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Streifzug 2: Tradition und Villen am Elbhang in Loschwitz

Tariftipps

Für die Tour empfehlen wir eine Tageskarte für einen Erwachsenen und zwei Schüler bzw. eine Familientageskarte für zwei Erwachsene und max. vier Schüler bis zum 15. Geburtstag oder eine Kleingruppenkarte für bis zu fünf Personen für die Tarifzone Dresden. Damit können Sie bis 4 Uhr morgens flexibel mit allen Straßenbahnen, Bussen, S-Bahnen, Regionalzügen und den Elbfähren in Dresden fahren. Für die Tour benötigen Sie zusätzlich ein Bergbahnticket für eine Berg- und Talfahrt. Dieses Ticket gilt auf beiden Bergbahnen. Eine gültige (Familien-)Tageskarte für Dresden berechtigt Sie zum Erwerb eines ermäßigten Bergbahn-Tickets pro Person.

Inhaber einer (Familien-)Tageskarte für Dresden bezahlen pro Person nur den ermäßigten Tarif für die Bergbahntickets. Wochen- oder Monatskarte zum Normalpreis für Dresden gelten auch für die Bergbahnen. Montag bis Freitag ab 18 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen kann ein weiterer Erwachsener zum ermäßigten Bergbahntarif bei einem Monatskartenbesitzer mitfahren.

Unser Streifzug führt Sie durch zahlreiche Straßen am landschaftlich reizvollen Elbhang des Dresdner Stadtteils Loschwitz, insbesondere der Ortsteile Oberloschwitz und Weißer Hirsch. Dabei treffen Sie auf bekannte und weniger bekannte Sehenswürdigkeiten sowie repräsentative Villen von Dresdner Persönlichkeiten von gestern und heute.

Kurzbeschreibung

Karte vom zweiten Streifzug
  • Länge der Tour: ca. 4 km (alternativ 1,5 km)
  • Dauer der Tour: 2 bis 2,5 Stunden
  • Hauptroute: Körnerplatz – Talstation Schwebebahn – Bergstation Oberloschwitz – Sierksstraße – Tiedgestraße – Ulrichstraße – Grundstraße – Steglichstraße
    – Sonnenleite – Oskar-Pletsch-Straße – Plattleite – Collenbuschstraße – Friedensblick – Plattleite – Bergbahnstraße – Bergstation Standseilbahn – Talstation Standseilbahn – Körnerplatz
  • Festes Schuhwerk wird empfohlen. Die Tour ist nicht barrierefrei. Bitte beachten Sie die revisionsbedingten Schließzeiten der Schwebebahn und Standseilbahn.
  • Erreichbarkeit des Start- und Zielpunktes: Haltestelle Körnerplatz mit den Buslinien 61, 63 und 84/309 oder Haltestelle Schillerplatz mit den Straßenbahnlinien 6, 12 und der Buslinie 65 – kurzer Fußweg über das Blaue Wunder bis zum Körnerplatz

Wegbeschreibung

Körnerplatz – Bergstation Schwebebahn

Ihr Spaziergang beginnt am Körnerplatz in Loschwitz unweit des Blauen Wunders. Den Körnerplatz erreichen Sie mit den Buslinien 61, 63 oder 84/309. Von hier aus laufen Sie knapp 100 Meter die Pillnitzer Landstraße in stadtauswärtiger Richtung bis zur Talstation der Schwebebahn entlang.

Direkt neben der Talstation der Schwebebahn befindet sich die 1708 geweihte Loschwitzer Kirche (1). Der Ratszimmermeister George Bähr erbaute sie noch vor seinem berühmten Meisterwerk, der Dresdner Frauenkirche. Mit der 1898–1901 als erste Seilbahn ihrer Art errichteten Schwebebahn geht es hinauf nach Oberloschwitz. Bei einer Streckenlänge von 274 Metern überwinden Sie dabei einen Höhenunterschied von rund 84 Metern. Bevor Sie den Spaziergang fortsetzen, sollten Sie unbedingt mit dem Aufzug auf die Aussichtsplattform der Bergstation (2) fahren. Von dort aus bietet sich Ihnen ein einzigartiger Panoramablick über das Dresdner Elbtal bis hin zu den Tafelbergen der Sächsischen Schweiz. Technikinteressierte können auch gern das historische Maschinenhaus der Schwebebahn besichtigen.

