Streifzug 10: Von Mockritz nach Prohlis - durch den Gebergrund

Tariftipp

Für die Tour empfehlen wir eine Tageskarte für eine Person bzw. eine Familientageskarte für zwei Erwachsene und vier Kinder bis einschließlich 14 Jahre für die Tarifzone Dresden. Damit können Sie bis 4 Uhr morgens flexibel mit allen Straßenbahnen, Bussen, S-Bahnen und Zügen sowie den Elbfähren in Dresden fahren.

Wenige Kilometer vom pulsierenden Stadtleben entfernt erwartet Sie wohltuende Ruhe und Natur pur. Die fast noch ländlichen Ortschaften am Stadtrand Dresdens werden von kleineren Bächen, Laubwäldern und saftig grünen Wiesen geprägt. Wandern Sie am Nöthnitz- und Geberbach entlang, über die Hänge des Dresdner Südens, vorbei an den Schlössern von Nöthnitz und Nickern.

Kurzbeschreibung

  • Länge der Tour: ca. 14 km
  • Dauer der Gesamttour: ca. 4-5 Stunden
  • Hauptroute: Mockritz – Nöthnitz – Nöthnitzbachtal – Eutschützer Mühle –Bannewitz – Goldene Höhe – Rippien – Gebergrund –Golberode – Goppeln – Kauscha – Nickern – Prohlis
  • Festes Schuhwerk wird empfohlen, die Tour ist nicht barrierefrei.
  • Erreichbarkeit des Startpunktes: Haltestelle Campingplatz Mockritz (Buslinien 63, 66)
  • Rückfahrtmöglichkeiten: Haltestelle Prohlis Gleisschleife (Straßenbahnlinien 1, 9, 13), Haltestelle Prohlis Einkaufszentrum (Buslinien 66, 86, 88)

Dresden Mockritz - Gohlig

Ausgangspunkt für unseren Streifzug ist Dresden-Mockritz (1), ein 1921 nach Dresden eingemeindetes Dorf wenige Kilometer südlich des Dresdner Stadtzentrums. Das Naturbad lockt hier jedes Jahr viele Besucher an. Es ist nicht nur idyllisch und herrlich gelegen, sondern vor allem für die „Kalte Quelle“ seiner Kneipp-Becken, die aus dem „Tiefen Börner“, einem naturgeschützten Quellgebiet gespeist werden, bekannt. Wir starten unseren Streifzug direkt gegenüber der Einfahrt des zum Bad gehörenden Campingplatzes, den Sie mit den Buslinien 63 und 66 an der Haltestelle Campingplatz Mockritz erreichen.

An der „Boderitzer Straße“ gehen Sie auf einem anfangs betonierten Fahrweg nach Süden. Die nächsten sechs Kilometer folgen Sie der grün-Strich-Markierung bis zur Goldenen Höhe bei Rippien. Der Weg führt zu einer Kleingartensparte, an der Sie auf den schmalen Nöthnitzbach treffen. Der kleine Bach entspringt in Bannewitz und mündet in Dresden-Mockritz in den Kaitzbach, der ein Wasserzubringer für den Carolasee im Großen Garten ist. Folgen Sie dem schmalen Pfad zwischen den Gärten und dem Nöthnitzbach. Über eine Brücke queren Sie die „Babisnauer Straße“ und wählenden Weg südlich des Nöthnitzbaches, den knorrige Weiden säumen. Durch grüne Wiesen gelangen Sie südlich eines kleinen Hochwasserrückhaltebeckens des Nöthnitzbaches (2) in ein Wäldchen und unter die Brücke der Autobahn A 17. Hier verläuft die Kreisgrenze zwischen der Landeshauptstadt und dem Kreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge.

