenten bietet die moderne Volluniversität mit 14 Fakultäten ein breit gefächertes Spektrum wie nur wenige Hochschulen in Deutschland.

Den Wegweisern östlich in Richtung SLUB (Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek) folgend, vorbei an modernen Hörsaalgebäuden und die B 170 querend, wechseln Sie hinüber in den Campus der Nachkriegszeit. Dahinter wurde 1998 bis 2002 der Neubau der SLUB am Zelleschen Weg 18 errichtet. Der zentrale Lesesaal befindet sich in zwei naturnah abgedeckten Untergeschossen. Lediglich zwei oberirdische Gebäude mit Magazin, Cafeteria und Verwaltung ragen als Kuben heraus und sind mit Thüringer Travertin verkleidet. Unregelmäßige vertikale Nuten erinnern an Buchrücken in den Regalen traditioneller Bibliotheken oder Strichcodes als mediale Form der Informationsspeicherung. Das österreichische Bauplanungsbüro Ortner & Ortner schuf hier Architektur für das 21. Jahrhundert.

Weiterfahrt mit Buslinie 61 Richtung Weißig - Fernsehturm

Sobald der Bus in die Caspar-David-Friedrich-Straße einfährt, wird die Fahrbahn von prächtigen Villen gesäumt. Kronprinz Albert machte im 19. Jahrhundert das bis dahin unbeachtete Dorf Strehlen populär, als er hier ein Forsthaus als seine Sommerresidenz wählte. Wo es dem Prinzen gefällt, muss es einfach schön sein, meinten viele wohlhabende Dresdner, kauften in der erlauchten Nachbarschaft Grundstücke und ließen sich repräsentative Landhäuser errichten. Entlang der Tiergartenstraße und der Karcherallee umfährt der Bus nun den südöstlichen Teil des Großen Gartens. Der ursprünglich barocke Jagd- und Lustgarten mit Schmuckbeeten, großem Teich, Parktheater und reichem Figurenschmuck rund um den ersten barocken Schlossbau in Sachsen, dem Palais im Großen Garten, erhielt zu Beginn der Gründerzeit ab 1873 seine heutige Gestalt und wurde so zum Volkspark.

Weiter geht es durch Gruna. 1370 erstmals urkundlich erwähnt, bedeutet der Name "Ort in der Grünen Aue", erstreckte sich das Dorf doch zwischen zwei Altwassern der Elbe. Stark geprägt von Plattenbauten der 1970er Jahre findet man aber auch Straßenzüge mit Bauten der Gründerzeit. Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden die Gartenheimsiedlung zwischen Junghansstraße und Landgraben sowie 1928 die denkmalgeschützte GEWOBAG-Siedlung am Falkensteinplatz nach den Ideen der Bauhausbewegung.

Striesen genießen

Repräsentative Mietshäuser, zahllose Gaslaternen und mächtige Bäume prägen den Charakter Striesens. Wer die Gründerzeit liebt, sollte diesen Stadtteil kennen. Bereits am Pohlandplatz sind die ersten für Striesen typischen Mietshäuser zu erblicken. Die meisten von ihnen wurden um 1900 nach zwingenden Bauvorschriften erbaut. Der damals kreierte Wahlspruch „Wer sein Leben will genießen, der nimmt sein Bett und zieht nach Striesen!“ besitzt auch noch heute volle Gültigkeit.

Station 3 : Haltestelle "Pohlandplatz"

Um Striesen wahrhaft genießen zu können, empfiehlt es sich hier auszusteigen und das Gebiet zu Fuß zu erkunden. Die Technischen Sammlungen sind seit 1993 im Ernemannnbau untergebracht, dessen 48 Meter hoher Turm im vorigen Jahrhundert das Wahrzeichen der Dresdner Fotoindustrie war. Der gewaltige Gebäudekomplex entstand zwischen 1898 und 1938 als Sitz der Heinrich Ernemann Aktiengesellschaft für Camerafabrikation in Dresden, eines der innovativsten sächsischen Unternehmen. Zahlreiche optische Geräte, darunter Filmprojektoren und Schmalfilmkameras, verließen weltweit diese international geachteten Werke. Nach über einhundertjähriger Erfolgsgeschichte endete hier 1992 mit Auflösung der Pentacon-Werke die Herstellung von Fotoapparaten.

