Freigabe Lübecker Straße steht bevor: Straßenbahnlinie 12 fährt ab Sonnabend früh wieder nach Leutewitz
30.03.2026
Ab Sonnabend, dem 28. März 2026, 3:30 Uhr können Fahrgäste mit der Straßenbahnlinie 12 umsteigefrei von Striesen nach Leutewitz fahren. Damit kehrt die Straßenbahnlinie nach rund einjähriger baubedingter Umleitung wieder auf ihre Stammstrecke zurück und der als Ersatz eingerichtete Busverkehr entfällt. Die Verkehrsachse für den Autoverkehr wird schon am Freitagabend nach 18:00 Uhr freigegeben. In den nächsten Wochen finden abschließende Arbeiten im Gehwegbereich statt, die aber ohne weitere Verkehrseinschränkung auskommen. Die Gesamtkosten der Baustelle belaufen sich auf 9,1 Million Euro, der DVB-Anteil beträgt 6,9 Millionen Euro.
Gemeinschaftsprojekt mit ambitioniertem Zeitplan
Seit dem 3. März 2025 wurde die Lübecker Straße zwischen Werkstättenstraße und Tonbergstraße als gemeinsames Projekt von Landeshauptstadt Dresden, SachsenEnergie, Stadtentwässerung Dresden, Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) und zwei Telekommunikationsunternehmen grundhaft ausgebaut. Das Baufeld umfasste auch die Einmündung Emerich-Ambros-Ufer sowie die Straßenbahnhaltestelle „Altcotta“. Eine besondere Herausforderung der Komplexbaustelle mit ambitioniertem Zeitplan bestand in der richtigen technologischen Abfolge aller Gewerke. So musste nicht nur der abschließende Gleisbau koordiniert werden, sondern vorher auch alle Arbeiten an Versorgungsleitungen für Trink- und Abwasser, Fernwärme sowie am Gas- und Stromnetz. So hat SachsenEnergie im Zuge dieser Baumaßnahme den Grundstein dafür gelegt, dass der Fernwärmeausbau in Cotta bis nach Löbtau weitergehen kann und die Stadtteile künftig mit Fernwärme versorgt werden können. Aufgrund unvorhersehbarer Herausforderungen bei der Leitungsanpassung im Untergrund und der in diesem Jahr recht langen Frostperiode konnte der ursprünglich vorgesehene Fertigstellungstermin am 14. Februar 2026 nicht ganz eingehalten werden. Kurzfristige Änderungen im Bauablauf sowie der verstärkte Einsatz der Bauleute reduzierten die Verspätung jedoch von anfangs fast drei Monaten auf nur noch sechs Wochen.
Die Freigabe des Verkehrsknotens in Altcotta am Sonnabend sichert eine bessere Erreichbarkeit des Stadtteils und sorgt zusätzlich für die Entlastung der Hamburger Straße, an der jetzt ebenfalls gebaut wird.
Ältestes Dresdner Straßenbahn-Gleisbett nach 85 Jahren erneuert
Nicht nur die Lübecker Straße, sondern auch die darauf liegenden Gleisanlagen der Straßenbahn hatten ihre Nutzungsdauer weit überschritten. Der Unterbau für die Schienen stammte tatsächlich noch aus den 1940er Jahren. Er war mit Abstand das älteste und gleichzeitig technisch schlechteste Element im Gleisnetz der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). Die Schienen selbst wurden 1977 verlegt und waren für einen sicheren Straßenbahnbetrieb grenzwertig verschlissen. Die Stromversorgung für die Straßenbahn wurde zuletzt 1969 modernisiert. Laufende Wartung und Pflege hielt die Anlage immer noch betriebsbereit, jedoch war für den sicheren Bahnbetrieb ein Ersatz zwingend erforderlich.
Barrierefreie Straßenbahnhaltestelle „Altcotta“
Das eigentliche Baufeld umfasste eine Länge von insgesamt 530 Metern. Zunächst mussten alle alten Elemente demontiert und der Straßenbereich tief genug ausgebaggert werden. Dann begann im Untergrund die Verlegung der neuen Versorgungsleitungen. Im Anschluss folgte der Aufbau des neuen Straßenbahngleises. Dafür hatten die Planer eine Kombination aus Querschwellen auf der Strecke und so genannter fester Fahrbahn für den Haltestellenbereich „Altcotta“ gewählt.
Die Straßenbahnstation „Altcotta“ wurde stadteinwärts komplett und stadtauswärts teilweise barrierefrei angelegt. Teilweise deshalb, weil im Einzugsbereich der Haltestelle Grundstückszufahrten liegen und der Bahnsteig dort abgesenkt werden musste. Die Station erhielt in beiden Richtungen elektronische Abfahrtstafeln, Sitzgelegenheiten und stadteinwärts einen neuen Fahrgastunterstand. In Richtung Leutewitz war dafür einfach zu wenig Platz. Allerdings steigen in diese Richtung nur sehr wenige Fahrgäste zu.
Für ausreichend Beleuchtung sorgen auf beiden Seiten energiesparende LED-Strahler. Im Zuge der Bauarbeiten wurde auch die Bahnstromversorgung erneuert. Zwischen Warthaer Straße und Werkstättenstraße ersetzen moderne Fahrleitungsmasten aus Metall jetzt die alten Betonmasten, die schon kritische Spannungsrisse aufwiesen. Im gesamten Baufeld wurde der Fahrdraht der Straßenbahn einschließlich aller Aufhängungen neu gezogen. Zum Schluss der Arbeiten erhielt die Lübecker Straße eine neue Fahrbahndecke. Die parallel verlaufenden Fußwege sowie die Straßenbeleuchtung waren ebenfalls Bestandteil des Projektes.
