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Streifzug 15: An der Elbe entlang ─ Vom Wasserwerk bis zum Putjatinhaus

Tariftipp

Für die Tour empfehlen wir eine Tageskarte für einen Erwachsenen und zwei Schüler bzw. eine Familientageskarte für zwei Erwachsene und maximal vier Schüler bis zum 15. Geburtstag oder eine Kleingruppenkarte für bis zu 5 Personen für die Tarifzone Dresden. Damit können Sie bis 4 Uhr morgens flexibel mit allen Straßenbahnen, Bussen, S-Bahnen und Zügen sowie den Elbfähren in Dresden fahren.

Einst bot die Elbe Fischern und Schiffsziehern Arbeit, war Grundlage für Transporte und die Ansiedlung von Industrie und reizte Adel und Bürgertum zum Bau von Villen in herausragender Wohnlage.

Die Schönheit der Landschaft ist bis heute unbestritten. Genießen Sie bei unserer Wanderung die Natürlichkeit des Flusslaufes, die Elbwiesen und die historischen Bauwerke entlang des Weges.

Kurzbeschreibung

  • Länge der Tour: ca. 9,5 km
  • Dauer der Gesamttour: ca. 3 Stunden
  • Hauptroute: Wasserwerk Tolkewitz – Laubegast – Elbe-Nebenarm an der Pillnitzer Elbinsel – Kleinzschachwitz
  • Festes Schuhwerk wird empfohlen. Die Tour ist barrierefrei, wenn der Elberadweg in erkennbarer Nähe des vorgeschlagenen Wanderweges genutzt wird.
  • Erreichbarkeit des Startpunktes: Haltestelle Wasserwerk Tolkewitz (Straßenbahnlinien 4 und 6)
  • Rückfahrtmöglichkeiten: Haltestelle Kleinzschachwitz, Freystraße (Straßenbahnlinie 2); Haltestelle Kleinzschachwitz, Fähre (Buslinie 88)

Wegbeschreibung

Vom Wasserwerk Tolkewitz zum Laubegaster Ufer

Wir starten unsere Tour an der Haltestelle Wasserwerk Tolkewitz (1), die Sie mit den Straßenbahnlinien 4 und 6 erreichen. Das Wasserwerk östlich des Stadtzentrums entstand von 1896 bis 1898 als zweites Wasserwerk Dresdens nach der Saloppe. Nach einer umfangreichen Erneuerung liefert es seit 2000 ungefähr zwanzig Prozent des Dresdner Trinkwasserbedarfs aus Grundwasser und Uferfiltrat.

Vom Kreuzungsbereich von Wehlener- und Tolkewitzer Straße gehen Sie auf der Wehlener Straße an der Vorderseite des Wasserwerkes vorbei, um an dessen Ostseite zu den Elbwiesen zu gelangen. Auf dem Weg zum Fluss nehmen Sie den querenden erdigen Weg. Er führt Sie – stets in der Mitte der Elbwiesen – nach rechts. Am gegenüberliegenden Elbufer erhebt sich der Wachwitzer Hang mit dem Fernsehturm (2). Er wurde zwischen 1964 und 1969 errichtet. Seine Gesamthöhe von 242 Metern, aber auch Lage und Form machen ihn zu einem markanten Wahrzeichen Dresdens. Der Turm wurde im Juni 1991 für die Öffentlichkeit geschlossen. Aktuell ist eine Wiedereröffnung im Gespräch, da vom Bund finanzielle Unterstützung für die umfangreiche Sanierung angekündigt wurde. Etwas links davon ist der ehemalige Königliche Weinberg gut zu erkennen, dessen wenige Hektar heute durch private Winzer bewirtschaftet werden. Das Schloss Wachwitz ragt mit seiner grünen Turmhaube aus den Bäumen des Wachwitzer Höhenparks hervor. Es wurde 1936/37 errichtet. Zum Ensemble des Wachwitzer Weinberges gehören auch die Königliche Villa, der Rhododendrongarten Wachwitz und zahlreiche Nebengebäude.

