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Streifzug 19: Teiche, Wälder und höfische Jagdgebiete im Dresdner Norden

Tariftipp

Für die Tour empfehlen wir eine Tageskarte für einen Erwachsenen und zwei Schüler bzw. eine Familientageskarte für zwei Erwachsene und maximal vier Schüler bis zum 15. Geburtstag oder eine Kleingruppenkarte für bis zu fünf Personen für die Tarifzone Dresden. Damit können Sie bis 4 Uhr morgens flexibel mit allen Straßenbahnen, Bussen, S-Bahnen, Regionalzügen und den Elbfähren in Dresden fahren.

Am Rande von Dresden, in seinem nördlichsten Stadtteil, beginnt unser Streifzug in Weixdorf. Die Ortschaft liegt bereits außerhalb des Elbtals und grenzt südöstlich an das große Waldgebiet der Dresdner Heide. Im Nordosten erstreckt sich die Westlausitz. Die zahlreichen Teiche im Umkreis speist der Lausenbach und gab dem Gebiet den Beinamen Lause. Erkunden Sie mit uns die ländliche, wasserreiche Gegend und genießen Sie dabei die idyllische Natur entlang Ihres Weges. Sie wandern über den Sauerbusch nach Langebrück, durch die Dresdner Heide zum Silbersee und durch den Prießnitzgrund bis zu unserem Ziel Klotzsche.

Kurzbeschreibung

Karte Streifzug 19
Karte vom 19. Streifzug
  • Länge der Tour: insgesamt 13 km (die Tour kann nach 10 km abgekürzt werden)
  • Dauer der Gesamttour: ca. 4 Stunden
  • Hauptroute: Weixdorf – Lausa – Leumberg – Ortsgrenze Langebrück – Sauerbusch – Lausaer Saugarten – Dresdner Heide – Silbersee – Prießnitzgrund – Klotzsche
  • Festes Schuhwerk wird empfohlen. Die Tour ist nicht barrierefrei.
  • Erreichbarkeit des Startpunktes: Haltestelle Weixdorf (Straßenbahnlinie 7)
  • Rückfahrtmöglichkeiten: Haltestelle Zur Neuen Brücke (Straßenbahnlinie 7 und Buslinien 70, 78, 80)

Wegbeschreibung

Von Weixdorf nach Lausa

Sie beginnen den Streifzug an der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 7 in Weixdorf. Die Ortschaft Weixdorf ist im Laufe der vergangenen einhundertfünfzig Jahre durch Zusammenschluss der fünf Dörfer Lausa, Friedersdorf, Weixdorf, Gomlitz und Marsdorf entstanden. Obwohl schon im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt, blieben die Dörfer lange unbedeutend. Erst nach dem Bau der Eisenbahnstrecke von Klotzsche nach Königsbrück im Jahr 1884 siedelten sich kleinere Gewerbebetriebe an. Die Bauerndörfer wurden zu Arbeiterwohngemeinden für die Klotzscher und Dresdner Betriebe.

Gehen Sie an der Endhaltestelle wenige Meter zurück, um dann nach links in die Rathenaustraße einzubiegen. Ihr Weg führt Sie über die eben erwähnte Eisenbahnstrecke zum Großteichdamm. Auf der rechten Seite haben Sie Blick auf eines der traditionsreichsten Naturbäder Dresdens – die Badestelle Weixdorf am Großteich (1).

Seit 1906 kommen Naturliebhaber und Wasserratten an dem 1560 künstlich angestauten Teich auf ihre Kosten. Schon Erich Kästner und der Komponist Hans Hendrik Wehding haben hier ihre Freizeit verbracht. Ein besonderes Highlight sind die original restaurierten Umkleidekabinen, die auf eine Reise in eine längst vergangene Zeit einladen. Unterhalb des Großteichs befinden sich auf der linken Seite der Obere und Untere Mittelteich sowie der Mühlteich. Biegen Sie nach links in den alten Dorfkern von Friedersdorf ein und laufen Sie an den einst zur Fischzucht genutzten Teichen entlang. Einige Häuser des einstigen Bauerndorfes sind erhalten geblieben und stehen heute unter Denkmalschutz. 1879 wurde Friedersdorf in das bedeutendere Lausa eingemeindet.

Nach einem Kilometer erreichen Sie die Königsbrücker Landstraße und das historische Zentrum von Lausa. Es ist der älteste Ortsteil von Weixdorf und besaß wegen seiner günstigen Lage und der Pfarrkirche mit Friedhof eine Vorrangstellung. Der Ortsname ist sorbischen Ursprungs und kann mit Sumpf oder Pfütze übersetzt werden. Die vielen sumpfigen Flächen und Teiche waren damit Namensgeber für Lausa. Gegenüber entdecken Sie die protestantische Lausaer Kirche (2).

