Fahrplanauskunft

Fahrplanauskunft öffnen
Wechsel zwischen Ankunft und Abfahrt
Erweiterte Auskunft

Streifzug 6: Unterwegs auf dem Dichter-Maler-Musiker-Weg

Das hier beschriebene Teilstück des Dichter-Musiker-Maler-Wegs (DMM) verläuft von Loschwitz bis nach Graupa durch die Kulturlandschaft der Elbhänge, vorbei an Wohn- und Wirkungsstätten vieler Künstler aus den Bereichen Literatur, Malerei und Musik, an wiedererstandenen Weinbergen und zahlreichen Aussichtspunkten hin zu Stätten sächsischer Geschichte. Entlang des Weges befinden sich verschiedene Gaststätten, die zum Verweilen einladen. An der Strecke bis Graupa sind zudem die ersten sieben Stempelstellen (ST-0 bis ST-6) zur Erlangung des Dichter-Musiker-Maler-Wandergesells zu finden.

Kurzbeschreibung

Übersichtskarte des Dichter-Maler-Musiker-Wegs
  • Die Tour ist nicht durchgehend barrierefrei.
  • Erreichbarkeit des Startpunktes: Haltestelle "Körnerplatz" (Buslinien 61, 63, 84, 309), Haltestelle "Schillerplatz" (Straßenbahnlinien 6, 12; Buslinie 65), weiter zu Fuß über das „Blaue Wunder“
  • Rückfahrtmöglichkeiten: Haltestelle "Altwachwitz" (Buslinie 63), Haltestelle "Leonardo-da-Vinci-Straße" (Buslinie 63) o. Fährstelle "Pillnitz" (Fährlinie 14), Haltestelle "Tschaikowskiplatz" (Buslinie 63)

Wegbeschreibung

Blaues Wunder – Schwebebahn

Schon vor Beginn des Streifzuges kann man während der Anfahrt zum Körnerplatz die Loschwitzer Brücke - das „Blaue Wunder“ (1) - bestaunen. Diese wurde 1891 bis 1893 als feste Wegverbindung erbaut und ist als zweitälteste Elbbrücke in Dresden ein Wahrzeichen der Stadt.

Der Körnerplatz (2), genau am Eingang zum Veilchenweg, ist der Startpunkt unserer Wanderung. Zuvor empfiehlt sich noch ein Abstecher zum Leonhardi-Museum (3) (ST-0) in die Grundstraße 26. Emil August Eduard Leonhardi (* 19. Januar 1828 in Freiberg; † 15. Juli 1905 in Dresden-Loschwitz) studierte von 1842 bis 1845 an der Dresdner Kunstakademie Malerei, war danach Atelierschüler des Malers Ludwig Richter und ließ sich ab 1859 in Loschwitz nieder. Die 1879 erworbene „Hentschel-Mühle“ nutzte Leonhardi ab 1885 für eigene Zwecke und eröffnete das „Landschaftsmuseum Eduard Leonhardi“. Ursprünglich gedacht als Künstlerquartier für junge Talente aus der Kunstakademie, erhielt das Haus in den Jahren ab 1883 seine farbige Bemalung durch den Maler und Freund Leonhardis, Charles Palmié. Die vielen Sprüche, welche das Haus zieren, hat Palmié vermutlich gemeinsam mit dem Ortspoeten Dr. Moritz Heydrich (*1820; †1885) zusammengetragen. Im Garten des Leonhardi-Museum befindet sich ein 1884 errichtetes Ludwig-Richter-Denkmal, ein von Professor Henze gestalteter Stein mit Bronze-Rundbild.

Vom Körnerplatz aus geht die Wanderung links in den Veilchenweg hinauf. Ab hier dient bis nach Graupa die Markierung „Gelber Strich“ und der DMM-Wandergesell zur Orientierung. Im Veilchenweg 1 befand sich in einem 1750 errichteten Fachwerkhaus eine Sommerwohnung des Malers Ludwig Richter (* 1803; † 1884), welcher zwischen 1852 und 1883 jeweils im Sommer in sieben verschiedenen Häusern in Loschwitz und Oberloschwitz wohnte. Gleich nebenan lädt die Schwebebahn zu einer Fahrt auf die Aussichtsplattform ein.

Winzersäule – Wachbergschänke

Unter der Schwebebahn hindurch wandert man weiter aufwärts den Veilchenweg entlang. Im Veilchenweg 9b steht zur Erinnerung an den Loschwitzer Weinbau eine Winzersäule (4), die den Winzern vor allem zur Orientierung diente. Bei der acht Meter hohen Säule sind besonders die verschieden gestalteten Sonnenuhren an je drei Seiten des Würfels sowie der als Windbläser dargestellte Kopf des Weingottes Bacchus zu erwähnen.

