Modernisierung der Informations- und Kommunikationstechnologien im ÖPNV
Schnellere, zuverlässigere und barrierefreie Fahrgastinformationen sowie ein innovatives und vernetztes Verkehrsangebot: Das wollen wir mit dem von der EU und dem Freistaat Sachsen geförderten MIKT-Projekt erreichen. MIKT steht für „Modernisierung der Informations- und Kommunikations-Technologien im Dresdner Nahverkehr“.
Dafür erneuern wir zentrale Systeme für Betrieb, Verkehr und Fahrgastinformation bei der DVB. Fahrzeuge, Infrastruktur und Leitstelle werden digital vernetzt, zukunftsfähige Kommunikations- und Datenplattformen eingeführt sowie die Fahrgastinformation weiterentwickelt. So können wir schneller auf Störungen reagieren, Abläufe effizienter gestalten und unsere Fahrgäste noch besser informieren.
Gemeinsam schaffen die Teilprojekte die Grundlage für einen leistungsfähigen und zukunftsfähigen Nahverkehr in Dresden.
Teilprojekt 1: Modernisierung von Bordrechnern, Funktechnik und Audiomanagement im Fahrzeug
Wir statten unsere Fahrzeuge mit neuen Bordrechnern sowie neuer Funk- und Kommunikationstechnik aus. Dadurch werden Fahrzeuge, Leitstelle und Fahrgastinformationssysteme noch besser vernetzt. Das ermöglicht einen schnelleren Datenaustausch, eine zuverlässigere Kommunikation und aktuellere Informationen für unsere Fahrgäste, insbesondere bei Störungen und Umleitungen.
Auf einen Blick:
- Neue Bordrechner als zentrale digitale Plattform im Fahrzeug
- Zeitgemäße Sprach- und Datenkommunikation
- Bessere Unterstützung des Fahrpersonals
- Schnellere und zuverlässigere Fahrgastinformationen
- Erneuerung des Audiomanagements in Fahrzeugen und Leitstelle
Ergebnis: Moderne Technik im Fahrzeug ermöglicht eine zuverlässige Kommunikation und bildet das digitale Rückgrat für Betrieb und Fahrgastinformation.
Teilprojekt 2: KI-gestütztes Störungsmanagement
Damit wir bei Störungen schneller und gezielter reagieren können, entwickeln wir datenbasierte Werkzeuge zur Unterstützung unserer Leitstelle. Betriebs-, Verkehrs- und Infrastrukturdaten werden dabei intelligent ausgewertet, um Auswirkungen von Störungen frühzeitig zu erkennen und passende Maßnahmen schneller einzuleiten.
Auf einen Blick:
- Datenbasierte Unterstützung der Leitstelle
- Analyse und Bewertung von Betriebsstörungen
- Schnellere Auswahl geeigneter Maßnahmen
- Stabilisierung des Betriebsablaufs nach Störungen
Ergebnis: Bei Verkehrsstörungen können schnellere und fundiertere Entscheidungen getroffen werden.
Teilprojekt 3: Fahrgastorientierte Kommunikation bei Umleitungen und Störungen
Wir verfolgen das Ziel, aktuelle, verständliche und einheitliche Informationen über alle Kanäle hinweg bereitzustellen. Dafür werden sowohl die technischen Hintergrundsysteme als auch die Anwendungen für unsere Fahrgäste weiterentwickelt und um neue Funktionen ergänzt.
Auf einen Blick:
- Erstellung und Verteilung von Informationen zu Störungen
- Unterstützung der Kommunikation bei Umleitungen und Betriebsabweichungen
- Grafische Darstellung geänderter Linienführungen
- Einheitliche Informationen über alle Informationskanäle hinweg
Ergebnis: Aktuelle und einheitliche Informationen zu Störungen, Umleitungen und Ersatzverkehren – über alle Kanäle hinweg.