Vermutlich entstand eine erste Kirche schon im 12. Jahrhundert, wurde nach einem Angriff durch die Hussiten 1429 jedoch zerstört. Der jetzige Kirchenbau stammt aus dem 17. Jahrhundert. Von 1811 bis 1850 wirkte hier der Pfarrer Samuel David Roller, weshalb sich auch der Name Pastor-Roller-Kirche eingeprägt hat. In Wilhelm von Kügelgens „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“ findet Roller literarische Erwähnung. Auf dem alten Friedhof finden Sie zahlreiche kunstgeschichtlich wertvolle Grabmäler der adligen Schlossherren und Damen des nur wenig entfernten Hermsdorfes.

Über den Leumberg zum Sauerbusch

Ihr Weg führt weiter nach rechts zur Bergsiedlung, eine Wohnsiedlung im skandinavischen Stil. Hinter den rotbraunen Holzhäuschen mit weißen Fensterrahmen geht die Straße in einen Feldweg über, der Sie über leicht hügeliges Wiesenland führt. Bleiben Sie kurz stehen und genießen Sie die Aussicht. Im Norden lässt sich der 413 Meter hohe Keulenberg – der markanteste Punkt des Westlausitzer Höhenzuges – gut erkennen. Etwa sechshundert Meter nach dem Ende der Siedlung erreichen Sie einen Hang, dessen rechte Seite mit alten Eichen (3) gesäumt ist. Solche Eichenalleen dienten früher der natürlichen Begrenzung von Weideland und noch heute grasen in der Senke darunter Rinder in der Tradition alter Hutungen. Über dem Wald im Westen ragen die Hallen der Elbe Flugzeugwerke hinaus.

Sie folgen dem Feldweg weiter nach Osten und zweigen nach rechts ab. Sie kommen auf eine Wiese mit einem dahinterstehenden Heckenrain zu und gehen nach links. Sie erreichen, kaum auffallend, den höchsten Punkt dieses Streifzugs, den 223 Meter hohen Leumberg (4) mit Blick in die Westlausitz im Norden. Wandern Sie weiter und biegen Sie in den ersten mit Hecken gesäumten Weg nach rechts ein. Sie gehen an Feldern entlang und haben zu Ihrer linken Seite bald Sicht auf die Dorfkirche von Langebrück, eine der ältesten Kirchen in der Gegend. Die Ortschaft Langebrück fand 1288 erstmals urkundliche Erwähnung. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wohnten in Langebrück nur Bauern und Häusler. Nach 1862 erfolgte der Baubeginn für neue Ortsteile beiderseits der im Jahr 1845 eingeweihten Bahnlinie von Dresden nach Radeberg. Während der Gründerzeit entstanden im Oberdorf aufwendige Villen und Landhäuser, die zahlreiche Sommergäste aus Dresden anlockten. Nach Langebrück zog es vor allem Künstler, Schriftsteller, Ärzte und Wissenschaftler. Zeitweilig trug das seit 1999 zu Dresden gehörende Langebrück sogar den Titel eines Kurbades.

Bleiben Sie außerorts von Langebrück. Sie kommen an einem von Eichen und Weiden umsäumten Teich (5) vorbei und biegen in die Klotzscher Straße nach rechts ein. Nach etwa zweihundertfünfzig Metern gehen Sie nach rechts und passieren Wohnhäuser, die früher Bahnhäuser waren.

Folgen Sie dem Weg, der parallel zu den Bahngleisen der heutigen Strecke von Dresden nach Görlitz verläuft und Sie erreichen den nördlichsten Teil der Dresdner Heide, den Sauerbusch (6). Einst durchzogen zahlreiche Gräben das ehemals feuchte Waldgebiet. Heute sammelt sich nur noch selten Wasser in dem Grabensystem. Teile des Sauerbuschs, auch als Lausaer Holz bezeichnet, waren Gutswald des Rittergutes Hermsdorf.

Verlassen Sie etwa fünfhundert Meter nach Waldbeginn den parallel zur Eisenbahntrasse verlaufenden Weg nach rechts. An der Kreuzung wählen Sie den grün markierten Weg, der halb rechts vor Ihnen liegt. Einige Meter vor der erkennbaren hochgelegenen Eisenbahnstrecke von Königsbrück nach Klotzsche kommen Sie auf ein Wegedreieck zu, in dessen Mitte unter Bäumen ein Gedenkstein für den Lausaer Saugarten (7) steht. Der Saugarten ist einer von vier historischen Wildgehegen in der Dresdner Heide. Diese dienten der Haltung eingefangener Wildschweine, die im Rahmen der höfischen Jagden wieder freigelassen wurden. Er umfasste eine Fläche von 0,42 Hektar und war mit Mauern und Zäunen umgrenzt. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts verfiel er und wurde abgerissen. Die Steine wurden 1869 für den Wiederaufbau des abgebrannten Dorfes Klotzsche verwendet.

Durch die Dresdner Heide

Vom Denkmal gehen Sie nun fünfzig Meter zurück und folgen einem schmalen Weg nach rechts, der mit einem unscheinbaren Wegweiser „Heidehof, Hofewiese“ gekennzeichnet ist. Der mitunter etwas sandige Pfad führt Sie zu einem gelb-Strich markierten Weg, den Sie nach rechts in Richtung Langebrück entlanglaufen. Sie unterqueren die Eisenbahnstrecke von Dresden nach Görlitz, laufen links parallel zu dieser und biegen nach rund dreihundert Metern nach rechts ab. Am westlichen Ortseingang von Langebrück queren Sie die Langebrücker/Dresdner Straße und setzen Ihre Wanderung auf dem gelb markiertem Weg fort.