Weiter geht es über die „Rosentitzer Straße“ nach Nöthnitz, einem Ortsteil von Bannewitz. Empfehlenswert ist ein kurzer Abstecher zum Schloss Nöthnitz (3), einhundert Meter vor Ihnen. Vom Innenhof mit einer Eiche können Sie die Dreiflügelanlage des Renaissanceschlosses am besten betrachten. Die Anlage wird durch einen achteckigen Treppenturm aus dem 17. Jahrhundert mit Wendeltreppe und dem Treppenverlauf mit gleichlaufenden Fensterprofilen geprägt. Heinrich Graf von Bünau, Schlossbesitzer ab 1739, und seine unmittelbaren Erbenprägten den Ruf des Schlosses insbesondere durch eine der bedeutendsten, öffentlich nutzbaren Bibliotheken in Sachsen. Später wurde dies der Grundstock der heutigen Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek. Als wohl bedeutendster Bibliothekar in diesem Schloss wirkte zwischen 1748 und 1754 Johann Joachim Winckelmann, der als geistiger Begründer des Klassizismus im deutschsprachigen Raum gilt.

Vom Schlosshof kehren Sie zur „Rosentitzer Straße“ zurück und wandern abwärts in den Eutschützgrund. Im Tal angekommen überqueren Sie über eine kleine Brücke den Nöthnitzbach. Gehen Sie nach rechts und folgen Sie dem Weg durch lichten Laubwald stromauf entlang des schmalen Nöthnitzbaches bis zur EutschützerMühle (4). Auf den letzten Metern unterhalb des Mühlengebäudes kann man das bemooste Mauerwerk des einstigen Mühlgrabens erkennen. Die Mühle in ihrer heutigen Form wurde 1711 erbaut, erhielt 1820 eine Schankkonzession und entwickelte sich schnell zu einer bedeutenden Ausflugsgaststätte. Über die Jahre wechselten die Eigentümer mehrfach, doch noch heute sind Pension und Landgasthof geöffnet. Der grün-Strich-Markierung folgend queren Sie die „Eutschützer Straße“ und gehen kurz darauf durch die Sportanlagen von Bannewitz, oberhalb dieser weiter mit der Straße nach rechts bis zur nächsten Straßenkreuzung, an der Sie den nach links führenden „Goldenen Höhenweg“ erreichen. Mit diesem gelangen Sie an den Autobahnzubringer „S 191“. Zu Ihrer Sicherheit folgen Sie dem Kiesweg parallel der Straße nach rechts, überqueren die Straße mit der Brücke und kehren auf der anderen Straßenseite zum vis-a-vis liegenden Weg zurück. Entlang von alten Obstbäumen, Holunder- und Rosenbüschen führt der Weg nun moderat aufwärts zur Anhöhe „Gohlig“. Je mehr Sie an Höhe gewinnen, umso beeindruckender wird die Fernsicht auf Dresden zwischen den Radebeuler Weinbergen zur Linken und den höchsten Dresdner Erhebungen, dem Triebenberg (384 Meter) und dem Borsberg (361 Meter) zur Rechten. Weiter im Osten kann man bei guter Sicht Berge des Elbsandsteingebirges und den Berg Tanzplan in Böhmen erkennen.

Goldene Höhe - Golberode

Nach wenigen hundert Metern haben Sie den 345 Meter hohen Gohlig, auch Goldene Höhe (5) genannt, erreicht. Die Bezeichnung geht auf die sorbische Bezeichnung für „kahle, unbewaldete Höhe“ zurück. Im Schatten einiger mächtiger Kastanien und Eichen steht auf der Kuppe ein 1865 errichteter Landvermessungspunkt– die „Nagelsche Säule“. Sie wurde direkt vor Ort aus Sandstein, dem Basisgestein dieser Kuppe, hergestellt und ist etwa vier Meter hoch. In den Jahren 2001 bis 2006 wurde sie durch den Landesverein Sächsischer Heimatschutz, Regionalgruppe Goldene Höhe, restauriert.

