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Älteste Bergschwebebahn der Welt lädt zum Geburtstag ein: Feier zum 125-jährigen Jubiläum an der Bergstation

08.05.2026

Vor 125 Jahren, am 6. Mai, wurde die Dresdner Bergschwebebahn in Anwesenheit des Prinzen Friedrich August nur sechs Jahre nach der Standseilbahn feierlich eingeweiht. Bis heute verbindet sie die Stadtteile Loschwitz und Oberloschwitz und setzte als technische Meisterleistung wichtige Impulse für den Nahverkehr und die Entwicklung der zur Bauzeit noch nicht eingemeindeten Ortsteile.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) lädt zum großen Jubiläum am Sonnabend, 9. Mai von 10 bis 18 Uhr zu einer Geburtstagsfeier auf die Bergstation der ältesten Bergschwebebahn der Welt nach Oberloschwitz ein. Dabei gibt es unter anderem Sonderführungen im Maschinenhaus, Live-Musik und Unterhaltung für die ganze Familie. Für die Kulinarik ist das Schwebecafé gut gewappnet.

Bei angekündigt schönstem Wetter lädt auch die Aussichtsplattform auf dem Turm der Station zu einem großartigen Blick über Dresden ein. Alle Besucher, die an diesem Tag im Stil von 1901 gekleidet kommen, dürfen die Schwebebahn kostenfrei benutzen und werden später mit Foto im Treppenhaus der Bergbahnausstellung verewigt. An insgesamt zwölf Stationen können ab 9. Mai auch historische und technische Informationen per digitalem Audioguide abgerufen werden.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert: Innovation schon immer in Dresden zu Hause

Bei einem Pressetermin zeigte sich Oberbürgermeister Dirk Hilbert heute besonders froh über den guten Zustand der „alten Dame“ und dankte der Belegschaft, die die Bahn seit jeher weitgehend in Eigenregie und mit viel Herzblut in Schuss hält. „Die Schwebebahn ist ein Paradebeispiel dafür, dass Innovation schon immer in Dresden zu Hause war: Eugen Langen hat hier nur zwei Monate nach der Wuppertaler Bahn die erste Bergschwebebahn der Welt erbaut und bewies damit schon 1901, dass ÖPNV ein Motor der Stadtentwicklung und der technische Fortschritt in Dresden zu Hause ist. Auch heute sind moderne Technologien Innovationsträger in unserer Stadt, was die immer weiterwachsende IT-Industrie beweist. Nicht nur dank unserer Exzellenzuniversität genießt Dresden einen sehr guten Ruf als Ingenieur- und Forschungsstandort.“

Auch die DVB seien von Beginn an Träger von wichtigen Innovationen, so der Oberbürgermeister – „vom damals hochmodernen Hecht zu den heutigen modernen Fahrzeugen, über die CarGoTram und die einst längste Straßenbahn der Welt zum ersten Hybridbus in Europa. „Auch die Dresdner Combiborde und die intermodalen Verkehrsangebote in der MOBIwelt haben Maßstäbe gesetzt. Darüber hinaus erweist sich die DVB als Pionier bei der computergestützen Fahrzeugdisposition und Funktechnik. Erst vor kurzem haben wir gemeinsam eine Absichtserklärung zum autonomen Fahren unterzeichnet und sind damit auf dem Weg in die Neuzeit des ÖPNV.“ Nicht zuletzt beweise das technische Denkmal Schwebebahn aber auch, dass touristischer Wert und ÖPNV-Funktion zusammen funktionierten.

Highlight des internationalen Fremdenverkehrs und ÖPN-Verkehrsmittel

DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach dankte dem Oberbürgermeister für die Unterstützung beim Erhalt des bei Dresdnern wie ihren Gästen beliebten Verkehrsmittels. „Unsere Seilbahnen sind ein Highlight des internationalen Fremdenverkehrs. Über ihre touristische Nutzung hinaus haben sie aber auch heute noch eine ÖPNV-Funktion für die Anwohner der Stadtteile Weißer Hirsch und Oberloschwitz. Im Jahr 2025 haben wir auf der Schwebebahn 220.000 und auf der Standseilbahn 248.000 Fahrgäste befördert – Tendenz steigend.“

