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Projekt 3: Eine Straßenbahn für die Johannstadt?

Unter dieser Fragestellung prüfen wir aktuell ─ im Auftrag der Landeshauptstadt Dresden ─ die Möglichkeiten für einen Neubau einer Straßenbahnlinie 5 nach Dresden Johannstadt und die damit verbundene Umstellung von Bus auf Bahn. Die Buslinie 62 verbindet die Stadtteile Johannstadt und Plauen und zählt aktuell zu den am stärksten nachgefragten Buslinien Dresdens. Auf einer Streckenlänge von 10,7 Kilometern befördert die Linie 62 pro Werktag rund 24.000 Fahrgäste. Steigende Fahrgastzahlen wird die Linie 62 mit ihren überlangen 21 Meter Bussen jedoch mittelfristig nicht mehr bewältigen können.

Vor diesem Hintergrund werden aktuell verschiedene Szenarien der Linienführung, Infrastruktur und Finanzierung erörtert und geprüft.

Warum wir hier handeln

Die Landeshauptstadt Dresden ist eine wachsende Stadt, laut Prognosen wird die Einwohnerzahl bis zum Jahr 2030 auf 585.000 bis 600.000 Einwohner steigen. Um auch in Zukunft die Mobilität der Dresdnerinnen und Dresdner gewährleisten zu können, muss sich der ÖPNV in den kommenden Jahren den Bedürfnissen einer wachsenden Stadt anpassen. Eine Überlegung ist es daher, die Buslinie 62 zukünftig durch eine Straßenbahnlinie 5 zu ersetzen. Damit würden dringend benötigte zusätzliche Kapazitäten geschaffen und die Johannstadt besser an die Dresdner Innenstadt angebunden.

Von Bus auf Bahn?

Die steigende Verkehrsnachfrage auf der Linie 62 wird in Zukunft nicht mehr mit einem Bus zu bewältigen sein. Eine Straßenbahn bietet deutlich mehr Platz für Fahrgäste. Zudem kann die neue Bahnstrecke so geplant werden, dass die Bahn deutlich weniger im Stau steht als ein Bus.

Die Buslinie 62:

  • 40.000 Einwohner im Einzugsbereich
  • 23.700 Fahrgäste pro Tag
  • 10,6 km Länge
  • 29 Haltestellen
  • Takt in Minuten: Montag bis Freitag 7/7/6, Samstag 10, Sonntag 15

Unsere Ziele:

  • Attraktives Umsteigen ─ Wir möchten einen attraktiven und zukunftsfähigen Nahverkehr zwischen Plauen und Johannstadt gestalten und damit die Innenstadt vom motorisierten Individualverkehr entlasten.
  • Am Stau vorbei ─ Durch besondere Bahnkörper wird der motorisierte Individualverkehr vom ÖPNV auf der Fahrbahn getrennt und der Verkehrsfluss für alle Verkehrsteilnehmer beschleunigt.
  • Raum gewinnt ─ Straßenbahnen bieten ein deutlich höheres Platzangebot als Busse, auch für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder
  • Schnell von Nord nach Ost ─ Durch die neue Straßenbahntrasse ist eine schnellere Verbindung der Pirnaischen Vorstadt/Johannstadt-Nord und dem Dresdner Osten möglich.
  • Mehr Wachstum ─ Eine gute verkehrliche Anbindung der Stadteile Johannstadt-Nord und Südvorstadt/Plauen ist ein bedeutender Faktor für die Ansiedlung von neuen Unternehmen.
  • Lebensräume beleben ─ Gutes erhalten, Neues gestalten und damit Lebensräume schaffen, die die Lebensqualität für alle steigert, die dort wohnen, arbeiten und leben.

FAQ

Ab wann könnte die Straßenbahnlinie 5 fahren?

Ein Straßenbahnneubauprojekt in Deutschland zu realisieren dauert – von der ersten Untersuchung bis zur ersten Fahrt – momentan etwa zehn Jahre. Das Projekt Straßenbahnlinie 5 befindet sich derzeit in der Vorplanungsphase. Ob und wann das Projekt realisiert wird, ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig, die sich im jetzigen Stadium noch nicht in Gänze absehen lassen. Daher lässt sich heute auch noch nicht mit Sicherheit sagen, wann die Linie 5 ihren Betrieb aufnehmen könnte – wenn die ersten Beschlüsse im Jahr 2019 fallen, könnte die erste Bahn 2030 durch Johannstadt rollen.