Der Ortsteil Oberloschwitz entstand Ende des 19. Jahrhunderts, als der Hofbuchhändler Heinrich Warnatz die vormaligen Felder und die durch Reblausbefall aufgelassenen Weinberge aufkaufte und erschließen ließ. Interessant ist, dass bis 1945 der Ortsteil südlich der Grundstraße Schöne Aussicht genannt wurde. Ein Restaurant gleichen Namens mit sechs charmanten Zimmern und einem eindrucksvollen Weinkeller finden Sie auf der Krügerstraße 1.

Sierksstraße – Steglichstraße

Zu Beginn Ihres Weges durch die Sierksstraße kommen Sie an prächtigen alten Villen und Sommerhäusern (3) vorbei. Einst wohnten hier so bedeutende Dresdner wie der Maler Ludwig Richter (1803–84), der Münzgraveur Carl Reinhard Krüger (1794–1879) oder der Komponist und Kreuzkantor Rudolf Mauersberger (1889 –1971).

Wenn Sie die Wanderung abkürzen möchten, biegen Sie nach 200 Metern auf der linken Seite in den Oberen Ziegengrundweg ab. Für den direkten Weg zur Bergstation der Standseilbahn sollten Sie festes Schuhwerk tragen, die Strecke ist nicht barrierefrei. Je nachdem wie schnell Sie gehen, benötigen Sie ca. 15 bis 25 Minuten. Der Obere Ziegengrundweg führt Sie über mehrere Stufen und einen Waldweg hinab ins Tal. Nach wenigen Minuten erreichen Sie den Karl-Schmidt-Weg, dem Sie links bis zur Grundstraße folgen. Über den kleinen Häusern entlang der Grundstraße können Sie ein Foto vom Brückenviadukt der Standseilbahn aufnehmen. Mit ein bisschen Glück sehen Sie auch die beiden Wagen der Standseilbahn, die sich genau an dieser Stelle treffen. Nachdem Sie die Grundstraße überquert haben, führt der Sandweg nun wieder bergauf.

Unter dem Brückenviadukt der Standseilbahn hindurch, erreichen Sie nach wenigen Metern die Plattleite. Weiter bergauf folgen Sie diesem Weg, kreuzen die Weinleite und erreichen nach 180 Stufen die Bergbahnstraße. Von da geht es nach rechts direkt zur Standseilbahn. Alle Wanderer, die ihre Tour nicht abkürzen möchten, setzen den Weg durch die Tiedkestraße zur Alpenstraße fort. Dort betrieb der als Wegbereiter der modernen Fastentherapie bekannte Dr. Möller ab 1908 ein naturheilkundliches Sanatorium.

Kurz darauf gelangen Sie in die Ulrichstraße. Sie erinnert an die Dresdner Hofschauspielerin Pauline Ulrich (1835–1916), Deutschlands erste Professorin für Schauspielkunst. Im Haus Ulrichstraße 5 (4), dem ehemaligen Restaurant Schweizerei, sprach am 1. Mai 1890 der Mitbegründer der deutschen Sozialdemokratie August Bebel vor Hunderten von Arbeitern. Aus der Ulrichstraße heraustretend, kommen Sie auf die Grundstraße, die ein ganzes Stück vom heute zum Teil kanalisierten, in die Elbe mündenden Loschwitzbach Trille begleitet wird. Einst lagen sechs Mühlen an ihrem Lauf, zudem versorgte sie eine Silberschmelze mit Wasser.

Ihren Weg nehmen Sie nun weiter in die Steglichstraße hinein, die Sie bergauf zum ehemaligen Kurbad Weißer Hirsch führt. Der Name des Ortsteiles weist auf einstige Parforce-Jagden in der Dresdner Heide. 1686 erfolgte ein Eintrag im Weißiger Kirchenbuch: Kapellmeister Bernardi wird Besitzer und nennt seine Schenke Zum Weißen Hirsch. 1921, mit der Eingemeindung zu Dresden, wird dem seit 1872 in Villenkolonien aufgeteilten ehemaligen Rittergut und jetzigen Ortsteil die Benennung Kurort Weißer Hirsch Dresden zuerkannt. Später wird das Areal in Dresden – Bad Weißer Hirsch umbenannt. Anlass dafür gab das vorherrschende Reizklima, der Kurbetrieb u. a. im Sanatorium von Dr. Heinrich Lahmann sowie das Vorhandensein einer vermuteten Mineralquelle (Paradiesquelle).