Der mittlere Elbwiesenweg führt Sie über eine kleine Brücke, mit der Sie den Niedersedlitzer Flutgraben (3) überqueren. Der kleine Wasserlauf leitet das Wasser des elf Kilometer langen Geberbaches in die Elbe. Gehen Sie weiter bis zum Laubegaster Ufer. Nach einem Kilometer erreichen Sie das elbwiesennahe Wohngebiet von Dresden-Laubegast an der Liehrstraße.

An der Elbe entlang

1408 wurde Laubegast erstmals urkundlich erwähnt. Das damalige Fischerdorf reizte im 19. Jahrhundert aufgrund seiner Lage viele Unternehmer, sich hier anzusiedeln. Damals entstanden zahlreiche Villengebäude am Laubegaster Ufer (4). So zum Beispiel auch die Hartmannsche Villa am Laubegaster Ufer 33. Das denkmalgeschützte Gebäude ist eines der wenigen erhaltenen Villen der Gründerzeit. Kurz darauf kommen Sie an dem Gedenkstein von Friederike Caroline Neuber (5) vorbei. Die Schauspielerin und Mitbegründerin des regelmäßigen deutschen Schauspieltheaters verbrachte ihre letzten Lebensmonate in Dresden. Sie verstarb im November 1760 in einem heute nicht mehr erhaltenen Nebengebäude des Volkshauses Laubegast, an dem Sie vorbeikommen, wenn Sie Ihren Weg an der Elbe fortsetzen. Der damalige  Dorfgasthof wurde 1889 zum Ballhaus umgebaut. Bis 1945, als auch nach dem zweiten Weltkrieg, fanden hier regelmäßig Konzerte und Tanzveranstaltungen statt. In den 70er Jahren wurde der Ballsaal renoviert und verlor dabei zum großen Teil seine historische Ausstattung. Die Räumlichkeiten wurden weiterhin für Kinovorführungen und als Diskothek genutzt. Nach einer kurzen Schließzeit nach der deutschen Wiedervereinigung, wurde das Gebäude 1998 saniert und mit einer Gaststätte, einem Sitz der Volkssolidarität sowie verschiedenen Büros und Wohnungen wiedereröffnet.

Setzen Sie Ihren Streifzug am Laubegaster Ufer fort. In der Ferne können Sie über der Elbe bereits die Berge des Elbsandsteingebirges und das Schloss Pillnitz auf der linken Seite erkennen. Nutzen Sie den großsteinigen Weg unterhalb der Asphaltstraße, um dem Fahrzeugverkehr und Radfahrern zu entgehen. Am Zaun der Werft gehen Sie hinauf. Entlang der Coselgasse, der Österreicher Straße und dem Kleinzschachwitzer Ufer kommen Sie an einem Autohändler und der Laubegaster Schiffswerft (6) vorbei. Die Werft entstand von 1895 bis 1898. Bis 1929 wurden hier die legendären Seitenraddampfer der Dampfschifffahrtsgesellschaft gebaut. 2005 wurde die Schiffswerft verkauft und in Schiffs- und Yachtwerft Dresden GmbH umbenannt. Noch immer werden hier u. a. die Schiffe der Sächsischen Dampfschiffahrt und unsere Fähren Caroline, Elbflorenz, Johanna sowie die Schloßfähre gewartet und repariert.

Hinter der Gaststätte „Elbterrasse Laubegast“ sehen Sie wieder die Elbe und nutzen den von der Straße abgehenden Fuß- und Radweg und überqueren den Lockwitzbach (7). Er entspringt in 570 Meter Höhe bei Oberfrauendorf und mündet nach zwanzig Kilometern Lauf hier in die Elbe. Wenige Meter später biegen Sie nicht in die abzweigende Meußlitzer Straße rechts ein, sondern nutzen links einen schmalen Pfad durch die Elbwiesen. Auf dem Wiesenweg können Sie bis zum Anleger der Fähre Kleinzschachwitz – Pillnitz gehen. Diese wurde 1721 eingerichtet und diente ausschließlich dem Transport des Hofstaates des Schloss Pillnitz. Erst ab 1849 durften auch die Dresdner die Fähre nutzen. Seit 1994 ist die Schlossfähre als kombinierte Wagen- und Personenfähre im Einsatz und damit Dresdens einzige Autofähre.


