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Straßenbahn-Fahrsimulator umgezogen

30.08.2017 | Unternehmen

Seit Januar 2015 setzen wir unseren Straßenbahn-Fahrsimulator im Rahmen der Berufsausbildung ein. Das Gerät wurde von eigenen Auszubildenden gebaut, das Institut für angewandte Verkehrstelematik (INAVET) Dresden stellte Software und Videotechnik. Ab sofort ist der Simulator Teil der regulären Fahrschulausbildung angehender Straßenbahnfahrer und soll eine sonst für diesen Zweck eingesetzte Stadtbahn ersetzen. Deshalb wurde das preisgekrönte Unikat in den vergangenen Monaten technisch erweitert und hat jetzt in einem einzigartig gestalteten Raum der DVB-Fahrschule Quartier bezogen.

Unterrichtsraum als virtuelle Stadtbahn

Für den Umzug des Straßenbahn-Fahrsimulators von Gruna in die Fahrschule nach Trachenberge wurde das kleine Unterrichtszimmer wie eine virtuelle Stadtbahn gestaltet. Stilechte gelbe Haltestangen, Entwerter, Fenster, Türen, Dachverkleidung, Monitornachbildungen und Beleuchtung sorgen für passendes Ambiente bei der Ausbildung. Fahrschüler können es sich auf sechs Stühlen bequem machen, die wie Sitze einer Dresdner Niederflurbahn bezogen sind. Auf dem zusätzlichen großen Monitor lässt sich gut verfolgen, was der Lehrling am Simulator gerade richtig oder falsch macht. Der Lerneffekt überträgt sich damit auf die ganze Ausbildungsgruppe.

Mehr Netz und Blick nach hinten

Der Simulator selbst eignet sich gut für die Einweisung in die Grundlagen des Straßenbahnfahrens. Dazu gehört das Kennenlernen der Bedienelemente einer modernen Stadtbahn. Konnte man anfangs nur zwei Linien abfahren, ist das Netz innerhalb des 26er Ringes jetzt nahezu vollständig. „Mindestens die Albertbrücke und die Görlitzer Straße als Paradebeispiel für eingleisige Strecken sollen noch folgen“, erläutert DVB-Vorstand für Betrieb und Personal Lars Seiffert. „Außerdem wird der Simulator später mit einem funktionstüchtigen Bordcomputer ergänzt, um die Kommunikation mit der Leitstelle, Durchsagen, die Fehlersuche bei der Fahrzeugtechnik oder das Verhalten in Gefahrensituationen zu trainieren.“ Voraussetzung für die einzigartige Lernmöglichkeit ist die Originaltreue aller Bedienabläufe: „Die DVB haben von Beginn an großen Wert auf Authentizität gelegt, so dass heute komplexe betriebliche Situationen effizient erfahren oder gezielt erprobt werden können“, so Professor Jürgen Krimmling, Geschäftsführer von INAVET und Direktor des Instituts für Verkehrstelematik der Technischen Universität Dresden. Als optisch auffälligste Neuerung besitzt der Simulator jetzt einen digitalen Rückspiegel, auf dem der Fahrschüler den Blick nach hinten üben soll. Rückspiegel, Hauptmonitor, Schulungsdisplay, Audiowiedergabe und Funktion der Bedienelemente sind dazu exakt mit dem Fahrtverlauf synchronisiert.

Azubis bauten fast alles selbst

Der Prototyp des Straßenbahn-Fahrsimulators entstand von April bis Dezember 2014. Vorstand Seiffert erinnert sich: „Damals setzten fast 50 DVB-Lehrlinge unterschiedlicher Berufsgruppen ihre Idee um und bauten gemeinsam unter Anleitung der Lehrmeister „ihren“ Simulator selbst.“ Sie fertigten Rahmen und Verkleidung, lackierten die Karosserie, montierten und verdrahteten die Bedienelemente. Danach begann die Programmierung der Licht- und Fahrfunktionen. Das Erstellen der Videos und Akustik sowie die Anpassung der Software an die Fahrzeugfunktionen übernahm die INAVET GmbH. Der Simulator enthält alle technischen Komponenten eines echten Straßenbahn-Führerstandes. Optisch gleicht er einer Fahrerkanzel des aktuellen Dresdner Stadtbahnwagentyps. Er wurde mit Originalbauteilen im gelben DVB-Design zusammengebaut. Auch die Bedienelemente sind so angeordnet wie in der echten Straßenbahn.

Eingesparter Fahrschulwagen

„Bisher haben wir für die ersten Übungen unserer Fahrschüler ein zusätzliches betriebsbereites Stadtbahnfahrzeug blockiert“, so Vorstand Seiffert. „Durch den kontinuierlichen Einsatz des Simulators im Rahmen der Fahrschule können wir einen Stadtbahnwagen freistellen. Diese Bahn brauchen wir angesichts der stetig steigenden Nachfrage dringend im Liniennetz für unsere Fahrgäste.“ Die Kosten für den Bau des Straßenbahn-Fahrsimulators belaufen sich auf rund 400.000 Euro. Mit der wegfallenden Fahrschulbahn lassen sich pro Jahr etwa 250.000 Euro einsparen. Damit wird sich der Simulator schon in weniger als zwei Jahren amortisiert haben.

Preisgekrönter Publikumsmagnet

Auch künftig wird der Straßenbahn-Simulator ein Publikumsmagnet auf Messen und Ausstellungen sein. Neugierige junge Leute finden nach einer virtuellen Fahrt oft Gefallen an einer Ausbildung. Vor allem bei der Dresdner Messe „Karriere Start“ ist der Straßenbahn-Simulator von künftigen Berufsanfängern stets dicht umlagert. „Wenn es gelingt, damit noch mehr Jugendliche für eine Bewerbung bei den DVB zu gewinnen, hat sich der Simulator für uns doppelt bezahlt gemacht“, so Lars Seiffert. In der Kategorie Azubimarketing der Konzerne gewann der Straßenbahn-Fahrsimulator den Human Resources Excellence Award 2015.

Hinweis: Zum Tag der offenen Tür im Betriebshof Gorbitz am 9. September 2017 ist der Straßenbahn-Fahrsimulator vor Ort und kann ausprobiert werden.


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