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Ausbau Königsbrücker Landstraße: Onlinebeteiligung

03.07.2020 | Unternehmen

© Amt für Geodaten und Kataster und Stadtplanungsamt

Die Königsbrücker Landstraße in Dresden-Klotzsche verbindet das Dresdner Stadtzentrum mit den Ortschaften Weixdorf und Langebrück. Damit besitzt sie eine wichtige Funktion im Verkehrswegenetz im Dresdner Norden.

Im Bestand weist die Straße allerdings maßgebliche Defizite in der Verkehrssicherheit und -organisation für alle Nutzer auf. Mit der geplanten Umgestaltung sollen diese beseitigt und der Geschäftsbereich sowie der Käthe-Kollwitz-Platz gestalterisch aufgewertet werden.

Ausführliche Informationen zum aktuellen Planungsstand finden Sie auf:
www.dresden.de/koe-la.

Sie haben Fragen? Schreiben Sie uns an: verkehrsplanung@dvbag.de.

Warum soll die Königsbrücker Landstraße in Klotzsche umgebaut werden?

Die Königsbrücker Landstraße besitzt als Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und den Ortschaften Weixdorf und Langebrück eine wichtige Funktion im Verkehrswegenetz im Dresdner Norden. Die Haltestellen Zur Neuen Brücke sind Umsteigepunkte zwischen DVB- und Regionalbuslinien und liegen in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Klotzsche. Der Geschäftsbereich besitzt eine bedeutende Zentrums- und Versorgungsfunktion für Klotzsche.

Im Bestand weist die Königsbrücker Landstraße maßgebliche Defizite in der Verkehrssicherheit und -organisation für alle Nutzer auf. Aufgrund der eingleisigen Führung mit Ausweichmöglichkeiten an den Haltestellen ist die Leistungsfähigkeit der Straßenbahnlinien nicht gegeben. Der verkehrlich geprägte Stadtraum und die unbefriedigende Gestaltung des Geschäftsbereichs ohne Straßenbäume und öffentliche Stellplätze stellen stadträumliche Defizite dar.

Mit der geplanten Umgestaltung sollen diese Defizite beseitigt und der Stadtraum im Geschäftsbereich und am Käthe-Kollwitz-Platz neugestaltet werden.

Welche Ziele werden verfolgt?

Die Planungen zur Königsbrücker Landstraße sind ein Kooperationsprojekt der Dresdner Ver-kehrsbetriebe AG und der Landeshauptstadt Dresden. Ziel ist die grundhafte Sanierung der Straße mit einer durchgängigen Zweigleisigkeit der Straßenbahn zum Einsatz der neuen, breiteren Stadtbahnwagen. Die Haltestellen sollen barrierefrei ausgebaut werden. Für den Geschäftsbereich und den Käthe-Kollwitz-Platz ist eine gestalterische Aufwertung der Freiräume mit einheitlichen Oberflächen und Möblierung geplant. Dafür ist eine Neuordnung der privaten Gebäudevorflächen und der öffentlichen Gehwege erforderlich. Am Käthe-Kollwitz-Platz ist der Rückbau des bestehenden Gleisdreiecks und die Errichtung eines MOBIpunktes vorgesehen.

Folgende Ziele verfolgt das Vorhaben konkret:

Verkehr: 

  •  Schaffung regelkonformer, sicherer, funktionaler Verkehrsanlagen für alle Verkehrsarten weitgehend im Bestand (ohne Grunderwerb)
  • Zweigleisiger Ausbau der vorhandenen eingleisigen Abschnitte (3 Meter Gleisachsabstand) und barrierefreie Haltestellen mit dynamischer Fahrgastinformation und Fahrradbügeln
  • Berücksichtigung der seitenraumbezogenen Anforderungen (Parken, Ver- und Entsorgung)

Städtebauliche Ziele:

  • Erhalt vorhandener, prägender Strukturen im Gebiet der Erhaltungssatzung Dresden-Klotzsche "Königswald"
  • Vermeidung/ Reduzierung von Eingriffen in vorhandene Vorgärten und Einfriedungen
  • Sanierung/ Neuordnung des Käthe‐Kollwitz‐Platzes als prägnante städtebauliche Struktur
  • Stärkung der Funktion als wohnungsnahes Zentrum, d.h. Aufwertung der Nutzungsqualitäten und des Erscheinungsbildes der öffentlichen Räume im Geschäftsbereich

Welche Radverkehrsführung ist geplant?

Der Radverkehr befährt die Königsbrücker Landstraße auch zukünftig mit dem Kfz-Verkehr und ÖPNV auf der Fahrbahn. Variantenabhängig sind abschnittweise Schutz- bzw. Radfahrstreifen vorgesehen, um die Konflikte mit dem nachfolgenden Verkehr zu entschärfen. Die durchgängige Einordnung separater Radverkehrsanlagen in beide Richtungen ist aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit von Flächen nicht möglich. Hierfür wären umfangreiche Eingriffe in Grundstücke einschließlich der Fällung von Bäumen in den Vorgärten erforderlich. Für die parallel verlaufende Hauptradroute Kieler Straße – Alexander-Herzen-Straße werden projektbegleitend Maßnahmen zur Schaffung einer sicheren und attraktiven Radachse untersucht.

