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Streifzug 17: Im Dresdner Westen durch den Tännichtgrund zum Steinhübel

Tariftipp

Für die Tour empfehlen wir eine Tageskarte für einen Erwachsenen und zwei Schüler bzw. eine Familientageskarte für zwei Erwachsene und maximal vier Schüler bis zum 15. Geburtstag oder eine Kleingruppenkarte für bis zu 5 Personen für die Tarifzone Dresden. Damit können Sie bis 4 Uhr morgens flexibel mit allen Straßenbahnen, Bussen, S-Bahnen, Regionalzügen und den Elbfähren in Dresden fahren.

Der westliche Teil Dresdens ist von romantischen Tälern und kleinen Bauerndörfern geprägt. In den linkselbischen Ebenen bestimmte die Landwirtschaft, darunter Obst- und Weinanbau, das Bild der Region. Während sich die Dörfer nahe dem Stadtkern zu Wohnorten entwickelten, haben die Ortschaften am westlichen Stadtrand ihren ländlichen Charme bewahrt. Die Landschaft ist bis heute für Ausflüge und Erholung beliebt. Unser Streifzug lädt Sie auf eine Erkundungsreise in den reizvollen Dresdner Westen ein. Durch den Tännichtgrund führen wir Sie zum Stausee Oberwartha, erkunden mit Ihnen die Dörfer Unkersdorf und Steinbach und gelangen über die aussichtsreiche Erhebung Steinhübel in den Zschonergrund, bis wir unser Ziel in Pennrich erreichen.

Kurzbeschreibung

Karte mit Wanderroute
Karte mit Verlauf der Wandertour
  • Länge der Tour: ca. 12 km (die Tour kann in Unkersdorf oder in Steinbach abgekürzt werden)
  • Dauer der Gesamttour: ca. 4 bis 4,5 Stunden
  • Hauptroute: Niederwartha – Tännichtgrund – Oberwartha – Unkersdorf – Steinbach – Zschonergrund – Pennrich
  • Festes Schuhwerk wird empfohlen. Die Tour ist nicht barrierefrei.
  • Erreichbarkeit des Startpunktes: Haltestelle Haltepunkt Niederwartha (Buslinie 75)
  • Rückfahrtmöglichkeit: Haltestelle Pennrich, Gleisschleife (Straßenbahnlinie 7)

Wegbeschreibung

Durch den Tännichtgrund

Sie starten am Haltepunkt Niederwartha (1), den Sie mit der Buslinie 75 erreichen. Über die Elbe spannt sich hier die 2008 für den Autoverkehr fertiggestellte Schrägseilbrücke, die mit einer Spannweite von 192 Metern die längste Deutschlands in Verbundbauweise ist. Bevor Sie in den Tännichtgrund aufbrechen, empfiehlt sich für Technikinteressierte ein kurzer Abstecher zum Pumpspeicherwerk Niederwartha. Hierzu gehen Sie einige Meter zurück und zweigen nach links in die Straße Am Fährhaus ein. Über einen Rundweg können Sie eines der ersten leistungsfähigen Wasserkraftwerke seiner Art und die dazugehörige Umspannstation erkunden. Das Energieerzeugungswerk wurde von 1927 bis 1930 gebaut und verfügte zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme über eine Leistung von 120 Megawatt. Heute sind vier der sechs Maschinensätze stillgelegt. Das Werk dient nur noch als Reservebetrieb und wird beim Ausfall anderer Kraftwerke
genutzt. Für das Pumpspeicherwerk entstanden der obere und untere Stausee, die durch Rohrleitungen verbunden sind. Das Unterbecken, der Stausee Cossebaude, ist heute Dresdens größtes Freibad.