Weiter geht es nun den zweiten Steinweg hinauf zur Krügerstraße (ST-1 gegenüber der ehemaligen Gaststätte „Schöne Aussicht“). Von hier aus lohnt sich ein Blick zur Malerstraße 4, dem letzten Wohnhaus des Malers Ludwig Richter (5), der hier bis 1883 wohnte. Auf der Krügerstraße erinnert ein Wandrelief an einem Gebäude des Fraunhofer-Instituts an den königlichen Münzgraveur Reinhard Krüger (*1794; †1879), dessen Sommerhaus bis 1955 an gleicher Stelle stand. Es geht weiter die Krügerstraße entlang, am Gelände der ehemaligen Helios-Klinik vorbei in den Wald und zur Villensiedlung „Am Wachwitzer Höhenpark“. Über die Karpatenstraße und den Eichendorffsteig, benannt nach dem romantischen Schriftsteller Joseph Freiherr von Eichendorff (* 1788; † 1857), gelangt man in den Wachwitzgrund.

Hier besteht die erste Möglichkeit, den Streifzug zu beenden und mit der Buslinie 63 ab Altwachwitz nach Dresden zurückzufahren.

Der Wanderweg führt den Wachwitzgrund aufwärts und nach einem kurzen Wegstück rechts hinauf zur Gaststätte Wachbergschänke (6) (ST-2), erbaut im Jahre 1883. In den 20er bis 40er Jahren betrieben zwei Afrikaner zwischen Altwachwitz und der Wachbergschänke eine von Mauleseln gezogene Feldbahn, die sogenannte Kamerunbahn. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Gaststätte als Erholungsheim und später als Übernachtungsstätte für Studenten der Dresdner Musikhochschule genutzt. Nebenan im Bergpavillion befindet sich der „Rittersaal“ und darüber eine Aussichtsplattform mit Sommerausschank.

Helfenberger Park – Zuckerhut  

Über die Waldmüllerstraße verläuft der Wanderweg weiter durch eine Senke zur Straße „Am Rainchen“ nach Pappritz. Hier lohnt es, den Weg „An der Kirschwiese“ zum Aussichtspunkt Agneshöhe zu nehmen, benannt nach der Ehefrau des Malers Woldemar Hottenroth (* 1802; † 1894). Zurück zur Straße „Am Rainchen“, von wo es entlang der Markierung „Gelber Strich“ nach Pappritz geht. Gegenüber vom Gasthof „Pappritzer Hof“ befindet sich erneut eine Stempelstelle (ST-3). Von hier aus führt der Wanderweg weiter in den Helfenberger Grund hinauf zum Helfenberger Park (7). Hier kann man neben über 200 Jahre alte Bäume ebenso ein Herrenhaus im ehemaligen Rittergut Helfenberg betrachten. Dessen zum Park befindliche Giebelseite schmücken Szenen der griechischen Mythologie in einem Stuckrelief.

Vom Park aus gelangt man nun auf die Straße zum Rockauer Aussichtspunkt (8), auch als „Sachsens Hiefel“ bekannt. Der Begriff „Hiefel“ steht für eine kleine Anhöhe, da sich der Aussichtspunkt nur 260 Meter über Normalnull befindet. Danach geht es zurück nach Rockau vorbei an der Gaststätte Lindenschänke (ST-4) zum neuerstellten Dorfplatz. Von dessen östlicher Ecke verläuft der Wanderweg in den oberen Keppgrund zur Keppmühle, die letzte hier noch erhaltene Mühle, die seit 1902 still steht. Da sich der Keppgrund im 18. und 19. Jahrhundert zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelte, nahm auch bald die Keppmühle (9) den Gaststättenbetrieb auf. Dieser wurde 1984 eingestellt. Eine Gedenktafel erinnert an häufige Besuche Carl Maria von Webers, der von seinem Sommersitz in Hosterwitz gern herauf wanderte.

Da der Abstieg in den Keppgrund wegen Baufälligkeit nicht mehr nutzbar ist, umgeht man die Mühle links herum, um dann auf einen Pfad rechtshaltend hinauf zum Wald- und Feldrand zu gelangen. Dieser führt direkt zum Aussichtspunkt „Zuckerhut“ (10), benannt nach seiner an einen Hut erinnernden Form. Von hier hat man einen besonderen Blick auf die barocke Schifferkirche „Maria am Wasser“ mit ihren bekannten Zwiebeltürmchen.