Damals wie heute erwiesen sich die Bergbahnen als wichtiger Motor der Stadtentwicklung, weil bis dahin noch nicht mit dem ÖPNV erreichbare Stadtviertel nun Anschluss an das Dresdner Zentrum erhielten. Hemmersbach hob dabei hervor, dass die Schwebebahn auch Vorreiter bei der Elektromobilität im ÖPNV war: Bereits seit 1909 wurde sie elektrisch angetrieben. Zur Talstation am Körnerplatz war die erste elektrische Straßenbahn bereits 1893 in Betrieb, kurz nach Eröffnung des Blauen Wunders. „Auch heute ist die DVB eng mit der Entwicklung der Elektromobilität in Dresden verbunden. Wir danken an dieser Stelle der Landeshauptstadt nochmals für die Unterstützung beim Erwerb weiterer 18 neuer Elektrobusse.“

Voll digitalisierter Betrieb

Dass die Entwicklung trotz des musealen Werts der Bahnen nie stehenblieb, beweist auch ihre Digitalisierung: Seit 2017 ist die Schwebebahn noch vor der Standseilbahn voll elektronisch gesteuert. DVB-Vorstand Lars Seiffert betonte, dass zwischen den Bergstationen beider Bahnen ein Wanderweg digital ausgewiesen sei – über die vielen markierten Wanderwege der Region hinaus.

Auch auf anderem Gebiet sind die denkmalgeschützten Verkehrsmittel auf der Höhe der Zeit: Dresden ist der einzige Ausbildungsstandort deutschlandweit für Betriebsleiter von Bergbahnen, auch im alpinen Bereich. Bis zur Ausbildung eines neuen Betriebsleiters hat diese Funktion derzeit Carsten Lauterbach inne, der die Ausbildung übernimmt und buchstäblich jede Schraube der Bergbahnen kennt. Er wies darauf hin, dass außer in Dresden nur sieben öffentliche Nahverkehrsunternehmen in Deutschland Seilbahnen betreiben – in Stuttgart, Freiburg im Breisgau, Baden-Baden, Heidelberg, Karlsruhe, Köln und Oberweißbach.

Für den jährlichen Betrieb fallen etwa 1,4 Millionen Euro Betriebskosten an. Im vergangenen Jahr kamen etwa 53.000 Euro Instandhaltungskosten hinzu. Der Betrieb ist dennoch annähernd kostendeckend, weil die Bergbahnen im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) als Sonderverkehrsmittel gelten und daher nur mit ÖPNV-Abonnements kostenfrei nutzbar sind. Das Deutschlandticket gilt nicht. Die Einzelfahrt kostet 5, ermäßigt 3 Euro. Für Berg- und Talfahrt fallen 7 Euro an. Familienkarten sind für 12 Euro erhältlich.

 

Zur Technik

Natürlich „schwebt“ die Schwebebahn nicht, sondern hängt an zwei voneinander unabhängigen aufgeständerten Fahrbahnträgern auf 33 bis zu 14 Meter hohen Stahlstützen. Über ein 390 Meter langes und 38 Millimeter dickes Stahlseil werden die beiden Wagen über eine Fördermaschine in der Bergstation bewegt. Diese wiegt 45 Tonnen und gilt als älteste Antriebsmaschine der Welt. Zudem ist die Konstruktion der Wagen-Fahrwerke weltweit einzigartig.

In fünfeinhalb Minuten Fahrzeit überwindet die Bahn eine Strecke von 274 Metern und einen Höhenunterschied von 84 Metern bei einer durchschnittlichen Steigung von 26 bis 40 Prozent. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 1,1 Metern pro Sekunde sind beide Wagen täglich von 9.30 bis 20 Uhr im 15-Minuten-Takt unterwegs und haben dabei eine Platzkapazität von 40 Personen je Wagen und Fahrt. Die Antriebsmaschinerie kann bei Führungen besichtigt werden, so auch am 9. Mai.

In 125 Jahren Betriebsgeschichte gab es übrigens kaum Störungen, abgesehen von drei Zusammenstößen mit zu hohen Lkws auf dem Veilchenweg in den Jahren 1932, 1998 und 2014. Die Bahn gilt als daher als sehr havariesicher und wird peinlich genau vom TÜV überprüft. Alle sechs Monate wird sie für zwei Wochen einer Revision unterzogen. Regelmäßig probt die Dresdner Feuerwehr die Höhenrettung aus den Fahrzeugen vom Boden aus.