Zurück am Startpunkt gehen Sie zunächst die Weistropper Straße entlang und biegen dann in die Friedrich-August-Straße ein. Orientieren sich an der grün-Strich-Markierung. Nach kurzer Zeit erreichen Sie den Tännichtgrund (2), der zugleich die westliche Stadtgrenze Dresdens bildet. In mehreren der alten Steinbrüche wurde Ende des 19. Jahrhunderts Monzodiorit abgebaut. Das magmatische Tiefengestein ähnelt Granit und wird als Baustein verwendet. Die Mischwälder um den Tännichtgrund waren einst Jagdgebiet des sächsischen Hofes und werden vom nahe der Autobahnraststätte Dresdner Tor entspringenden Tännichtgrundbach durchflossen. Seinen ursprünglichen Verlauf hat der Bach bis heute fast vollständig erhalten können. Der Grund beherbergte einst zwei Wassermühlen, von denen die Tännichtgrundmühle an der Tännichtgrundstraße bis heute als Gebäude erhalten geblieben ist. Die Tännichtmühle dagegen brannte im Jahr 1872 nieder und wurde nicht wieder aufgebaut. Bekannt ist sie durch den „Teufelsmüller“ Andreas Reiff, dem ein Bündnis mit selbigem nachgesagt wurde. Durch Zauberei soll er dem Weistropper Pfarrer und den Anwohnern erheblich zugesetzt haben. In dieser Zeit erhielt die Mühle auch den Namen „Teufelsmühle“.

Folgen Sie dem Weg mit der grün-Strich-Markierung am Bachlauf entgegen der Fließrichtung. Mehrfach überqueren Sie nun den Bach auf Trittsteinen (3). Nach etwa zwei Kilometern zweigt der grün-Strich-Weg rechts nach Weistropp ab. Sie gehen jedoch weiterhin am Bach entgegen seiner Fließrichtung und folgen dem Weg mit der gelb-Punkt-Markierung durch den lichten Wald. Nach mehr als vier Wegkilometern ist rechter Hand eine Wiese in Sicht. Davor nehmen Sie einen Weg nach links aufwärts – ein unscheinbares Wegzeichen weist zum Stausee Oberwartha. Zunächst spazieren Sie zwischen Feldern eine Allee mit alten Obstbäumen (4) bis deren Ende entlang.

Von Oberwarha nach Unkersdorf

Überqueren Sie die Unkersdorfer Landstraße und biegen Sie nach rechts in einen Weg etwas abseits vom Ufer des Stausees Oberwartha (5) ein. Der Stausee ist der obere Wasserspeicher des Pumpspeicherwerks Niederwartha, hat eine Flächenausdehnung von 30 Hektar und ein Wasserspeichervolumen von 2,9 Millionen Kubikmetern. Um Energie zu erzeugen, stürzt das Wasser mit einer Fallhöhe von rund 143 Metern durch drei 1.760 Meter lange Rohre.

Biegen Sie am Ende des Stausees in einen schmalen Pfad weiter südlich in Richtung des Vorstaubeckens Rennersdorf ein. Westlich davon, zwischen Ackerfläche und Hain, führt Sie der Pfad zu einer abgegrenzten Anlage der Autobahnmeisterei, deren Zufahrtsweg parallel zur Autobahn A4 verläuft. Über die Brücke queren Sie die Autobahn auf die andere Seite. Durch landwirtschaftliche Flächen laufend, erreichen Sie bald Unkersdorf. 1974 wurde das bäuerlich geprägte Unkersdorf nach Gompitz und 1999 nach Dresden eingemeindet und ist somit der westlichste Siedlungsbereich der Stadt. Einige der alten Bauernhöfe sind erhalten geblieben.

Am Ortsbeginn nehmen Sie den linken, mit einem gelben Punkt markierten Weg. Sie kommen an einem kleinen Dorfteich, dem Schreiberteich, und an der Unkersdorfer Kirche (6) aus dem 14. Jahrhundert vorbei. Sie verfügt noch über romanisches Mauerwerk und Reste mittelalterlicher Wandbemalung. Der Streifzug führt Sie weiter durch das Dorf zu einer erneuerten Triangulationssäule (7). 1869 wurde das Original auf dem Steinhübel aufgestellt.

Möchten Sie die Tour nach den bis jetzt zurückgelegten sieben Kilometern abkürzen, gelangen Sie von hier mit der Buslinie 91 im Stundentakt (am Wochenende aller zwei Stunden) nach Gompitz oder Cotta.