Teilprojekt 4: Modernisierung unseres Fahrgastinformations-Hintergrundsystems
Das Fahrgastinformations-Hintergrundsystem bildet die technische Basis unserer Dynamischen Fahrgastinformationsanzeigen (DFI). Es verarbeitet und verteilt Echtzeitdaten und steuert die Anzeigesysteme an den Haltestellen. Im Rahmen des MIKT-Projekts erneuern wir dieses zentrale System, um Informationen künftig noch zuverlässiger und effizienter bereitzustellen.
Auf einen Blick:
- Modernisierung des zentralen Hintergrundsystems
- Steuerung der Dynamischen Fahrgastinformationsanzeigen (DFI)
- Bereitstellung konsistenter Echtzeitdaten für die Anzeigesysteme
Ergebnis: Fahrgäste erhalten aktuelle und verlässliche Echtzeitinformationen an den Haltestellen.
Teilprojekt 5: Relaunch der DVB-Website
Mit einer neuen Website schaffen wir eine barrierefreie und geräteübergreifende Plattform mit einer modernen Nutzungserfahrung – egal ob auf dem Smartphone, Tablet oder PC.
Auf einen Blick:
- Verbesserung von Bedienfreundlichkeit und Barrierefreiheit
- Integration aktueller Echtzeit- und Verkehrsinformationen
- Optimierung für mobile Endgeräte
Ergebnis: Eine responsive und barrierefreie Website, die auf allen Geräten optimal funktioniert und Fahrgästen relevante Informationen schnell und unkompliziert bereitstellt.
Teilprojekt 6: Erneuerung von veralteten Monitoren in Fahrzeugen
Wir werden veraltete Fahrgastmonitore in unseren Straßenbahnen tauschen. Ziel ist es, Fahrgästen aktuelle, verständliche und ansprechend aufbereitete Informationen direkt im Fahrzeug bereitzustellen. Die neuen Monitore ermöglichen eine verbesserte Darstellung von Linienverläufen, Umsteigeverbindungen, Störungsmeldungen und weiteren Fahrgastinformationen sowie die Integration neuer Informationsformate.
Auf einen Blick:
- Erneuerung veralteter Monitore in unseren Straßenbahnen
- Verbesserte Darstellung von Fahrgastinformationen und Störungsmeldungen
- Integration neuer Informationsformate und Darstellungsformen
Ergebnis: Moderne Fahrzeugmonitore stellen Fahrgastinformationen übersichtlich und verständlich dar.
Teilprojekt 7: Modernisierung unserer Datenarchitektur
Im Rahmen dieses Teilprojekts werden die Grundlagen für eine datenbasierte und intelligente Betriebssteuerung geschaffen. Ziel ist die Zusammenführung und Auswertung relevanter Betriebs-, Verkehrs- und Infrastrukturdaten, um die Leitstelle bei der Bewältigung von Störungen und Betriebseinschränkungen zu unterstützen. Durch den Einsatz von Analyse- und KI-Methoden sollen Auswirkungen von Störungen frühzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen schneller eingeleitet werden können.
Auf einen Blick:
- Aufbau einer zentralen Datenplattform für Betriebs- und Verkehrsdaten
- Zusammenführung von Echtzeit- und Historiendaten aus unterschiedlichen Quellsystemen
- Schaffung einer einheitlichen Datenbasis für Analyse- und KI-Anwendungen
- Verbesserung von Datenqualität und Datenverfügbarkeit
Ergebnis: Leitstelle, Fahrzeuge, Fahrgastzählsysteme, Lichtsignalanlagen und Fahrgastinformation greifen auf eine gemeinsame Datenbasis zu. Dadurch verbessert sich der Informationsfluss und die Basis für eine intelligente Betriebssteuerung wird geschaffen.
Teilprojekt 8: Einführung von V2X und C-ITS für eine vernetzte Verkehrsinfrastruktur
Was bedeuten die Abkürzungen V2X und C-ITS?
V2X ist eine Kommunikationstechnologie und steht für Vehicle-to-Everything. Dies bedeutet, dass ein Fahrzeug Informationen mit seiner Umgebung austauscht.