Von der Aussichtsplattform rund um den Kuppelbau eines der ersten deutschen Hochhäuser, bietet sich ein fantastischer Blick über Striesen und auf die eindrucksvolle Versöhnungskirche gegenüber.

Im Hof der zwischen 1905 und 1910 errichteten neoromanischen Kirche wurde 1928 von Selmar Werner ein Brunnen mit sieben Bronzefiguren als Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Einwohner Striesens geschaffen.

Der Augsburger Straße in nordwestlicher Richtung folgend, erreicht man die Pohlandstraße. Die Fassade der Nummer 26 rechterhand beeindruckt durch Jugendstilornamentik, während fast alle anderen Häuser im östlichen Striesen gründerzeitlich geprägt sind.

Der gegenüberliegende Hermann-Seidel-Park war einst Gärtnerei des erfolgreichen Gärtnermeisters Seidel, der hier eine berühmte Rhododendronzucht betrieb. Begeistert von diesen wundervoll blühenden Gehölzen, kauften die Striesener diese hier und pflanzten sie in ihre Vorgärten. Nun zu riesigen Exemplaren herangewachsen schmücken sie besonders im späten Frühjahr mit ihrer Blütenpracht die auf Grund ihrer Bauform als „Kaffeemühlen“ bezeichneten Häuser.

Nicht zu übersehen der große Schulbau gegenüber des Parks. 1899 durch das Freimaurerinstitut erbaut, ermöglichte man hier zahlreichen Waisen und Kindern aus armen Familien unentgeltlichen Unterricht. 1947 konnte hier der berühmte Kreuzchor unter Kreuzkantor Rudolf Mauersberger einziehen. Heute wird das Evangelische Kreuzgymnasium in freier Trägerschaft geführt.

Unter alten Eichen in der Pohlandstraße wandeln Sie zur Niederwaldstraße, biegen links ab und erreichen die nächste Haltestelle "Jacobistraße".

Weiterfahrt mit Buslinie 61 Richtung Weißig bzw. Fernsehturm (oder Buslinie 63 Richtung Pillnitz / Graupa / Bonnewitz)

Nachdem 1893 die blaue Stahlfachwerkbrücke zwischen Blasewitz und Loschwitz fertiggestellt wurde, veränderte sich auch die Gestalt der alten Dorfplätze auf beiden Elbseiten vollständig. Die kleinteilige Bebauung wich einer geschlossenen mit großstädtischem Flair. In die vielgeschossigen mit rotem Backstein geklinkerten Bauten an den Brückenköpfen zogen neue Bewohner sowie Handel und Gewerbe in die Erdgeschosse.

Loschwitz - Bezauberndes am Blauen Wunder

Nach dem quirligen Schillerplatz quert der Bus über das „Blaue Wunder“ die Elbe und erreicht den Körnerplatz. In Loschwitz laden zahlreiche Galerien, Antiquitätenhändler, Cafés und Restaurants zu einem kurzweiligen Bummel ein. Zwei historische Bergbahnen locken mit fantastischen Aussichtspunkten.

Station 4: Haltestelle "Körnerplatz"

Die Friedrich-Wieck-Straße elbwärts folgend treffen Sie auf das Joseph-Herrmann-Denkmal von 1869. Im Inneren ist dargestellt, wie Joseph Herrmann senior am 24. Februar 1799 zwei Schiffsleute aus der Eisflut der Elbe rettete. Auf dem neu gestalteten Dorfplatz erinnert „Die Welle“ an die Flut 2002. Vorbei am alten Fährhaus können Sie in schattigen Biergärten verweilen und dem munteren Treiben zahlreicher Sportboote auf der Elbe zusehen.

