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Das Dresdner Stadtbahnprogramm 2020

Überblick

Die Landeshauptstadt Dresden hat sich seit der politischen Wende 1990 sehr positiv entwickelt. Die Region Dresden ist heute gekennzeichnet durch hohes Wirtschaftswachstum, eine vergleichsweise niedrige Arbeitslosigkeit, gut ausgebildete Arbeitskräfte und eine hohe Lebensqualität. Sie gehört zu den bedeutendsten Forschungsstandorten im Osten Deutschlands und weist als die meistbesuchte Stadt der Neuen Bundesländer erhebliche touristische Potenziale auf.

Die Bevölkerungsentwicklung der Landeshauptstadt Dresden hat sich nicht nur stabilisiert, sondern steigt vor allem in städtisch geprägten Wohn- und Mischgebieten noch an. Dieser positive Trend wird sich weiter fortsetzen. Das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen prognostiziert ein Bevölkerungswachstum von gegenwärtig 517.000 auf bis zu 554.000 Einwohner im Jahr 2025.

Vor dem Hintergrund der immer stärker werdenden Umweltdiskussion leistet der Dresdner ÖPNV schon heute einen bedeutenden Beitrag, um Feinstaubbelastung, CO2-Ausstoß und Lärmemissionen nachhaltig zu verringern. Die DVB AG befördert aktuell 148 Mio. Fahrgäste pro Jahr und beweist damit eindrucksvoll, dass alle bisherigen Investitionen, wie auch das Bundesprogramm „Pilotlinie 2“, mit einer Steigerung der Beförderungszahlen um 11 Mio. Fahrgäste bzw. um 8 % seit dem Jahr 2000 sehr erfolgreich waren.

Trotz der bereits vergleichsweise guten ÖPNV-Erschließung gibt es in Dresden auf vielen Streckenabschnitten noch umfassenden Handlungsbedarf im Hinblick auf einen qualitativ hochwertigen, kundenfreundlichen und wirtschaftlichen ÖPNV.

Das Ziel des Stadtbahnprogramms 2020 besteht im Wesentlichen darin, die nachfragestärksten Buslinien 61 und 62 in Abschnitten auf ein leistungsfähiges Stadtbahnsystem umzustellen. Bereits heute sind die Buslinien 61 und 62 von ihrer Verkehrsnachfrage her über weite Streckenabschnitte straßenbahnwürdig. Die Buslinie 61 verzeichnet im Bereich der Technischen Universität mit täglich ca. 10.000 Fahrgästen im Querschnitt den am stärksten belasteten Abschnitt im Busnetz der DVB. Die Einwohnerentwicklung, insbesondere die wachsenden Schülerzahlen sowie das städtebauliche Entwicklungspotenzial entlang dieser Buslinien, werden zu einem weiteren Anstieg der Fahrgastzahlen führen. Dies würde kurz- bis mittelfristig weitere Taktverdichtungen zur Erhöhung der Platzkapazitäten erfordern, die mit dem bestehenden Bussystem nicht leistbar sind.

Am 15.04.2010 beauftragte der Stadtrat die Oberbürgermeisterin, für die unten aufgeführten Maßnahmen die Umsetzung im Rahmen einer Förderung durch Bund und Freistaat zu prüfen. Anfang März hat die DVB der Landesdirektion Dresden einen entsprechenden Rahmenantrag übermittelt.


Die Einzelmaßnahmen

1.  Plauen – Johannstadt » mehr
2.  Löbtau – Südvorstadt – Strehlen » mehr
3.  Bühlau – Weißig » mehr
Übersichtsplan Projekte Stadtbahn 2020

Die Kennzahlen

Straßenbahn-Neubaustrecken 14,9 km
          davon auf besonderem Bahnkörper 10,5 km
          davon verkehrsberuhigte Abschnitte 1,1 km
Straßenbahn-Ausbaustrecken 1,3 km
          davon auf besonderem Bahnkörper 0,8 km
barrierefrei ausgebaute Haltestellen 38
Gleichrichterunterwerke zur Bahnstromversorgung 7
Kosten (Bau und Planung) 223 Millionen Euro
          davon Fördermittel Bundesregierung 76 Millionen Euro
          davon Fördermittel Freistaat Sachsen 56 Millionen Euro
          davon Eigenmittel Landeshauptstadt Dresden
          und DVB AG
91 Millionen Euro

Die Vorteile

  • rund 2 Millionen neue ÖPNV-Fahrgäste pro Jahr
  • 6,7 Millionen weniger Pkw-Kilometer pro Jahr
  • 1.750 Tonnen weniger Kohlendioxid-Ausstoß durch Pkw pro Jahr
  • Verbesserung der Luftqualität in zentralen städtischen Bereichen
  • Einsparung von 30 Bussen bei nur 4 zusätzlichen Straßenbahnzügen