Welche Verbesserungen kann es im Bereich des Öffentlichen Nahverkehrs geben?

Mit dem Einsatz der größeren und komfortableren Straßenbahnen werden derzeitige Kapazitätsprobleme auf der Buslinie 62 langfristig gelöst. Durch die Verlagerung von der Straße auf die Schiene erhöht sich zudem die Reisegeschwindigkeit deutlich. Weiterhin würde Johannstadt durch die Straßenbahn direkt und schnell an die zentralen Orte der Dresdner Innenstadt angebunden werden. Eine weitere wichtige Verbesserung ergibt sich durch den barrierefreien Ausbau der Haltestellen und Ampelanlagen.

Wer entscheidet, ob die Straßenbahnlinie 5 gebaut wird?

Die Entscheidungskompetenz liegt beim Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden. Dieser entscheidet anhand von Stadtratsvorlagen über die einzelnen Fragestellungen, die sich in den Bereichen Liniennetzplanung, bautechnische Untersuchungen und Finanzierung ergeben. Die Planung und Umsetzung des Vorhabens richtet sich maßgeblich nach drei Beschlüssen des Dresdner Stadtrats von 2003, 2010 und 2016.

Welche Varianten liegen für die Straßenbahnlinie 5 vor?

Auf der Grundlage einer Studie der Landeshauptstadt Dresden von 2003 wurde im Stadtrat eine Vorzugsvariante im Bereich der Pfotenhauerstraße beschlossen. Die derzeit laufenden Planungen und Analysen sind jedoch ergebnisoffen gestaltet – es wird weder die Variante entlang der Pfotenhauerstraße, noch die entlang des Güntzplatzes favorisiert. Maßgeblich für die Planung werden die Ergebnisse der Bedarfsanalysen in Johannstadt und des Anlieger/Anwohner-Dialogs sein.

Ihre Meinung bewegt uns

Da der Neubau einer Straßenbahnlinie im städtischen Raum ein komplexes Unterfangen ist, gilt es zahlreiche Interessen, Anforderungen und Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Ein besonderes Anliegen ist es für uns, die Meinungen, Bedürfnisse und Hinweise der Dresdner Bürgerinnen und Bürger in die Planungen einzubeziehen.

Als Auftakt der Planungsphase fand am 13. Dezember 2017 die erste Informationsveranstaltung „Eine Straßenbahn für die Johannstadt?“ statt.

Am 12. September 2019 gingen wir den nächsten Schritt und sprachen mit Ihnen im Rahmen einer Planungswerkstatt über die Neugestaltung der Güntzstraße als modernen und attraktiven Stadtraum.

In der Veranstaltung wurden keine abgeschlossenen Planungen vorgestellt, sondern Bürgerinnen und Bürger waren eingeladen, über die Möglichkeit einer verkehrlichen und städtebaulichen Neugestaltung ins Gespräch zu kommen und ihre Ideen, Anregungen und Bedenken einzubringen. Die gesammelten Hinweise fließen in die weitere Planung ein. An dieser Stelle sei allen Teilnehmern für den regen konstruktiven Austausch gedankt.

Zentrale Erkenntnisse der Planungswerkstatt 2019

Zur Freiraumgestaltung

  • Verkehrs- und Aufenthaltsqualität erhöhen
  • vorhandene Bäume erhalten und mehr Grünanlagen planen (Begrünung Gleisbett)
  • Bänke, Sitzgelegenheiten und Schattenplätze (unter Bäumen) am Platz „Flugwillen“ schaffen
  • Maßnahmen gegen Lärm/Verkehrslärm prüfen: Sichtachsen ausbauen und erhalten
  • Denkmäler und Kunstwerke erhalten: Kunst im öffentlichen Raum erhalten und fördern
  • Straße mit mobilen Caféwagen, Einzelhandel und/oder Kiosk beleben und damit für Fußgänger attraktiv gestalten
  • Grünachse durch Erlebbarkeit (Wahrnehmung des Grüns z.B. durch Café) stärken