 

Historischer Abriss

Die Geschichte der Schwebebahn reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die malerische Vorortgemeinde Loschwitz entwickelte sich damals zu einem beliebten Wohngebiet für Bürgertum, Adel und Künstler. Mit dem Bau der Loschwitzer Brücke entstand 1893 eine schnelle Verbindung nach Blasewitz und von da in das aufstrebende Dresden – zumal im gleichen Jahr die erste elektrische Straßenbahnlinie das damals noch nicht eingemeindete einstige Fischerdorf Blasewitz mit dem Dresdner Zentrum verband und kurz nach Eröffnung des Blauen Wunders auch den Körnerplatz erreichte. Der Bau der Standseilbahn 1895 steigerte die Attraktivität der Gegend zusätzlich, stellte sie doch eine Verbindung zum „Weißen Hirsch“ her.

Bald wuchs der Wunsch nach einer weiteren Erschließung mit Neubauten zu rentablen Preisen im Ortsteil „Schöne Aussicht“. Grundstücksbesitzer initiierten daher eine Zusammenarbeit mit der Continentalen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen Nürnberg, die sich die Patentrechte an einem einschienigen, in Wuppertal verwirklichten Hängebahnsystem von Eugen Langen gesichert hatte, und beantragte 1896 eine Konzession zur Erbauung einer entsprechenden Bergbahn. Nach einem Betreiberwechsel erhielt schließlich die Elektra AG 1899 die Baugenehmigung und errichtete die Schwebebahn trotz schwierigen Geländes in nur zweieinhalb Jahren.

Am 6. Mai 1901 wurde die Bahn feierlich eröffnet. Schon im ersten Jahr nutzten rund 385.000 Fahrgäste die rot lackierte Bahn, die auf Grund ihrer Antriebstechnik mittels eines maschinengetriebenen Zugseils als erste Bergschwebebahn der Welt gilt. Die Einweihungsfeier stieß auf großes überregionales Interesse, zumal ihr der damalige Prinz Friedrich August beiwohnte, der von 1904 bis 1918 letzter sächsischer König war.

Zunächst wurde die Schwebebahn mit Dampfmaschinen betrieben, deren Schornsteine in der heute noch charakteristischen turmartigen Bergstation verborgen waren. 1909 wurde auf elektrischen Betrieb umgestellt – übrigens wie auch bei der Standseilbahn, die sich seit 1906 ebenfalls im Besitz der Elektra AG befand. Wirtschaftliche Schwierigkeiten führten dazu, dass die Fahrgastzahlen bald zurückgingen.

1911 übernahm die Stadt Dresden beide Bergbahnen, die fortan von der Städtischen Straßenbahn betrieben wurden. In den 1930er Jahren erhielt die Schwebebahn ihren bis heute erhaltenen cremefarbenen Anstrich. 1941 wurde sie offiziell in „Schwebeseilbahn“ umbenannt. Die Luftangriffe auf Dresden überstand sie weitgehend unbeschadet und konnte bereits Ende Februar 1945 ihren Betrieb wieder aufnehmen.

In den ersten Jahrzehnten der DDR war die Situation der Schwebebahn das erste Mal schwierig. Wegen geringer Fahrgastzahlen kamen sogar Überlegungen zu einer Stilllegung auf. Aufgrund ihres hohen historischen Wertes – sie war nunmehr in ihrer Gesamtheit die älteste im Erbauungszustand erhaltene Bergschwebebahn der Welt – wurde die Bahn jedoch 1975 auf Anregung der DVB unter Denkmalschutz gestellt und ihr dauerhafter Erhalt beschlossen. Eine umfassende Rekonstruktion sicherte der Schwebebahn ab 1981 ihren Erhalt.

Eine zweite, noch umfangreichere Bauphase begann im Frühjahr 1984 und umfasste erstmals in der Geschichte der Schwebebahn den kompletten Neubau der Wagenkästen und den Austausch des Traggerüsts. Der Abtransport von dessen einzeln geschnittenen Stahlteilen per Hubschrauber bei klirrendem Frost im Januar 1987 blieb vielen Beteiligten in besonderer Erinnerung. Der Wiederaufbau verzögerte sich aufgrund der Mangelwirtschaft mehrfach, so dass erst Ende Juli 1989 die ersten Stützen wieder aufgestellt werden konnten. Auch hierbei kam zum Teil wieder der Hubschrauber für den Transport zum Einsatz. Erst im Mai 1991 war das historische Erscheinungsbild nach langjähriger Bauzeit wiederhergestellt.

Auch in den folgenden Jahrzehnten waren immer wieder umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten an dem historischen Denkmal notwendig. Im neuen Jahrtausend kam der Aufzug an der Bergstation hinzu, der zur Aussichtsplattform führt. Seit 2006 fährt die Bahn fahrerlos und kann aus Berg- oder Talstation ferngesteuert werden. 2017 wurde die gesamte Anlage digitalisiert.



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