Umweltspur am Flügelweg
17.08.2026 | Liniennetz
Ab dem 17. August 2026 wird am Flügelweg Richtung Altcotta dauerhaft eine Umweltspur eingerichtet. Der rund 400 Meter lange Abschnitt beginnt nach der Hamburger Straße und endet vor der Kreuzung Cossebauder Straße/Altcotta. Die Umweltspur soll bei den Linien 70 und 80 für mehr Fahrplanstabilität sorgen und Radfahrenden mehr Sicherheit bieten. Auch Einsatzfahrzeuge mit Sondersignal können diese Spur benutzen.
Das Aufbringen der weißen Markierung einschließlich der Aufschrift „BUS“ und des Fahrrad-Symbols wird durch eine Spezialfirma durchgeführt. Es dauert rund eine Woche. Die Arbeiten finden abschnittsweise im laufenden Verkehr statt und erfolgen überwiegend nachts.
Stadtratsbeschluss zum Verkehrsversuch
Im Sommer 2023 beschloss der Dresdner Stadtrat, der Einrichtung einer Umweltspur auf dem Flügelweg zunächst einen Verkehrsversuch voranzustellen. Dieser sollte den Nachweis der ÖPNV-Beschleunigung erbringen und Auswirkungen auf den motorisierten Individualverkehr (MIV) untersuchen. Schon im März 2024 wurde die Linienführung der Linien 70 und 80 über die Tonbergstraße „begradigt“, was im Vorfeld erste positive Fahrplaneffekte ergab.
Der anschließende Versuch von April bis Oktober 2024 bestätigte, dass die Umweltspur neben einer zusätzlichen Fahrzeitverkürzung vor allem zu einer Stabilisierung des Fahrplans führte. Gleichzeitig nutzten immer mehr Radfahrende die höhere Sicherheit der Umweltspur. Trotz der Ergebnisse wurde die dauerhafte Einrichtung der Umweltspur nach dem Einsturz der Carolabrücke zunächst verschoben. Die Fachleute wollten abwarten, ob sich Verkehrsverlagerungen hin zur Flügelwegbrücke ergeben. Das war nicht der Fall.
Anschließend folgten 2025 mehrmonatige Bauarbeiten auf der Lübecker Straße, was zu einer weiteren Verschiebung führte. Jetzt hat die Stadtverwaltung eine verkehrsrechtliche Anordnung zur dauerhaften Einrichtung der Umweltspur erteilt.
ÖPNV-Beschleunigung nachgewiesen
Der Versuch konnte für die Linien 70 und 80 eine Beschleunigung von durchschnittlich 35 Sekunden pro Fahrt und Linie in der Spitzenzeit nachweisen. Das allein genügt nicht, um einen Bus im Umlauf einzusparen. Dieses Ziel könnte nur im Zusammenspiel mit weiteren Maßnahmen, speziell auf der Linie 80, erreicht werden. Weitaus wichtiger für die rund 4.000 Fahrgäste, die täglich auf dieser Achse unterwegs sind, ist die Verlässlichkeit des ÖPNV-Systems. Bisher benötigten die Busse je nach Verkehrssituation zwischen Flügelwegbrücke und Altcotta ganz unterschiedliche Fahrzeiten. Mal kamen sie schnell durch, mal standen sie minutenlang im Stau. Durch die Umweltspur konnte diese Fahrzeitstreuung im Tagesverlauf um bis zu 40 Prozent reduziert werden. Das stabilisierte den Fahrplan, lies die Busse pünktlicher fahren und machte Umstiege zu anderen Linien weniger zur Glückssache.
Während des Versuches benutzten etwa 87 Prozent der Radfahrenden die Umweltspur. Vorher wurde ausschließlich im Autoverkehr mitgefahren oder sich der Gehweg mit Fußgängern geteilt. Beides hatte Unfallpotenzial. Die Umweltspur bot den Radfahrenden mehr Sicherheit. Im Untersuchungszeitraum gab es entlang der Umweltspur weder Unfälle noch Konflikte zwischen Bussen und Radfahrenden.