Zum ÖPNV-Angebot

  • bessere, kürzere Umsteigemöglichkeiten zwischen den Haltestellenpunkten
  • barrierefreie Haltestellen einrichten; die Erhöhung der Halteinsel besser markieren
  • Anbindung der Johannstadt an einen Dresdner Fernbahnhof verbessern
  • hohe und dichte Taktung beibehalten

Zur Verkehrsplanung

  • das Miteinander aller Verkehrsarten stärken
  • Verkehr soll ruhig und kontinuierlich fließen
  • Priorisierung auf ÖPNV, Rad- und Fußverkehr legen (Achtung: Ansicht nicht repräsentativ)
  • die verschiedenen Fahrwege (Radverkehr & Fußverkehr & Autoverkehr) trennen, ggf. durch Grünflächen
  • breitere Radwege anlegen
  • Ampelschaltung und Querungen auf Radverkehr abstimmen
  • Übergangsmöglichkeit zur Querung der Dürerstraße schaffen
  • Sicherheit v.a. für Fußgänger verbessern (Schüler, Kinder, ältere Menschen): Fußwege beleuchten
  • Kreuzung Comeniusstraße & Güntzstraße: Übersichtlichkeit verbessern
  • Schleichverkehr in den Nebenstraßen minimieren

Was Sie noch zum Planungsstand und dem Vorhaben an sich wissen sollten:

Warum sind bauliche Veränderungen in der Güntzstraße notwendig?

Die Infrastruktur der Güntzstraße ist in einem schlechten Zustand, daher ist eine Modernisierung erforderlich. Mit der erforderlichen Sanierung ergibt sich die Gelegenheit, die Straße entsprechend der verschiedenen Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer neu zu gestalten. Um wieder einen attraktiven Stadtraum herzustellen, müssen die Anforderungen an eine zeitgemäße und sichere Verkehrsanlage erfüllt werden. Das zeigt sich zum Beispiel darin, wie Radwege oder Ampeln für Radfahrer oder Haltestellen gestaltet werden.

In welchem Stadium befinden sich die Vorhaben und was sind die nächsten Planungsschritte?

Das Vorhaben der Neugestaltung befindet sich momentan in der Vorplanung. In dieser Phase werden verschiedene Varianten der Straßenraumgestaltung ausgearbeitet, die Realisierbarkeit geprüft und miteinander verglichen. Die Auswahl einer Vorzugsvariante erfolgt unter Beachtung der Interessen und Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmenden, der städtebaulichen Anforderungen und der verkehrstechnischen Auswirkungen. Diese Vorzugsvariante wird zuerst der Öffentlichkeit vorgestellt sowie dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt. Anschließend wird sie in weiteren Planungsschritten vertieft und einem Genehmigungsverfahren unterzogen. Daher können in einer frühen Phase Anregungen, Bedenken und Ideen der Bürgerinnen und Bürger zur verkehrlichen und städtebaulichen Zielstellungen wertvoll sein, um die Planungen weiterzuentwickeln.

Wo erhalte ich zukünftig weitere Informationen zum Vorhaben?

Die Planung der Güntzstraße ist ein gemeinsames Vorhaben der Landeshauptstadt Dresden und der Dresdner Verkehrsbetriebe AG. Daher werden Informationen auf folgenden Kanälen verfügbar sein:

Welche Maßnahmen sind zum Schutz und ggf. zur Aufwertung der Denkmäler und Kunstwerke entlang der Güntzstraße geplant (beispielsweise "Flugwille des Menschen")?

Die Freiflächen entlang der Güntzstraße sollen ansprechend gestaltet. Für neue und vorhandene Kunstwerke und Denkmäler sollen geeignete Standorte bei der Freiraumgestaltung eingeplant werden. Geeignet bedeutet, dass der Freiraum eine hohe Aufenthaltsqualität bietet. Das betrifft u.a. den Brunnen „Flugwille des Menschen“, die historische Litfaßsäule am Güntzplatz oder das Julius-Fucik-Denkmal.

Sind entlang der Güntzstraße Lärmschutzmaßnahmen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität vorgesehen?

Um den Lärm entlang der Güntzstraße zu mindern, werden Straßenbahngleise und die Fahrbahnbeläge erneuert sowie neue Bäume gepflanzt. Ferner ist beabsichtigt, die bisherige eingeschränkte Aufenthalts- und Nutzungsqualität der Güntzstraße für Fußgänger aufzuwerten. Dafür soll beispielsweise der geplante Gehweg als Promenade entlang der vorhandenen Bäume geführt werden.

