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Besucher gern gesehen - Eintritt frei: Dresdner Verkehrsbetriebe feiern 100 Jahre Straßenbahnhof Waltherstraße

07.10.2026

Am kommenden Sonnabend, dem 10. Oktober 2026, feiern die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr bei einem Tag der offenen Tür das 100. Jubiläum ihres Betriebshofes auf der Waltherstraße. Besucher und Fans sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei. Während der Veranstaltung wendet die Straßenbahnlinie 1 nicht im Betriebshof, sondern fährt ab Bahnhof Mitte über Friedrichstraße zur Waltherstraße und dann weiter über Schäferstraße, Bahnhof Mitte nach Prohlis. Zur Anfahrt kann neben der Linie 1 auch die Buslinie 68 genutzt werden. Diese hält ebenfalls direkt auf der Waltherstraße.      

Festbesucher erhalten einen exklusiven Einblick in Werkstätten, Technikbereiche und Freiflächen des Betriebshofes. Im Rahmen einer Fahrzeugschau werden Schienenschleifwagen, Fahrleitungsmesswagen oder spezielle Winterdienstfahrzeuge präsentiert. Das Team von DVB-Infrastrukturchef Sandro Zimmermann, das heute Hauptnutzer der Hallen ist, demonstriert den Gästen außerdem wie eine Fahrleitung für Straßenbahnen montiert wird oder wie die moderne Planung und Vermessung von Gleisanlagen funktioniert. „Angesichts unseres schmalen Budgets haben meine Kollegen und die Organisatoren vom DVB-Marketing gezaubert und mit wenig Aufwand ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt“, lobt Sandro Zimmermann. „So können wir trotz des Sparkurses den einst modernsten Dresdner Straßenbahnhof zum 100. Jubiläum ins verdiente Rampenlicht rücken. Jetzt wünschen wir uns möglichst viele Besucher.“

Programm und musikalische Umrahmung

Neben den Erkundungstouren durch den ehemaligen Betriebshof erwartet die Besucher auch ein musikalisches Bühnenprogramm. Der Dresdner Liedermachen Kay-Uwe Jahn präsentiert seine Songs ab 13:30 Uhr. Zuvor sorgen ein DJ und die DVB-Band - alles Mitarbeitende des Verkehrsunternehmens - für Stimmung. Gegen 15:00 Uhr hat der DVB-Chor seinen Auftritt, gefolgt von Gitarrist Nicolas Gohla. Kinder können derweil basteln und spielen oder sich mit „Bauameise Emil Emsig“, dem DVB-Baumaskottchen, an der Foto-Box ablichten lassen. An verschiedenen Ständen werden Speisen und Getränke angeboten. Wer nicht mehr stehen kann, findet passende Sitzgelegenheiten rund um die Bühne.

Mit historischen Fahrzeugen auf Sonderfahrt

Das Straßenbahnmuseum Dresden und der Oldie-Busverein sind am Sonnabend mit von der Partie. Von 10:15 Uhr bis 17:15 Uhr startet der historische Gotha-Zug direkt von der Waltherstraße immer halbstündlich zu einer Rundfahrt ins Stadtzentrum und zurück. Die Mitfahrt kostet für Erwachsene fünf und für Kinder drei Euro. Eine Familienkarte ist für zwölf Euro zu haben. Auch der älteste erhaltene Linienbus, der Büssing-NAG 900N mit Baujahr 1938, wird am Sonnabend im Einsatz sein. Das Dresdner Nahverkehrs-Original hat als mobile Kulisse schon in einigen Hollywood-Produktionen mitgewirkt. Jede Stunde können Gäste mit dem Filmstar eine kleine Runde um den Block drehen. Bei großem Andrang wird häufiger gefahren. Der Obolus zur Mitfahrt orientiert sich an den Preisen der Museums-Straßenbahn.        

Modernster Straßenbahnhof seiner Zeit

Der Straßenbahnhof Waltherstraße wurde am 5. Oktober 1926 nach lediglich einjähriger Bauzeit in Betrieb genommen und war seinerzeit der modernste Dresdner Straßenbahnhof. In sieben Stahlbetonhallen mit Oberlichtern aus Glas, die tagsüber für ausreichend Licht sorgten, konnten Bahnen auf 28 Abstellgleisen mit jeweils 80 Metern Länge geparkt werden. Neben den Abstellhallen und der Betriebswerkstatt fanden auf dem Gelände noch die Bahnhofsverwaltung, die Bekleidungskammer, die Unterrichtsräume der Fahr- und Schaffnerschule, die Werksküche sowie sechs Wohnhäuser Platz. Der Betriebshof Waltherstraße bildete mit dem ähnlich großen Betriebshof Trachenberge, weiteren Standorten in Tolkewitz, Mickten, Bühlau oder Naußlitz sowie einem Netz kleinerer Bahnhöfe über viele Jahre das Rückgrat der Dresdner Straßenbahn. Kein anderer Betriebshof lag jedoch so nah am Dresdner Stadtzentrum und hatte solch kurze Zufahrtwege, um Wagen in den Einsatz zu bringen oder nach Schicht wieder zu parken. Ein enormer Vorteil. Das änderte sich während des zweiten Weltkrieges. Durch die Stadtnähe war die Waltherstraße der am meisten von Bomben getroffene Dresdner Straßenbahnhof. Doch schon 1946 begann der Wiederaufbau des Betriebshofes, der seine wichtige Rolle bis zur Eröffnung des neuen Straßenbahnhofes in Gorbitz im Mai 1996 behielt. Seitdem wird das Gebäude überwiegend durch den DVB-Infrastrukturbereich genutzt und dient als Werkstatt sowie zur Abstellung von Einsatz- und Spezialfahrzeugen. Ganz aktuell wendet die Straßenbahnlinie 1 regulär im Betriebshof Waltherstraße, weil sie aufgrund der DB-Baustelle in Cotta nicht über die Hamburger Straße nach Leutewitz fahren kann.


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