Ergebnisse aus der Verkehrserhebung
07.04.2026 | Unternehmen
Mit dem „System repräsentativer Verkehrsbefragung“ (SrV) ermittelt die TU Dresden seit 1972 alle fünf Jahre neueste Mobilitätstrends. Die Studie bildet das Fundament für eine zukunftsorientierte Verkehrsentwicklungsplanung. Sie hilft vor allem dabei, Trends und Entwicklungen im Mobilitätsverhalten der Bevölkerung Dresdens und ausgewählter Städte im Umland zu erkennen und zu verstehen.
An der Befragung beteiligen sich die Landeshauptstadt Dresden, der Verkehrsverbund Oberelbe und wir, die DVB AG. Diese Zusammenarbeit ermöglicht fundierte und belastbare Aussagen zur Mobilität in der Landeshauptstadt und der Region.
Ergebnisse der Mobilitätserhebung SrV 2023
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Die jüngste Erhebung liefert aufschlussreiche Einblicke in das aktuelle Mobilitätsverhalten der Dresdner Bevölkerung und verdeutlicht signifikante Veränderungen im Vergleich zur vorherigen Erhebung im Jahr 2018. Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild der Verkehrsmittelwahl und unterstreichen Trends hin zu einer nachhaltigeren und vielfältigeren Mobilität.
Dominanz des Fußverkehrs und Rückgang des motorisierten Individualverkehrs
Das SrV 2023 zeigt, dass der Fußverkehr mit einem Anteil von 34 Prozent aller Wege die bedeutendste Rolle im Mobilitätsmix der Dresdnerinnen und Dresdner spielt. Dies unterstreicht die Bedeutung kurzer Distanzen und einer fußgängerfreundlichen städtischen Infrastruktur. Der Anteil der Wege, die mit dem motorisierten Individualverkehr (MIV) zurückgelegt werden, ist hingegen auf 29 Prozent gesunken. Dieser Rückgang ist ein deutliches Signal für eine veränderte Verkehrsmittelwahl und korrespondiert mit der berichteten Abnahme der Gesamtfahrleistung im Pkw-Verkehr trotz eines gleichzeitigen Anstiegs der Einwohnerzahl. Dies deutet auf eine effizientere Nutzung von Pkw oder die Verlagerung auf andere Verkehrsmittel hin.
Hoher Anteil des Umweltverbunds: ÖPNV und Fahrrad gewinnen an Bedeutung
Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und das haben hohe Anteile am Modal Split. Der ÖPNV wird nun für 21 Prozent aller Wege genutzt (ein Anstieg gegenüber 2018), was die Attraktivität und die wichtige Rolle des städtischen Nahverkehrsnetzes unterstreicht. Ebenso erfreulich ist der gestiegene, hohe Anteil des Fahrradverkehrs mit 16 Prozent. Dies spiegelt das wachsende Bewusstsein für umweltfreundliche Mobilität, Investitionen in die Radinfrastruktur und die steigende Beliebtheit des Fahrrads als alltagstaugliches Verkehrsmittel wider.
Veränderungen im Autobesitz und Führerscheinbesitz
Das SrV 2023 liefert auch interessante Erkenntnisse zum Autobesitz und Führerscheinbesitz in Dresden. Es zeigt sich ein Rückgang des Führerscheinbesitzes, insbesondere in der Gruppe der jungen Erwachsenen. Dies könnte auf veränderte Mobilitätspräferenzen, die Verfügbarkeit alternativer Mobilitätsangebote und gestiegene Kosten für den Autobesitz zurückzuführen sein. Parallel dazu ist ein Anstieg der Haushalte ohne eigenes Auto zu beobachten. Diese Entwicklung deutet auf eine Entkopplung von individuellem Autobesitz und Mobilität hin.
Sharing-Angebote als ergänzende Mobilitätsbausteine
Ein weiterer wichtiger Trend ist die wachsende Beliebtheit von Sharing-Angeboten wie Bike- und Carsharing. Diese flexiblen Mobilitätsoptionen ergänzen den klassischen Mobilitätsmix und bieten Alternativen zum eigenen Fahrzeug, insbesondere für gelegentliche Nutzungen oder in städtischen Gebieten mit guter Verfügbarkeit. Die steigende Nutzung von Sharing-Diensten trägt zur Reduzierung des individuellen Autobesitzes und zur effizienteren Nutzung vorhandener Ressourcen bei.
Implikationen für die städtische Verkehrsplanung
Die Ergebnisse des SrV 2023 liefern wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige Verkehrsplanung in Dresden. Die Stärkung des Fuß- und Radverkehrs, die Attraktivitätssteigerung des ÖPNV und die Förderung von Sharing-Angeboten sollten weiterhin zentrale Handlungsfelder sein, um die Ziele einer nachhaltigen und lebenswerten Stadt zu erreichen. Die Daten unterstreichen die Notwendigkeit, die Infrastruktur für den Umweltverbund weiter auszubauen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine umweltfreundliche Verkehrsmittelwahl attraktiv machen.