Ist mit Baumfällungen zu rechnen?

Ziel ist der Erhalt der straßenraumprägenden Platanen entlang der Güntzstraße. Aufgrund von Änderungen des Straßenquerschnitts sind im Bereich der Kreuzung Güntzstraße mit der Pillnitzer Straße/Striesener Straße Baumfällungen voraussichtlich nicht vollständig zu vermeiden.

Welche Prognose gibt es für die Radverkehrszahlen?

Prognostiziert wird der Modal-Split, welcher die grobe Aufteilung aller täglichen Wege auf die einzelnen Verkehrsarten darstellt und damit auch den Anteil des Radverkehrs an der Summe der Wege aller Dresdner angibt. Dieser Anteil wird zukünftig ansteigen (ausgehend von 12% in der letzten Mobilitätsbefragung). Eine konkrete Prognose der Radverkehrszahlen für einen Straßenzug ist nicht üblich und in den gängigen Modellen bislang nicht darstellbar.

Welche Maßnahmen werden für Menschen mit Sehbehinderung oder sonstigen körperlichen Einschränkungen ergriffen?

Die Güntzstraße wird nach den anerkannten Regeln der Technik und dem Straßenbauregelwerk barrierefrei geplant. Die Belange mobilitätseingeschränkter Menschen (u. a. mit Sehbehinderung) werden überall und vollständig berücksichtigt. Dies gilt beispielsweise auch für die Haltestellen.

Wie können die Linksabbiegemöglichkeiten in Bezug auf Verkehrsfluss und Sicherheit verbessert werden?

Ein Ziel bei der Neugestaltung besteht darin, ein Linksabbiegen im Hauptnetz weitgehend zu ermöglichen. Dies soll helfen, den Autoverkehr in den Wohngebieten auf ein Mindestmaß zu begrenzen. Daher wird angestrebt, zukünftig das Linksabbiegen am Straßburger Platz in Richtung Grunaer Straße (Innenstadt) zu ermöglichen. Ob von der Güntzstraße auch in die Pillnitzer Straße oder die Striesener Straße Linksabbiegen ermöglicht werden kann wird verkehrstechnisch untersucht und kann dann gegebenenfalls in die Planung einfließen. Bei diesen Untersuchungen haben der konstante Verkehrsfluss und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden eine wichtige Rolle. Darüber hinaus muss die Erreichbarkeit der Wohngebiete gewährleistet sein. Zu diesem Zwecke gibt es den Ansatz, mindestens eine Linksabbiegemöglichkeit in die Dürerstraße zu gewährleisten.

Wird bei der Neugestaltung der Haltestellen die Barrierefreiheit mitgedacht?

Alle Haltestellen werden nach den anerkannten Regeln der Technik und dem Regelwerk des Straßenbaus barrierefrei geplant. Das ist mittlerweile Standard bei allen Neu- und Umbaumaßnahmen von DVB und Stadt und ein wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe aller Menschen.

Wie können die Umsteigemöglichkeiten verbessert werden?

Im Zuge der Vorplanung werden mögliche Haltestellenstandorte und ihre Erreichbarkeit für die Fahrgäste untersucht. Vor allem am Knotenpunkt Güntzstraße/Pillnitzer Straße/Striesener Straße werden verschiedene Varianten betrachtet. Ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Auswahl der besten Lösung sind die Umsteigemöglichkeiten und die sich durch das Umsteigen ergebenden Wege. Diese sollen sicher, möglichst kurz und ohne unnötige Hindernisse (Straßenquerungen) sein.
Die bisherigen Favoriten am benannten Knotenpunkt sind die Haltestellen in der Güntzstraße nördlich des Knotenpunktes sowie in der Striesener Straße, da sie diese Anforderungen am besten erfüllen. Hinzu kommt, dass bei dieser Lage auch die Erreichbarkeit aus den umliegenden Wohngebieten am besten gewährleistet wird und die Haltestellen in die Platzgestaltung am Brunnen „Flugwillen des Menschen“ einbezogen werden können.

Sie haben Fragen oder Hinweise?

Schreiben Sie uns bitte an linie5@dvbag.de oder nutzen Sie unseren anonymen Feedbackbogen.


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