EU-Forschungsprojekt SMART-WAY
Feldversuch SMART-WAY startet im Herbst – Tester gesucht
Durch die zunehmende Verbreitung von Navigationssystemen gehört das Wälzen von Stadtplänen für viele Autofahrer inzwischen der Vergangenheit an. Warum nicht einen solchen Service auch Fahrgästen des ÖPNV bieten? Diese Frage beschäftigte auch die Marketingexperten der DVB AG. Gemeinsam mit acht anderen europäischen Partnern beteiligt sich das Unternehmen nun am EU-Forschungsprojekt SMART-WAY. Dabei handelt es sich um ein Applikation oder kurz „App“ genanntes Zusatzprogramm fürs Handy. Aus dieser „App“ könnte später ein europaweit nutzbares, speziell auf die Bedürfnisse von ÖPNV-Nutzern zugeschnittenes Navigationssystem entstehen.
Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Angekommen am Bahnhof einer fremden Stadt wollen Sie schnellstmöglich zum Hotel fahren. Also das Programm SMART-WAY auf dem Handy gestartet, Zieladresse eingegeben und schon geht‘s los. Das Handy navigiert Sie zur nächsten Haltestelle und verrät, mit welcher Straßenbahn oder welchem Bus Sie zum Ziel kommen. Dabei erkennt SMART-WAY immer Ihre aktuelle Position und gibt automatisch Empfehlungen für die Weiterfahrt. Zukunftsvision? Mitnichten! Seit Ende Februar 2012 läuft in Dresden ein großer Feldversuch mit über 450 Teilnehmern, die SMART-WAY auf Herz und Nieren prüfen. Im norditalienischen Turin findet dieser Test im 2. Quartal 2012 statt.
Geplante Funktionalitäten
Im Rahmen des EU-Forschungsprojektes wird SMART-WAY zunächst einzig als Applikation für das Betriebssystem Android erstellt. Die mobile Anwendung bildet ein auf GPS/Galileo basierendes Navigationssystem für die Nutzung im ÖPNV mit zusätzlicher Interaktionsmöglichkeit des Nutzers. Dank SMART-WAY haben ÖPNV-Nutzer zukünftig die Möglichkeit nach der Ziel-Eingabe in das erste ihnen zur Verfügung stehende öffentliche Verkehrsmittel einzusteigen und sich dann per Handy oder Smartphone verkehrsmittelübergreifend bis zum gewünschten Zielort leiten zu lassen. Dabei bekommt der Nutzer die berechnete Verbindung inklusive aller Haltestellen und Umsteigepunkte übersichtlich in einer Karte angezeigt und erhält auf Wunsch weitere Verbindungsdetails wie Route, Verkehrsmittel, Richtung und Ankunftszeiten. Die Fahrt kann dabei beliebig oft unterbrochen und das Verkehrsmittel oder das Reiseziel geändert werden. SMART-WAY reagiert umgehend und berechnet eine neue Route. An der bevorstehenden Ziel- oder Umsteigehaltestelle erinnert SMART-WAY den Nutzer zusätzlich mit einem kurzen Vibrationssignal. Wurde der Aus- oder Umstieg doch verpasst, wird die Route zum Erreichen des Zielortes neu berechnet.
Um in Echtzeit auf die Situation des Nutzers reagieren zu können, unterstützt SMART-WAY nicht nur die Satellitennavigation per GPS und zukünftig Galileo, sondern auch die Ortungsmöglichkeiten der Verkehrsbetriebe, die die Fahrzeuglokalisierung gewährleisten. Ergänzt wird die Ortung durch Inertialsensorik: Die Sensoren registrieren, ob ein Fahrzeug beschleunigt oder bremst. So lassen sich Rückschlüsse ziehen, ob es fährt oder an einer Haltestelle steht. Sämtliche Verbindungsinformationen, Fahrplanauskünfte und Störungsmeldungen werden von den Verkehrsbetrieben in Echtzeit geliefert und von der App eingelesen.
Beteiligte Partner
An SMART-WAY arbeitet ein Konsortium von 9 Partnern aus 6 Ländern. Geleitet wird dieses vom Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI.
| Partner | Aufgaben |
| (Dresden / Deutschland) | Konsortialführer:
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| (Kaiserslautern / Deutschland) |
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| (Athen / Griechennland) |
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| (Stockholm / Schweden) |
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| (Turin / Italien) |
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| (Madrid / Spanien) |
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| (Jena / Deutschland) |
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| (Turin / Italien) |
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