35 Jahre Kinderstraßenbahn „Lottchen“
04.06.2026
Stadt Dresden und Dresdner Verkehrsbetriebe feiern ein einzigartiges Stück Kindheit auf Schienen
Das DVB-Maskottchen Leo, der Affenjunge Theo und das Löwenmädchen Layla kommen um die Ecke, als die 2a der Grundschule aus Ottendorf-Okrilla bereits an der Haltestelle Wallstraße steht. Die drei Comicfiguren zieren die Dresdner Kinderstraßenbahn, welche am 1. Juni, dem Internationalen Kindertag, ihr 35. Jubiläum feiert. Begrüßt wurde die Kinderstraßenbahn nicht nur von den Jungs und Mädchen, sondern auch von Jan Donhausen, Erster Bürgermeister und Beigeordneter für Bildung, Jugend und Sport und Lars Seiffert, DVB-Vorstand für Arbeitswelt & Fahrbetrieb.
Jan Donhauser, Erster Bürgermeister und Beigeordneter für Bildung, Jugend und Sport: „Das ‚Lottchen‘ steht seit vielen Jahren für einen sehr liebevollen Ort für Kinder und Jugendliche auf Schienen. Er eröffnet den Raum, um ihre Stadt auf eine interessante Weise zu entdecken. Ich danke allen, die diesen Bildungsort begleiten.“
Lars Seiffert, DVB-Vorstand für Arbeitswelt & Fahrbetrieb:
„Aktuell nutzen im Schnitt jährlich 3.200 Kinder und Jugendliche das Angebot der Kinderstraßenbahn bei etwa 120 Veranstaltungen. ‚Lottchen‘ ist weit mehr als eine Straßenbahn – sie begeistert seit Jahrzehnten Familien sowie Kinder- und Jugendgruppen und macht Dresden auf besondere Weise erlebbar. Als Dresdner Verkehrsbetriebe freuen wir uns, mit ‚Lottchen‘ einen Ort zu schaffen, an dem Kinder Gemeinschaft erleben und die Stadt aus neuer Perspektive entdecken können. Dieses Jubiläum zeigt, wie sehr die Kinderstraßenbahn Generationen miteinander verbindet.“
Seit 1991 gehört die Kinderstraßenbahn „Lottchen“ fest zum Dresdner Stadtbild und begeistert bereits seit Generationen Kinder, Familien und Gäste der Landeshauptstadt. Mit einem Sonderfahrttag feiern das Jugendamt der Landeshauptstadt Dresden sowie die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) das Jubiläum. Beide Partner sind heute Projektträger der Kinderstraßenbahn „Lottchen“. Während die DVB für die technische Betreuung, Wartung, Reparaturen des Tatra-Wagens sowie das Fahrpersonal verantwortlich sind, übernimmt das Jugendamt die pädagogischen Inhalte und die organisatorische Begleitung des Projekts.
Wo Lernen und Straßenbahn zusammenkommen
Die erste Fahrt der Kinderstraßenbahn „Lottchen“ fand am 11. Mai 1991 statt. Die Idee für die Kinderstraßenbahn geht auf einen Vorschlag des Theaterpädagogen Walter Henckel, des tjg. theater junge generation sowie der DVB zurück.
Benannt nach Erich Kästners berühmtem „Doppelten Lottchen“, verbindet die Kinderstraßenbahn seit Jahrzehnten spielerisches Lernen mit Mobilität, Kultur und Stadterlebnis. Ob Ferienfahrten, Weihnachtsprogramme, Stadtentdeckungstouren oder kreative Mitmachangebote – „Lottchen“ steht bis heute für Fantasie, Gemeinschaft und die Freude am Entdecken. So gab es in den vergangenen Jahren spezielle Angebote wie die Rathausrallye oder die Kinderrechte-Rundfahrt, bei der an Spielplätzen, Krankenhäusern oder Schulen vorbeigefahren wird und somit der Bezug zu den zehn wichtigsten Kinderrechten durch eine pädagogische Begleitung hergestellt wird.
Dritte Straßenbahn im Einsatz
Der aktuelle Tatra-Wagen ist mit ihren 36 Sitzplätzen die „dritte“ Kinderstraßenbahn, welche im Einsatz ist. Die ersten „Lottchen“ waren Straßenbahnen aus dem ehemaligen Waggonbau Gotha vom Typ ET57/EB57 und wurden 2010 durch den Tatra-Wagen ersetzt. Bis zu ihrer Verschrottung im Jahr 2024 war einer der Triebwagen Teil einer privaten Museumausstellung in Pirna. Durch die Nutzung der ehemaligen Triebwagen und Beiwagen, konnten bis zu 500 Kinder an einem Wochenende befördert werden.
Ein Wagen voller Geschichten
In 35 Jahren erlebte die Kinderstraßenbahn immer wieder besondere Momente.
Bereits im Dezember 1992 fuhr mit dem Zirkuselefanten Max aus dem Zirkus „Berolina“ einer der wohl spektakulärsten Fahrgäste in der Geschichte der Kinderstraßenbahn durch die Dresdner Innenstadt. Auch international war „Lottchen“ präsent – unter anderem beim 40. Internationalen Spielmobilkongress in Dresden 2012 mit Teilnehmenden aus sieben Nationen. Sie war Teil der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Erich Kästner im Jahr 1999 sowie Höhepunkt des 33. Evangelischen Kirchentages 2011.