In Loschwitz erwarten Sie überdies zwei sehr lebendige technische Denkmale: Die 1895 eröffnete Standseilbahn hinauf zum Weißen Hirsch und die 1902 eingeweihte Schwebebahn nach Oberloschwitz, die erste ihrer Art. Die Schwebebahn überwindet auf einer Länge von 274 Metern einen Höhenunterschied von 84 Meter. Oben angelangt entfaltet sich vor Ihnen von der Aussichtsplattform aus das einzigartige Panorama des gesamten Dresdner Elbtals. Bei einer Fahrt mit der Standseilbahn zum Villenviertel Weißer Hirsch überwinden Sie bei einer Streckenlänge von 563 Metern 95 Höhenmeter und fahren durch zwei Tunnel und über einen Viadukt. An der oberen Station im Villenviertel Weißer Hirsch können Sie bei einer Stärkung im Restaurant Luisenhof, dem „Balkon Dresdens“, die fantastische Aussicht genießen oder direkt zur Station 6 der Rundfahrt gehen.

Weiterfahrt mit Buslinie 61 Richtung Weißig bzw. Fernsehturm

Tipp! Mit der Standseilbahn kommen Sie direkt zur Station 6 ins Villenviertel Weißer Hirsch!

Von der oberen Station gelangen Sie über Bergbahnstraße und rechts Plattleite zum beschriebenen Rundgang, in den Sie links in die Wolfshügelstraße einbiegend folgen können.

Bühlau - Das Tor zur Dresdner Heide und dem Schönfelder Hochland

Der Bus schlängelt sich die Grundstraße fast drei Kilometer hinauf und überwindet dabei mehr als 130 Höhenmeter. Unter der Straße fließt das Bächlein Trille, einst „sieben Mühlen und einer Silberschmelze“ Kraft verleihend. Nahe der Haltestelle Tännichtstraße liegt Dresdens wohl ältestes Wirtshaus „Zur Eule“, dessen Name der Legende nach von aus dem Eulengebirge kommenden Bergleuten stammen könnte, die im Mittelalter hier nach Erzen suchten.

Station 5: Haltestelle "Ullersdorfer Platz"

Bühlau wurde 1349 als „Bele“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name weist auf eine slawische Gründung hin und bedeutet „hell, weiß“. Als Kurort stand Bühlau zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Schatten des Weißen Hirschs. Von hier nutzen die Dresdner einen Hauptzugang zur Dresdner Heide, dem über 50 Quadratkilometer großen Waldgebiet im Nordosten der Landeshauptstadt.

Das Kurhaus Bühlau wurde 1899 eröffnet. Bis 1945 war es mit seinem großen Saal der gesellschaftliche Mittelpunkt des Stadtteils. Es entging den Luftangriffen auf Dresden von 1945 und war in der Nachkriegszeit eines der wenigen erhaltenen Veranstaltungsgebäude Dresdens. 1945 fand im Kurhaus das erste Konzert der Sächsischen Staatsoper nach Kriegsende statt und dient heute als Stadtteilzentrum.

Umstieg und Weiterfahrt mit Straßenbahnlinie 11 Richtung Zschertnitz

Unterwegs im Villenviertel Weißer Hirsch - Friedensblick und Kurpark

Der Villenvorort Weißer Hirsch verdankt einer Legende nach seinen Namen einem in der Heide um 1550 geschossenen weißen Hirsch. Anfang des Jahres 1888 gründete der junge Arzt Dr. Heinrich Lahmann ein physiatrisches Sanatorium. Dessen späterer Welterfolg als mondänes Kurbad war zurückzuführen auf die sauerstoffreiche Luft, das milde Reizklima auf cirka 230 Meter Höhe, die modernen naturheilkundlichen Methoden und die Nähe zur Kunst- und Kulturstadt Dresden.