Weiter geht es an der Informationstafel am kleinen Wäldchen vorbei und den Höhenweg einige Meter abwärts. Schwenken Sie nach links in die Straße „An der Goldenen Höhe“ ein. Ab hier ist Ihr Wanderweg mit einem grünen Punkt markiert. Bereits zehn Meter hinter dem Abzweig führt ein schmaler, eher unscheinbarer Weg links an den Einfamilienhäusern vorbei. Kurz darauf erreichen Sie, auf einem künstlich errichteten Erdhügel, die Luna-Park-Aussicht (6). Nach Süden bietet sich hier eine herrliche Sicht zum böhmischen Deciner Schneeberg zur Linken, nach Geising und dem Kahleberg im Osterzgebirge und zum Lerchenberg im Südwesten. Vom Aussichtspunkt wandern Sie direkt auf den naheliegenden Mobilfunkturm zu. Vom Gohligweg über die „Sommerschuhstraße“ kommen Sie zum Dorfplatz von Rippien (7), wo sich ein Denkmal für den Architekten und Bauherrn Traugott Ernst Sommerschuh befindet.

Auf der „Pirnaer Straße“ gehen Sie nach links und biegen in den einige Meter asphaltierten „Hornschänkenweg“ nach rechts ein. Zwischen Koppeln gelangen Sie an eine Weggabelung, an der Sie sich zunächst rechts halten, um dann nach links in den Gebergrund (8) abzusteigen. Dieser bildet gemeinsam mit dem Lockwitzgrund ein gemeinsames Landschaftsschutzgebiet mit einer Fläche von 936 Hektar. Folgen Sie dem Lauf des Geberbachs, der in Possendorf entspringt und in Tolkewitz in die Elbe entwässert, nach links in das malerische Tal. Der Wegführt über eine kleine Brücke und einen Holzbohlenabschnitt, bis Sie einen schönen Auwald mit Bruchwald auf sumpfigem Terrain erreichen. Am schönsten Punkt des Auwaldes überwinden Sie den Talgrund über einen Steg und an Wiesenhängen entlang steigen Sie den Weg hinaufnach Golberode (9), heute ein Ortsteil von Bannewitz. Hier vom Hang haben Sie einen herrlichen Blick über die Streuobstwiesen am Geberbachhang und hinüber nach Goppeln. Unmittelbar bevor Sie in Golberode mit der Straße „An der alten Schmiede“ auf die Straße „Zur Pappel“ stoßen, zweigen Sie nach links mit einem grün-Punkt markiertem Weg ab, der Sie an Gärten wieder hinab zum Geberbach bringt.

Wanderer, die bei einem Abstecher die Aussicht von der Babisnauer Pappel genießen wollen, gehen in Golberode auf der Straße „Zur Pappel“ nach rechts, überqueren die Straße „K 9002“ und schreiten auf breitem Weg zum bereits erkennbaren Aussichtspunkt der Babisnauer Pappel (10). Dabei handelt es sich um eine Schwarzpappel, die 1808 als bäuerliche Grenzmarkierung gepflanzt wurde. Sie steht exponiert auf einer Hochfläche und ist als Landmarke weithin sichtbar. Eine über hundertjährige Eiche an ihrer Seite bereichert die optische Mächtigkeit des Standortes. Danach kehren Sie auf gleichem Weg nach Golberode zurück. Eine herausragende Sicht auf Dresden bis zum Elbsandsteingebirge ist der Lohn für drei zusätzliche Wanderkilometer.

Goppeln - Prohlis

Nach dem Abstieg in den Gebergrund erreichen Sie die ehemalige Golberoder Mühle (11), heute ein privates Wohnanwesen. Sie überqueren den Bach auf Trittsteinen und laufen leicht ansteigend Richtung Goppeln. Vom Aufstiegshang haben Sie einen guten Blick auf das sehr naturbelassene Biotop in Bachnähe. In Goppeln am Parkplatz an der „Dorfstraße“ angekommen, gehen Sie nach rechts. Ihr Weg führt am Kloster der Nazarethschwestern vom Heiligen Franziskus mit Gästehaus und Café vorbei. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befinden sich einige schön vorgerichtete Bauernhöfe(12), die ihren Ursprung im späten 18. Jahrhundert haben. Goppeln wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Malerdorf bekannt. Eine Gruppe junger Künstler schloss sich hierzu einer Künstlerkolonie zusammen und widmeten sich der Freiluftmalerei im Zeitgeist des Impressionismus. 