Kleines Einmaleins des Radverkehrs

  • Mischverkehr auf der Fahrbahn: Der Radverkehr befährt die Straße gemeinsam mit dem Kfz-Verkehr und ÖPNV ohne eigene Radverkehrsanlagen. Hier ist ein Überholen des Radfahrers nur unter Ausweichen in die Gegenrichtung möglich. Diese Lösung kommt hauptsächlich im Nebennetz und bei begrenzten Straßenräumen zum Einsatz.
  • Schutzstreifen: Der Radverkehr befährt die Straße gemeinsam mit dem Kfz-Verkehr und ÖPNV. Die Straße wird dabei durch eine weiße Strichlinie auf der rechten Seite in eine „Kernfahrbahn“ und ei-nen Schutzstreifen unterteilt, welcher vorrangig dem Radverkehr zur Verfügung steht. Ein Überholen des Radfahrers ist in der Regel nur unter Ausweichen in die Gegenrichtung mög-lich. Nur Lastwagen und Busse dürfen diese Leitlinie regulär überfahren. Ein Parken und Halten auf dem Schutzstreifen ist für den Kfz-Verkehr verboten.
  • Radfahrstreifen/Radweg: Der Radverkehr befährt die Straße auf einer eigenen Radverkehrsanlage. Ist diese auf der Straße durch einen durchgehenden weißen Strich von der restlichen Fahrbahn abgegrenzt, handelt es sich um einen Radfahrstreifen. Wird der Radverkehr im Gehwegbereich auf einer eigenen Fläche (z. B. rot eingefärbt) geführt, handelt es sich um einen Radweg. Ein Parken und Halten für den Kfz-Verkehr ist in beiden Fällen verboten.

Wie können Sie sich im Planungsprozess einbringen?

Bereits im Juni 2018 führte wir gemeinsam mit der Landeshauptstadt Dresden eine Bürgerbeteiligung zu dem Vorhaben durch. In der Bürgerversammlung stellten wir mit dem beauftragten Planungsbüros die Vorplanungen zum Verkehr und die freiraumplanerische Begleitplanung vor und diskutierten sie mit über 100 Interessierten. Im Mittelpunkt standen die Ziele des Vorhabens und die Fahrbahnaufteilung.

Es folgten weitere Gespräche mit Akteuren vor Ort. Wichtige Themen waren:

  • die Erhöhung der Radverkehrssicherheit durch eine andere Radverkehrsführung,
  • die Reduzierung des Durchgangsverkehrs,
  • eine Verkehrsberuhigung und
  • die Aufwertung des Geschäftsbereiches.

Auf Grundlage der Hinweise aus diesen Bürgerbeteiligungen wurden verschiedene Radverkehrsführungen und Lösungen für den Geschäftsbereich geprüft. Das Ergebnis der Vorplanung wurde im Juni 2019 im zuständigen Fachausschuss des Stadtrates (Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr, Bau und Liegenschaften) vorgestellt.
Mit dem Ziel einer Verbesserung der Radverkehrsführung und einer stärkeren gestalterischen Aufwertung des Geschäftsbereiches wurde die Vorplanung anschließend nochmals überarbeitet.

Nun liegen drei mögliche Varianten vor, zu denen interessierte Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung im Rahmen einer Onlinebeteiligung abgeben können.

Aktuelle Bürgerbeteiligung vom 6. Juli bis 2. August 2020

Vom 6. Juli bis 2. August 2020 können Interessierte erneut ihre Meinung zum aktuellen Stand der Planung abgeben. Aufgrund der Corona-Pandemie erfolgt die aktuelle Bürgerbeteiligung online. Im Beteiligungsportal der Stadt Dresden finden Sie umfassende Informationen, Sie können Fragen an die Planer stellen und über Ihre Vorzugslösung abstimmen.

Die Ergebnisse der Onlinebeteiligung werden anschließend im Fachausschuss und im Stadtbezirksbeirat Klotzsche vorgestellt.

Wann soll der Ausbau beginnen?

Eine Baumaßnahme dieser Größenordnung ist mit einem mehrjährigen Planungsvorlauf und der Notwendigkeit zur Durchführung eines formellen Planverfahrens verbunden. Aus diesem Grund erfolgten 2019 Arbeiten zur Instandhaltung der bestehenden Gleisanlagen, um die Befahrbarkeit bis zum Umbau sicherzustellen. Nach gegenwärtigem Stand planen die DVB mit einem Baubeginn ab 2026.

Aktuell erfolgen die Vorplanungen für die Verkehrs- und Freiraumplanung zwischen städtischen Fachämtern und den Dresdner Verkehrsbetrieben. Anschließend werden der Stadtbezirksbeirat Klotzsche und der Stadtrat über das Ergebnis entscheiden.

Ablauf eines formellen Planungsprozesses

Der formelle Planungsprozess gliedert sich in mehrere Stufen: In der Vorplanung werden verschiedene Planungsvarianten untersucht und dem Stadtrat vorgelegt. Die vom Stadtrat beschlossene Vorzugslösung wird im Rahmen der Genehmigungsplanung weiter konkretisiert und zur Bestätigung bei der Landesdirektion eingereicht. Mit Vorliegen des Planfeststellungsbeschlusses erfolgt die Ausführungsplanung, welche alle baurelevanten Details für die Vergabe und Durchführung der Baumaßnahme festlegt.

Welche Varianten standen zur Wahl?

Sie haben Fragen? Schreiben Sie uns an: verkehrsplanung@dvbag.de.


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