Über den Steinhübel

Wenn Sie weitergehen, folgen Sie der gelb-Punkt-Markierung und spazieren auf einem von Sträuchern und Bäumen begrenzten Weg an Feldern entlang. Zunehmend erhalten Sie Sicht in Richtung Osten. Diese erreicht ihren Höhepunkt am Aussichtspunkt des Steinhübels (8). Mit 315 Metern ist der Steinhübel die höchste Erhebung Dresdens auf linkselbischer Seite. Bei gutem Wetter reicht die Sicht bis zu fünfzig Kilometer weit. Eine Richtungs- und Informationstafel gibt Aufschluss darüber, was Sie beim Blick aus Dresden hinaus sehen können: Den Keulenberg im Norden, den Valtenberg und die Berge des Elbsandsteingebirges im Osten, die Tafelberge von Zschirnstein und den Děčíner Schneeberg im Südosten, die Vorberge des Osterzgebirges Wilisch und Luchberg, den Geisingberg, das Kahleberggebiet und den Tharandter Wald im Süden.

Sie setzen den Weg fort, passieren den Sockel der einstigen Triangulationssäule (9) und erreichen die Alte Poststraße, in die Sie links einbiegen. Die von Birnen- und Kirschbäumen gesäumte Straße ist Teil der ehemaligen Wegstrecke zwischen dem Klosterhof Dresden-Leubnitz und dem Kloster Altzella bei Nossen. Schon im 13. Jahrhundert wanderten Mönche die zollfreie Verbindungsstrecke entlang, um Waren kostenfrei zwischen den zusammengehörigen Klöstern transportieren zu können. Nach etwa einem Kilometer erreichen Sie das 1361 erstmals urkundlich erwähnte Steinbach. Das „Dorf am steinigen Bach“ wurde von deutschen Siedlern gegründet. Drei und Vierseitenhöfe zeugen heute noch von Landwirtschaft und Obstanbau.

Möchten Sie Ihre Wanderung in Steinbach beenden, gelangen Sie wie in Unkersdorf mit der Buslinie 91 nach Gompitz oder Cotta.

Durch den Zschonergrund

Über die Hauptstraße unterqueren Sie die Autobahn A17, erreichen den Ortsausgang von Zöllmen und einen nach links abzweigenden Weg, der in den schönen Zschonergrund führt. Möchten Sie den Streifzug hier abschließen, gelangen Sie über die Grundstraße, Altnossener Straße und Oskar-Maune-Straße direkt zum Zielpunkt der Route – der Gleisschleife in Pennrich.

Folgen Sie dem Weg mit gelb-Punkt-Markierung in den vom Zschonerbach durchflossenen Grund. Nach zweihundert Metern kommen Sie an der Schulzenmühle (10) vorbei, die neben der Zschonermühle und der Weltemühle etwa aus dem 16. Jahrhundert stammt. Allen drei Wassermühlen wurde in ihrer frühen Geschichte das Mahlrecht entzogen, da in ihnen eine Bedrohung des Wildbestandes gesehen wurde und die Bauern zum Aufsuchen der kurfürstlichen Amtsmühlen gebracht werden sollten. Aller Widrigkeiten zum Trotz konnten die drei Wassermühlen bis heute baulich erhalten werden und avancierten im 19. Jahrhundert zu beliebten Ausflugslokalen (siehe auch Wanderflyer Streifzug 5 „Von Pennrich nach Briesnitz – durch den Zschonergrund“).

Hangaufwärts gelangen Sie nach Pennrich. Das ehemalige Rundlingsdorf war lange Zeit ländlich geprägt. Ab 1950, mit der Eingemeindung nach Gompitz und 1999 nach Dresden, verlor Pennrich langsam seinen landwirtschaftlichen Charakter und wuchs zur Vorstadtgemeinde heran.

Nach zwölf abwechslungsreichen Kilometern durch Täler und über Ebenen erreichen Sie den Zielpunkt unseres Streifzuges sowie die Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 7. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Heimweg.

Die Ausarbeitung dieses Wandertipps erfolgte mit freundlicher Unterstützung durch Herrn Dr. Jürgen Schmeißer: www.coaching-wandern.de

Fotos: Dr. Jürgen Schmeißer


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