C-ITS steht für Cooperative Intelligent Transport Systems, also das gesamte Verkehrssystem, das diese Kommunikation nutzt.
Beide Systeme verbessern den Informationsaustausch zwischen ÖPNV und Verkehrssteuerung und sorgen somit für einen flüssigeren Verkehrsablauf.
Ziel ist die langfristige Sicherung der ÖPNV-Bevorrechtigung an Lichtsignalanlagen sowie die Einführung kooperativer intelligenter Verkehrssysteme (C-ITS). Dafür werden die Fahrzeuge mit C-ITS-On-Board-Units ausgestattet und Verfahren zur Fahrzeugortung sowie zur Kommunikation mit der Infrastruktur eingeführt. Die neuen Technologien ermöglichen einen präziseren und zuverlässigeren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen und Lichtsignalanlagen und schaffen die Grundlage für zukünftige V2X-Anwendungen. Gleichzeitig werden die technischen Voraussetzungen für ein ressourcenschonendes und energieeffizientes Fahren geschaffen.
Auf einen Blick:
- Einführung kooperativer Kommunikationsverfahren zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur
- Modernisierung der ÖPNV-Bevorrechtigung an Lichtsignalanlagen
- Schaffung der Grundlagen für zukünftige V2X-Anwendungen
Ergebnis: Durch den verbesserten Informationsaustausch zwischen ÖPNV-Fahrzeugen und Verkehrssteuerung können Abläufe effizienter gestaltet, Fahrzeiten stabilisiert und der Verkehrsfluss insgesamt verbessert werden.
Teilprojekt 9: Erweiterte Besetztgraderfassung
Wir werden die Erfassung der Fahrzeugauslastung auf weitere Fahrzeuge ausweiten. Ziel ist es, die aktuelle Auslastung in Fahrzeugen zuverlässig zu erfassen und diese Informationen sowohl für die Fahrgäste als auch für betriebliche Auswertungen nutzbar zu machen. Die gewonnenen Daten unterstützen eine bedarfsgerechte Angebotsplanung und ermöglichen die Bereitstellung von Auslastungsinformationen in der Fahrgastinformation.
Auf einen Blick:
- Ausweitung der Erfassung von Fahrzeugauslastungen auf weitere Fahrzeuge
- Bereitstellung von Auslastungsinformationen für Fahrgäste
- Unterstützung betrieblicher Auswertungen und Angebotsplanungen
Ergebnis: Ausgereifte Zählsysteme erfassen die Fahrzeugauslastung in Echtzeit und ermöglichen verlässliche Auslastungsprognosen für Fahrgäste und Verkehrsplanung.
Gesamtziel des Vorhabens
Das MIKT-Projekt macht den Dresdner Nahverkehr digitaler, zuverlässiger und vernetzter – zum Vorteil von Fahrgästen, Fahrpersonal, Leitstelle und allen Verkehrsteilnehmenden.
Mit der Umsetzung aller Teilprojekte werden Prozesse automatisiert, Informationen schneller bereitgestellt und Entscheidungen datenbasiert unterstützt.
Auf einen Blick:
- Digitales, vernetztes und zukunftsfähiges Verkehrsangebot
- Zuverlässigere und barrierefreie Fahrgastinformation in Echtzeit
- Verbesserter Datenaustausch zwischen Fahrzeugen, Infrastruktur und Leitstelle
- Schnellere Reaktionen auf Störungen durch automatisierte Prozesse
- Mehr Orientierung und Transparenz für Fahrgäste
- Bessere Unterstützung für Fahrpersonal und Leitstelle
- Effizientere Betriebssteuerung auf Basis einer einheitlichen Datenbasis
- Ressourcenschonender und wirtschaftlicherer Betrieb
- Verbesserter Verkehrsfluss durch optimierten Informationsaustausch
Förderung
Für das MIKT-Projekt reicht der Freistaat Sachsen 17,75 Millionen Euro Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) an die DVB aus.
