Freigabe der Lübecker Straße
27.03.2026 | Bauarbeiten
Es ist geschafft: Ab Samstag, den 28. März 2026, 3:30 Uhr können Sie mit der Straßenbahnlinie 12 wieder umsteigefrei von Striesen nach Leutewitz fahren – der als Ersatz eingerichtete Busverkehr entfällt. Die Freigabe des Verkehrsknotens in Altcotta sichert nun eine bessere Erreichbarkeit des Stadtteils und sorgt zusätzlich für die Entlastung der Hamburger Straße, an der seit dem 20. Februar 2026 gebaut wird. Zudem wurde die Straßenbahnhaltestelle Altcotta stadteinwärts komplett und stadtauswärts teilweise barrierefrei ausgebaut.
In den nächsten Wochen finden noch abschließende Arbeiten im Gehwegbereich statt, die aber ohne weitere Verkehrseinschränkung auskommen.
Wir bedanken uns für Ihre Geduld und wünschen gute Fahrt!
Weitere Informationen
Warum auf der Lübecker Straße gebaut wurde:
Seit dem 3. März 2025 wurde die Lübecker Straße zwischen Werkstättenstraße und Tonbergstraße als gemeinsames Projekt von der Landeshauptstadt Dresden, SachsenEnergie, Stadtentwässerung Dresden, uns (der DVB) und zwei Telekommunikationsunternehmen grundhaft ausgebaut. Das Baufeld umfasste auch die Einmündung Emerich-Ambros-Ufer sowie die Straßenbahnhaltestelle Altcotta.
Gemeinschaftsprojekt mit ambitioniertem Zeitplan
Eine besondere Herausforderung der Komplexbaustelle mit ambitioniertem Zeitplan bestand in der richtigen technologischen Abfolge aller Gewerke. So musste nicht nur der abschließende Gleisbau koordiniert werden, sondern vorher auch alle Arbeiten an Versorgungsleitungen für Trink- und Abwasser, Fernwärme sowie am Gas- und Stromnetz. So hat die SachsenEnergie im Zuge dieser Baumaßnahme den Grundstein dafür gelegt, dass der Fernwärmeausbau in Cotta bis nach Löbtau weitergehen kann und die Stadtteile künftig mit Fernwärme versorgt werden können. Aufgrund unvorhersehbarer Herausforderungen bei der Leitungsanpassung im Untergrund und der in diesem Jahr recht langen Frostperiode konnte der ursprünglich vorgesehene Fertigstellungstermin am 14. Februar 2026 nicht eingehalten werden. Kurzfristige Änderungen im Bauablauf sowie der verstärkte Einsatz der Bauleute reduzierten die Verspätung jedoch von anfangs fast drei Monaten auf nur noch sechs Wochen.
Ältestes Dresdner Straßenbahn-Gleisbett nach 85 Jahren erneuert
Nicht nur die Lübecker Straße, sondern auch die darauf liegenden Gleisanlagen der Straßenbahn hatten ihre Nutzungsdauer weit überschritten. Der Unterbau für die Schienen stammte tatsächlich noch aus den 1940er-Jahren. Er war mit Abstand das älteste und gleichzeitig technisch schlechteste Element in unserem Gleisnetz. Die Schienen selbst wurden 1977 verlegt und waren für einen sicheren Straßenbahnbetrieb verschlissen. Die Stromversorgung für die Straßenbahn wurde zuletzt 1969 modernisiert. Laufende Wartung und Pflege hielt die Anlage immer noch betriebsbereit, jedoch war für den sicheren Bahnbetrieb ein Ersatz zwingend erforderlich.
Straßenbahnhaltestelle Altcotta ist nun barrierefrei:
Das eigentliche Baufeld umfasste eine Länge von insgesamt 530 Metern. Zunächst mussten alle alten Elemente demontiert und der Straßenbereich tief genug ausgebaggert werden. Dann begann im Untergrund die Verlegung der neuen Versorgungsleitungen. Im Anschluss folgte der Aufbau des neuen Straßenbahngleises. Dafür hatten die Planer eine Kombination aus Querschwellen auf der Strecke und so genannter fester Fahrbahn für den Haltestellenbereich Altcotta gewählt.
Die Straßenbahnhaltestelle Altcotta wurde stadteinwärts komplett und stadtauswärts teilweise barrierefrei angelegt. Teilweise deshalb, weil im Einzugsbereich der Haltestelle Grundstückszufahrten liegen und der Bahnsteig dort abgesenkt werden musste. Die Haltestelle erhielt in beiden Richtungen elektronische Abfahrtstafeln, Sitzgelegenheiten und stadteinwärts einen neuen Fahrgastunterstand. In Richtung Leutewitz war dafür einfach zu wenig Platz. Allerdings steigen in diese Richtung nur sehr wenige Fahrgäste zu.
Für ausreichend Beleuchtung sorgen auf beiden Seiten energiesparende LED-Strahler. Im Zuge der Bauarbeiten wurde auch die Bahnstromversorgung erneuert. Zwischen Warthaer Straße und Werkstättenstraße ersetzen moderne Fahrleitungsmasten aus Metall jetzt die alten Betonmasten, die schon kritische Spannungsrisse aufwiesen. Im gesamten Baufeld wurde der Fahrdraht der Straßenbahn einschließlich aller Aufhängungen neu gezogen. Zum Schluss der Arbeiten erhielt die Lübecker Straße eine neue Fahrbahndecke. Die parallel verlaufenden Fußwege sowie die Straßenbeleuchtung waren ebenfalls Bestandteil des Projektes.