Sonnenleite – Plattleite

Gehen Sie in die Sonnenleite. Das Haus Sonnenleite 9 (5) mit seinem schmückenden Mosaik gehörte einst dem sehr gefragten Architekten Wilhelm Kreis (1873–1955). Er baute u. a. das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden (1928–30) und rund 50 Bismarcktürme in ganz Deutschland. Wenige Meter weiter können Sie auf der Sonnenleite 15 nach telefonischer Voranmeldung den Skulpturengarten Weißer Hirsch (6) besuchen. Unmittelbar von der Sonnenleite zweigt die Straße An der Berglehne ab. Dort finden Sie An der Berglehne 18 mit der Villa Fuchsbau (7) ein Vorbild für das Tausendaugenhaus in Uwe Tellkamps Dresden-Roman Der Turm, der in diesem Stadtteil spielt. Durch die Oskar-Pletsch-Straße wandern Sie hinauf in die Stangestraße. Die dort 1888 erbaute Evangelische Kirche Weißer Hirsch (8) ähnelt der berühmten Kirche Wang im Riesengebirge.

An der Plattleite angelangt, können Sie noch einen Abstecher zum Zentrum des ehemaligen Kurorts Weißer Hirsch (9) machen. An der Bautzner Landstraße befand sich seinerzeit die wohl bekannteste der zahlreichen Kureinrichtungen, das Lahmann-Sanatorium. „NATURA SANAT – die Natur heilt“ war der Leitspruch des jungen Arztes, in dessen moderner naturheilkundlicher Anstalt wohlhabende Kurpatienten aus der ganzen Welt, darunter vom russischen Zarenhof und dem rumänischen Königshaus, Heilung von z. B. Atem-, Herz- und Kreislaufbeschwerden suchten. Über das vor einigen Jahren neu gestaltete Ortsteilzentrum mit ehemaligem alten und neuen Kurbad, den Lahmannring und die Collenbuschstraße führt der Abstecher weiter zum 1932 geschaffenen Aussichtspunkt (10), der nach dem Zweiten Weltkrieg den Namen Friedensblick erhielt, da die Einwohner von hier im Februar 1945 die Bombardierung des Stadtzentrums miterleben mussten. Zur Parkanlage gehört ein Obelisk, der an den sächsischen König Friedrich August II. erinnert, der 1854 bei einer Urlaubsfahrt in Bayern tödlich verunglückte.

Zurück zur Plattleite gelangt, werfen Sie als Nächstes einen Blick auf das Gebäudeensemble Plattleite 19–31 (11). Dabei handelt es sich um die Institutsgebäude und Sternwarte des Physikers Baron Manfred von Ardenne (1907–1997). Ardenne, der ein genialer Erfinder und emsiger Entwickler war, betrieb hier das einzige private Großforschungsinstitut der ehemaligen DDR.

Bergstation Standseilbahn – Körnerplatz

Ihr nächstes Ziel ist die Bergstation der Standseilbahn in der Bergbahnstraße. Unter der Adresse Bergbahnstraße 8 gelangen Sie zum Balkon Dresdens, dem Restaurant Luisenhof (12). Genießen Sie auf der frei zugänglichen Terrasse den fantastischen Blick über die Stadt und das Elbtal! Dem Aussichtspunkt direkt gegenüber liegt die Bergstation (13) der 1894–95 erbauten Standseilbahn. Von hier können Sie hinunter zum Körnerplatz fahren, dem Ausgangspunkt Ihrer Wanderung. Die schienengebundene eingleisige Bergbahn befördert Sie über eine Strecke von 547 Metern Länge. Dabei durchfahren Sie zwei Tunnel, überqueren einen Viadukt und überwinden einen Höhenunterschied von 95 Metern.

Unten angelangt, empfiehlt sich zum Ausklang Ihres Spaziergangs ein kleiner Bummel rund um den Körnerplatz und entlang der Friedrich-Wieck-Straße mit ihren zahlreichen Läden und Galerien. Unter der Hausnummer 10 finden Sie das Sterbehaus des Musikpädagogen Friedrich Wieck (1785–1873), Vater und Lehrer der berühmten Pianistin Clara Schumann. Hungrige finden auf dem weiteren Weg zur Elbe eine Einkehr. Wer ein Stück echte Dresdner Eierschecke bei einem Tässchen „Heeßn“ genießen will, ist im Café Wippler bestens aufgehoben.

Zurück am Körnerplatz stehen Ihnen wieder die Buslinien 61, 63 und 84/309 zur Verfügung. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Heimweg.

Die Ausarbeitung dieses Wandertipps erfolgte mit freundlicher Unterstützung von igeltour Dresden.

Fotos: Dresdner Verkehrsbetriebe AG


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