Station 6: Haltestelle "Plattleite"

Die B6 querend erreichen Sie das moderne Ortsteilzentrum mit ehemaligen Kurbädern. Hier kurte Mitte der 1930er Jahre unter anderem Hugo Junkers, der bekannte Flugzeugkonstrukteur aus Dessau. Entlang des Lahmannrings und der Plattleite geht es vorbei an der der kleinen Kirche von 1889 zum einstigen „Pekrunschen Formobstgarten“. Biegen Sie rechterhand in die Wolfshügelstraße ein.

Wer von der Bergbahn kommt, kann hier links in die Wofshügelstraße einbiegend dem Rundgang folgen.

Die Wolfshügelstraße bis zur Collenbuschstraße entlang, kommen Sie unter anderem zum eindrucksvollen „ Haus Abendstern“. Folgen Sie der malerischen Eichenallee hinunter zum 1936 geschaffenen Aussichts-Ensemble. Anwohner gaben diesem Ort 1945 den hoffnungsvollen Namen „Friedensblick“. Der hierher versetzte Obelisk erinnert an König Friedrich August II., der im Jahre 1854 bei einer Urlaubsfahrt in Tirol tödlich verunglückte.

Die Collenbuschstraße 2 ist eines der Häuser, das Uwe Tellkamp als „Tausendaugenhaus“ für seinen Roman „Der Turm“ als Vorbild diente.

Vor dem Küntzelmannplatz steht rechts die „Villa Luise“. Sie trägt, wie viele Häuser, den Namen der Töchter oder Ehefrauen der Besitzer. Zahlreiche Villen schmücken sich mit kunstvollen schmiedeeisernen oder hölzernen Einfriedungen, kleinen Pavillons an den Grundstücksgrenzen, vielfältigen Wetterfahnen sowie Balkone, Terrassen oder Wintergärten zum Genuss der sauerstoffreichen Luft. Rechts einbiegend in den Lahmannring finden Sie seine Villa Urvasi aus dem Jahre 1912, diesmal benannt nach einer indischen Quellnymphe, und die im überbordenden Schweizerstil erbaute Villa Eschebach, den Sommerwohnsitz eines umtriebigen Küchenmöbel- und Hausgerätefabrikanten.

Abschließend sei ein kleiner Abstecher nördlich der Bautzner Straße empfohlen. Via Stechgrundstraße gelangen Sie in die Dresdner Heide. Rege Bautätigkeit kündet auf dem Gelände des ehemaligen Lahmannschen Sanatoriums von baldigem Wandel. Lange dem Verfall preisgegeben entsteht hier der künftige Lahmann-Park. In den denkmalgeschützten Gebäuden entstehen Eigentumswohnungen, moderne Bauten werden das Ensemble in den kommenden Jahren vervollständigen. Nur wenige Meter entfernt empfängt Sie auf dem revitalisierten Konzertplatz eine Sommerwirtschaft. Unweit davon steht seit 1912, in Deutschland einzigartig, ein originaler chinesischer Pavillon, der 1911 die chinesische Ausstellung auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung beherbergte.

Weiterfahrt mit Straßenbahnlinie 11 Richtung Zschertnitz

Durch die Parks der drei "Elbschlösser"

Hier, wo der Lausitzer Granit am weitesten in das Stadtbild Dresdens dringt und am Elbstrom die Hänge 30 bis 50 Meter empor ragen, krönen stolz drei Schlösser die Loschwitzer Elbhänge. Auf den südlichen Sandterrassen der Dresdner Heide hoch über dem Fluss errichtet, entstand 1850 bis 1861 ein einzigartiges Architekturensemble umgeben von weiträumigen Landschaftsgärten.

Station 7 : Haltestelle "Elbschlösser"

Ruhe und Besinnlichkeit findet man im Areal der sogenannten drei „Elbschlösser“. Schmuckbeete, weitläufige Wiesen, Wasserspiele und anmutige Weinberge umrahmen die Baukunst der Schüler von Karl Friedrich Schinkel und Gottfried Semper. „Zum Genusse der Aussicht und des Lustwandelns auf halber Höhe zwischen Himmel und Erde“ kommt man traditionell hierher. Nehmen Sie sich ruhig die Zeit zu einem Spaziergang zwischen Mordgrund und Saloppe, verweilen in einer der Restaurationen und lassen den Blick über das weite Stadtpanorama sowie die Anhöhen des Osterzgebirges bis hin zum Deciner Schneeberg schweifen.