Carl-Maria-von-Weber-Museum – Leitenweg

Nun geht es nur wenige Schritte zurück und dann rechts hinunter nach Hosterwitz. Dort überquert man den Keppgrundweg und die Dresdner Straße zum Carl-Maria-von Weber-Museum (11) (ST-5). Carl Maria von Weber (* 1786 in Eutin; † 1826 in London), 1817 als Königlich-Sächsischer Hofkapellmeister auf Lebenszeit an der Dresdner Oper angestellt, bezog 1818 ein ehemaliges Winzerhaus als Sommersitz und bewohnte dieses bis 1824. Hier komponierte er wesentliche Teile seiner Opern „Freischütz“ und „Euryanthe“. Da seine Stadtwohnung in Dresden 1945 durch Bomben zerstört wurde, ist seine Sommerwohnung heute die einzige Weber-Gedenkstätte mit einer Dauerausstellung zum Leben und Schaffen Webers in Dresden.

Weiter geht es die Dresdner Straße entlang, in Richtung Pillnitz, zur Kapelle „Maria am Wege“ (12). Prinz Georg von Sachsen ließ hier eine Sommervilla für sich und seine Familie bauen und 1877 die Kapelle „Maria am Wege“ errichten. Anfangs nur für die königliche Familie bestimmt, stand sie bald den Katholiken von Hosterwitz offen.

Hier besteht die zweite Möglichkeit, den Streifzug zu beenden. Über die Leonardo-da-Vinci-Straße erreicht man die Buslinie 63 oder geradeaus weiter die Fähre nach Kleinzschachwitz.

Weiter geht es nun auf der Dresdner Straße bis zum Platz „Am Rathaus“, von wo ein Abstecher zum Schlosspark und Schloss Pillnitz möglich ist. Der Wanderweg führt vorbei am ehemaligen Pillnitzer Rathaus hinauf Richtung Borsberg. Den oberhalb der Weinberge verlaufenden Leitenweg (13) entlang hat man ein herrliches Panorama über den königlichen Weinberg Pillnitz. Die Wächterhäuschen am Weinbergweg dienten den Weinbergwächtern als Unterkunft. Zwei der ehemals vier Wächterhäuschen aus dem 18. Jahrhundert sind noch vorhanden und werden heute von Hobbywinzern als Stützpunkt genutzt.

Weinbergkirche „Zum Heiligen Geist“ – Lohengrinhaus

Mitten im Weinberg steht die 1725 geweihte Weinbergkirche „Zum Heiligen Geist“ (14). 1723 ließ August der Starke die alte Schlosskirche im Pillnitzer Schlosspark abtragen, da der Sandstein zum Bau der Weinbergkirche benötigt wurde. Altar und Taufstein wurden aus der Schlossparkkirche übernommen. Baumeister war Matthäus Pöppelmann, der auch andere Gebäude in Dresden konstruierte und errichtete. Der Zugang ist nur von der Talseite möglich. Sehenswert ist hier das sächsisch-polnische Wappen über der Tür.

Der Wanderweg führt nun weiter an der Weinbergsmauer entlang und mit der gelben Strichmarkierung auf den bewaldeten Hangweg. Der nächste markante Punkt ist die felsige Rysselkuppe (15), benannt nach der alten Oberpoyritzer Winzerfamilie Ryssel, die unterhalb der Kuppe einen Weinberg besaß.

Nun folgt man dem Leitenweg bis zum Tiefen Grund. Über die Borsbergstraße und die Richard-Wagner-Straße erreicht man den Tschaikowskiplatz (ST-6). Die Richard-Wagner-Gedenkstätte im Lohengrinhaus (16) informiert über das umfangreiche musikalische Schaffen von Richard Wagner (* 1813 in Leipzig; † 1883 in Venedig). Von 1842 bis 1849 Königlicher Hofkapellmeister in Dresden, verbrachte er seinen Sommeraufenthalt 1846 in Graupa, wo er die Entwürfe für die Oper „Lohengrin“ schrieb. Neben der Gedenkstätte erinnert eine Wagner-Büste vor dem Schloss, der Richard-Wagner-Kulturpfad im Schlosspark und das rekonstruierte Jagdschloss an den Komponisten. Hier werden neben Möbeln aus seiner Zeit auch seine Schriften und Texte präsentiert. Außerdem finden regelmäßig Lesungen und Konzerte im kleinen Saal statt.

Hier endet unser Streifzug. Ab der Haltestelle Tschaikowskiplatz gelangt man mit der Buslinie 63 wieder zurück nach Dresden.

Die Ausarbeitung dieses Wandertipps erfolgte mit freundlicher Unterstützung vom  Dresdner Wanderer- und Bergsteigerverein e. V.