Nun sind Sie in Dresdens größtem Wald, der Dresdner Heide, angelangt. Mit rund 52 Quadratkilometern ist das beliebte Naherholungsgebiet eines der größten Stadtwälder Deutschlands. In dem ehemals kurfürstlichen Jagdgebiet wurden neben Rot- und Schwarzwild früher auch Wölfe und Bären erlegt, der letzte im Jahr 1612. Noch bis ins 18. Jahrhundert wurde an verschiedenen Stellen nach Gold und Silber gesucht.

Nach reichlich zweihundert Metern führt Sie der gelb markierte Weg nach rechts und Sie wandern durch einen typischen Mischwald der Dresdner Heide zum Silbersee (8). Der Silbersee ist eine ehemalige Sandgrube, die einst auch Schießteich hieß, was auf die Jagd von Wasservögeln schließen lässt. Hier ist ein schöner Ort, um eine Pause zu machen.

Der gelb markierte Weg führt Sie zunächst am See entlang und dann von seiner Westseite weiter durch den Wald. Wenn Sie den Streifzug nach zehn Kilometern abschließen möchten, gelangen Sie über die Langebrücker Straße und durch die Eisenbahnunterführung nach achthundert Metern zum Käthe-Kollwitz-Platz an der Königsbrücker Landstraße. Hier können Sie an der gleichnamigen Haltestelle mit der Straßenbahnlinie 7 oder den Buslinien 70 und 80 nach Hause fahren.

Möchten Sie weiterwandern, führt Sie der Streifzug noch drei Kilometer durch die schöne Dresdner Heide. Biegen Sie dafür etwa zwanzig Meter vor der Langebrücker Straße nach links ab. Der unmarkierte Weg führt Sie vorbei an den Abzweigen „Alte 1“ und „Alte 2“. Sie gehören zu einem im 16. Jahrhundert angelegten Wegesystem, das zur Orientierung bei höfischen Jagden in der Dresdner Heide diente. Die historischen Markierungen – rote Symbole, Buchstaben und Ziffern auf weißem Untergrund – wurden bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert im Sichtabstand durch Zeichenschneider in den Stamm geeigneter Bäume eingeschnitten. Heute werden sie auf den Stamm aufgemalt, vorrangig an den Kreuzungspunkten der Wege. Insgesamt sind etwa 1.000 Zeichen im gesamten Stadtwald zu finden.

Der Prießnitz entlang nach Klotzsche

Fünfzig Meter nach der „Alten 2“ – an einer Fünf-Wege-Kreuzung – nehmen sie einen etwas nach links führenden Weg, der in einen Hohlweg übergeht und auf einen breiten Weg mit rot-Punkt-Markierung führt. Diesem folgen Sie nach rechts. Links Ihres Weges im Tal fließt die Prießnitz (9), der mit rund 25 Kilometern Länge bedeutendste Wasserlauf der Dresdner Heide. Sie entspringt im Rossendorfer Teich und mündet am Diakonissenkrankenhaus in die Elbe. Aus dem Slawischen übersetzt bedeutet der Name Birkenwasser. Auch wenn die Prießnitz von Ihrem Wanderweg aus kaum zu sehen ist, hat sich der Bachlauf unter Ihnen durch eine Granodioritplatte Durchbruch verschafft und sogar einen Wasserfall gebildet.

Im Kreuzungsbereich mehrerer Wege kommen Sie zu einem Rastplatz aus großen Stämmen. Rechts davon gehen Sie den Nesselgrundweg aufwärts, unterqueren die Eisenbahnbrücke und erreichen Klotzsche. Bereits 1845 stand hier schon eine Brückenkonstruktion als Holztragwerk auf Steinsockeln und 1853 eine dreibogige Gewölbebrücke als Viadukt. Von der Eisenbahnanbindung profitierte das einstige Dorf. Auf vorherig königlichem Besitz wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Villen und Kureinrichtungen errichtet und der neugeschaffene Ortsteil fortan als Königswald bezeichnet. Auf dem Nesselgrundweg können Sie ein paar dieser Villen (10) entdecken. Klotzsche verzeichnete 1935 schon zehntausend Einwohner und erhielt das Stadtrecht – auch unter dem Einfluss der militärischen Bedeutung durch vorhandene Kasernen und den Flugplatz. Seit 1950 gehört Klotzsche zur Stadt Dresden.

Nach wenigen Metern erreichen Sie die Königsbrücker Landstraße, in die Sie rechts einbiegen. Von der Haltestelle Zur Neuen Brücke gelangen Sie mit der Straßenbahnlinie 7 oder den Buslinien 70, 78 und 80 nach Hause. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Heimweg.

Die Ausarbeitung dieses Wandertipps erfolgte mit freundlicher Unterstützung durch Herrn Dr. Jürgen Schmeißer: www.coaching-wandern.de

Fotos: Dr. Jürgen Schmeißer


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