Im mittleren Gebäude, der ursprünglichen Villa des Kammerherrn von Stockhausen, lebte 1906 bis 1916 der Großindustrieelle, Odolfabrikant und Mäzen Karl August Lingner. Ihm verdankt Dresden unter anderem das Deutsche Hygiene-Museum. Das Gebäude beherbergte von 1957 bis 2002 den Dresdner Klub der Intelligenz um Manfred von Ardenne und wird gegenwärtig durch einen Förderverein grundlegend saniert.

Östlich davon kann das private Areal von Schloss Eckberg durch eine kleine Pforte betreten werden. Das im neogotischen Stil erbaute Schloss ist heute ein prächtiges Hotel mit weitläufigem Park entlang des Mordgrundes. Beachtenswert hier neben dem Pferd „Hortus“ von Mimmo Palladino vor allem der „Sonnenanbeter“ von Sascha Schneider (um 1910) und der Zweitguss der „Stürmischen Wogen“ von Robert Dietz neben dem Kavaliershaus, sowie eine stattliche Kamelie.

Schloss Albrechtsberg, im Auftrag Prinz Albrecht von Preußen im Stil der italienischen Neorenaissance erbaut, wird heute als repräsentatives städtisches Veranstaltungszentrum sowie durch die Jugend-Kunstschule genutzt. Auf dem Weg zur Haltestelle Wilhelminenstraße, vorbei am Kavaliershaus, können Sie am Wochenende bei trockenem Wetter in der Straußwirtschaft von Winzer Müller den schönsten Blick auf Dresden bei einem Glas Wein von den Dresdner Elbhängen genießen.

Weiterfahrt mit Straßenbahnlinie 11 Richtung Zschertnitz

Der Panoramablick vom Waldschlösschen

An der Haltestelle Angelikastraße befindet sich linkerhand ein trauriges Kapitel der jüngeren Geschichte. Die Gedenkstätte Bautzner Straße ist Ort des Gedenkens an die Opfer des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der sächsischen Landeshauptstadt und die einzige noch im Original erhaltene und für Besucher zugängliche Untersuchungshaftanstalt der „Stasi“ im Freistaat. Nach kurzer Fahrt befinden wir uns am Waldschlösschen.

Station 8: Haltestelle "Waldschlösschen"

Der Name geht auf ein von Graf Marcolini errichtete neogotische Jagdhaus zurück. 1836 erwarb der Aktienverein der Societätsbrauerei zu Dresden das Gelände und errichtete bis März 1838 eine Großbrauerei. Das nach bayerischem Vorbild gebraute Waldschlößchen-Bier erfreute sich großer Beliebtheit, wurde ab 1855 sogar nach Brasilien exportiert. Das Lokal nebst Biergarten entwickelte sich zu einem gastronomischen Hauptanziehungspunkt Dresdens und blieb dies bis heute.

Seine Attraktivität verdankt das Areal dem Waldschlösschenblick. Er gehört, neben dem Canaletto-Blick zu den berühmtesten Panoramaansichten Dresdens. Die Aufweitung des Elbtals, der zu Füßen liegende Flusslauf sowie der Blick hinüber zur Altstadt bilden ein so harmonisches Ganzes, dass dieser Anblick seit Jahrhunderten immer wieder in der Literatur gepriesen wurde.

Im Jahr 1908 kaufte die Stadt die Waldschlößchenwiesen unterhalb, um sicherzustellen, dass die Fläche nicht bebaut wird. Ein beträchtlicher Teil wird heute durch die Waldschlößchenbrücke in Anspruch genommen. Diese Elbquerung wurde auf Grund der Lage in der Kulturlandschaft Dresdner Elbtal kontrovers diskutiert. Ein Ergebnis des Dresdner Brückenstreits war die Aberkennung des Weltkulturerbetitels nach nur fünf Jahren durch die UNESCO 2009.