Folgen Sie der „Ringstraße“ zurück auf die „Hauptstraße“, halten Sie sich rechts, bis Sie auf die Kreuzung mit der „Golberoder Straße“ (13) treffen. Im Kreuzungsbereich befindet sich die Endhaltestelle der Buslinie 75. Nach elf Wanderkilometern haben Sie hier die Möglichkeit, die Wanderung zu beenden. Alle anderen Wanderer gehen die Straße nach rechts abwärts. Am markierten Zugang für die Häuser Nummer 17 und 19 zweigen Sie nach links ab. Der teilweise mit Holzbohlen verfestigte Weg führt hinab in den Gebergrund zu einer Staustufe des Geberbachs (14). Einen besonders schönen Blick auf den See haben Sie vom Damm, den Sie über eine kleine Brücke am Abflusskanal erreichen. Ein perfekter Platz für ein Picknick.

Ihr weiterer Weg führt zehn Meter oberhalb der Brücke -mit grün-Punkt-Markierung am Hang - weiter nach Osten. Entlang eines Feldraines mit alten Kirschbäumen haben Sie immer wieder Blick auf Wiese und Wäldchen, durch das sich der Geberbach schlängelt. Sie unterqueren die Autobahnbrücke, überqueren später eine kleine Betonpiste und gehen auf schmalem Pfad an Brombeergestrüpp vorbei. Rechter Hand sehen Sie die kleine Talsperre Kauscha (15), die seit 1985 dem Hochwasserschutzdient. Auf Höhe der Staumauer führt ein betonierter Weg zum gemauerten Abfluss des Speicherbeckens hinab. Durch Kleingärten am grünen Ufersaum des Geberbaches erreichen Sie neben einer Brücke die Straße „Am Stausee“. Linker Hand befindet sich der Dorfanger von Kauscha (16), den eine mächtige Stiel-Eiche als Naturdenkmal prägt.

Der kurze Umweg lohnt sich in jedem Fall. Gehen Sie anschließend wieder zurück und überqueren die Brücke über den Geberbach. Wenige Schritte hinter der Brücke schwenken Sie nach links und folgen dem Geberbach rechts des Bachlaufs weiter nach Osten. Nach wenigen Minuten gelangen Sie zum Schloss Nickern (17). Es steht auf Resten einer Wasserburg des 12. Jahrhunderts. Der Umbau des Hauptgebäudes wurde ausgangs des 17. Jahrhunderts im Stil des ländlichen Barock durchgeführt, der Turmbau erfolgte 1870. Im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts war das Schloss für ein umfangreiches Clubleben, Veranstaltungen und das Nickerner Schlossfest regional bekannt. Mittlerweile befindet sich das Anwesen in Privatbesitz, kann aber weiterhin für Veranstaltungen angemietet werden. Gehen Sie entlang der Straße „Altnickern“.

Noch vor dem tiefliegenden Autobahnzubringer kommen Sie an einer Kreuzung mit einem Gedenkstein für die Opfer des Bombardements Dresdens am 13. Februar 1945 vorbei. Folgen Sie am Energieversorgunghäuschen dem Weg, der in die „Gaustritzer Straße“ übergeht. Am Ende der Straße gehen Sie nach links unter dem Autobahnzubringer, der „Tschirnhausstraße“, hindurch und durch einen Laubwald-Hain bis an die „Dohnaer Straße“. Zweihundert Meter nach rechts erreichen Sie den Kreuzungspunkt „Dohnaer Straße/Langer Weg“ am Einkaufszentrum Dresden-Nickern (18). Gegenüber befinden sich die Gleisschleife der Straßenbahnlinien 1, 9 und 13 und im Kreuzungsbereich auch die Bushaltestelle der Linien 66, 86 und 88. Nach 14 Kilometern haben Sie das Ziel unseres heutigen Streifzuges erreicht. Wir wünschen Ihnen einen guten Heimweg.


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