Weiterfahrt mit Straßenbahnlinie 11 Richtung Zschertnitz

Die Äußere Neustadt - lebendig und bunt

Vorbei an den Villen der Radeberger Vorstadt, auch Preußisches Viertel genannt, geht es weiter in die Äußere Neustadt. Angekommen im lebendigsten Stadtteil eröffnet sich uns eines der größten Stadtgebiete mit geschlossener Gründerzeitbebauung in Deutschland.

Der Schriftsteller Erich Kästner verbrachte hier Anfang des 20. Jahrhunderts seine Kindheit und die Gebrüder Pfund verkauften im „schönsten Milchladen der Welt“ erstmalig ihre Kaffeesahne. Die Geschäftsleute Jordan und Timäus errichteten 1823 eine Chocoladen- und Cichorienfabrik, in der die erste Milchschokolade das Licht der Welt erblickte und ab 1917 wurden die Leo-Werke des Apothekers von Mayenburg, in denen man die Chlorodont-Zahnpasta herstellte, die Zentrale für ein weltweit agierendes Unternehmen. Mit Szenekneipen und Cafés, Trendläden und Galerien ist die Neustadt nicht nur bei jüngeren Leuten beliebt. Das Nachtleben zählt zu den lebendigsten in Deutschland; über 250 Kneipen, Bars und Restaurants sprechen für sich.

Station 9: Pulsnitzer Straße

An der Pulsnitzer Straße, nach einem Abstecher zu Pfunds Molkerei, erreichen Sie den Martin-Luther-Platz. Die gleichnamige Kirche wurde 1887 fertiggestellt und ist mit ihrem 81 Meter hohen Turm zugleich die Landmarke des quirligen Stadtteils. Neben großzügiger Wohnbebauung rund um den Platz finden Sie etwas versteckt in der Pulsnitzer Straße den Alten Jüdischen Friedhof. 1751 angelegt ist er der älteste seiner Art in Sachsen.

Über die Louisenstraße geht es durch eine unscheinbare Hofeinfahrt zum Nordbad von 1895. Es ist das einzige historische Hallenbad Dresdens, das noch betrieben wird. Vorbei am Kulturzentrum „Scheune“, 1952 als erstes Jugendklubhaus der DDR eröffnet, gelangen Sie über die Alaunstraße zum Albertplatz. Hier trifft man sich gern allabendlich zwischen den prachtvollen Brunnen „Stille Wasser“ und „Stürmische Wogen“ zum gemeinsamen Gang durch das Szeneviertel.

Aufmerksamkeit verdienen die Kästner-Stele gleich am Ausgang der Alaunstraße und der Artesische Brunnen mit seinem prunkvollen tempelartigen Aufsatz von Stadtbaurat Erlwein.

An der Westseite des Platzes, wo ein kleiner Junge aus Bronze auf der Mauer sitzt, befindet sich das Erich-Kästner-Museum. Es wurde zum 101. Geburtstag Erich Kästners in der Villa Augustin eröffnet und zeigt den weltbekannten Kinderbuchautor, Gebrauchslyriker und Journalisten als exemplarischen Autor des 20. Jahrhunderts. In seinem Roman „Als ich ein kleiner Junge war“ beschreibt er seine Kindheit in der Dresdner Neustadt und wie er am Albertplatz am liebsten auf der Gartenmauer hockte und dem Leben und Treiben auf dem Albertplatz zusah. Das Großstadtleben erschien ihm dann wie ein Bühnenstück, beobachtet von seinem Logenplatz. Vom Albertplatz erreichen Sie bequem mit den Straßenbahnlinien 3, 7, 8 und 11 das Stadtzentrum.

Die Ausarbeitung dieser Rundfahrt erfolgte mit freundlicher Unterstützung von igeltour Dresden, dem Spezialisten für Führungen durch die Dresdner Stadtteile.