Auf dem Weg nach Kleinzschachwitz

Auf der gegenüberliegenden Elbseite sehen Sie linker Hand zunächst im flachen, ufernahen Bereich die Anlagen des Wasserwerkes Hosterwitz, einem Hans Erlwein-Bau, der von 1905 bis 1908 erbaut wurde. Dahinter unter der Hügelkette können Sie das Keppschloss (8) mit seinen Türmen erkennen. Der Bau am Ausgang des Keppgrundes entstand um 1750. Später ließ Graf Marcollini auf dem Landsitz des Grafen Brühl ein Lusthaus erbauen. Der heutige Bau im neogotischen Tudorstil geht auf einen Umbau in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts zurück. Zwischen Elbe und Hügelkette entdecken Sie die Kirche Maria-am-Wasser (9). Die eher an süddeutsche Barockkirchen erinnernde evangelisch-lutherische Kirche wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtet. Der dazugehörige Friedhof zählt mit 1.500 m² zu den kleinsten Friedhöfen der Stadt.

Nachdem Sie die Straße an der Fähre überquert haben, wandern Sie zwischen Elbe und dem Fährhaus die Elbwiesen weiter entlang. Das heute als Gaststätte genutzte Bauwerk diente bis 1911 als Kaserne für Pioniere der sächsisch-königlichen Armee, die seinerzeit die Fähre betrieben. Am anderen Elbufer strahlt das Wasserpalais des Schlosses Pillnitz (10) mit seiner breiten, von Matthäus Daniel Pöppelmann geschaffenen Treppe, über das Wasser. Die Palais- und Parkanlagen wurden ab 1720 in mehreren Bauphasen errichtet und gelten als hervorragendes Beispiel des Einflusses der Chinamoden auf die herrschaftliche Architektur seinerzeit. Mit dem Beginn
der Regierungszeit von Kurfürst Friedrich August III. wurde Pillnitz 1768 zur Sommerresidenz erhoben. Heute befindet sich im Neuen Palais das Schlossmuseum Pillnitz, im Berg- und Wasserpalais ist das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden untergebracht.

Ihr Weg führt Sie durch die Wiesen weiter nach Osten parallel zum Elbe-Nebenarm. Bald wird der Blick auf Schloss Pillnitz durch den Baumbestand auf der Elbinsel (11) versperrt. Die eintausend Meter lange und bis zu zweihundert Meter breite Insel mit ihrem naturbelassenen Baumbestand steht seit 1924 unter Naturschutz. Flussoberhalb der Insel haben Sie Blick auf die Hänge des Borsberg – mit 361 Metern ist es der zweithöchste Berg auf dem Gebiet der Stadt Dresden – und weiter flussaufwärts sehen Sie in der Ferne Söbrigen.

Flussaufwärts, direkt gegenüber der Inselspitze nehmen Sie nun einen Weg nach rechts, der Sie nach fünfhundert Metern zur Wilhelm-Weitling-Straße führt. Einige Schritte entfernt von diesem Weg, liegt rechter Hand die Gaststätte Elbinsel. Dahinter ist das Freibad Wostra mit Campingplatz (12) zu sehen, dass 1930 auf Initiative der „Wochenend- und Strandbadgesellschaft“ angelegt wurde und daher den Namen „Wostra“ erklärt. Gehen Sie auf der Wilhelm-Weitling-Straße bis zur Einmündung der Fanny-Lehwald-Straße. Direkt im Einmündungsbereich führt ein zunächst unscheinbarer Pfad zwischen Steinpollern nach links. Der bald breiter werdende Weg führt an einem Spielplatz, der zum Verweilen einlädt. Nach fünfhundert Metern erreichen Sie einen ausgebauten Fußweg in Ost-West-Richtung. Wenn Sie nach rechts gehen, kommen Sie auf die Bernhard-Shaw-Straße und biegen anschließend nach rechts in die Seidelbaststraße. Die Bebauung dieses Stadtteiles wechselt zwischen Stadtvillen, Einfamilienhäusern des vergangenen Jahrhunderts und Wohnsiedlungen dieses Jahrtausends. Gehen Sie auf der Seidelbaststraße bis zur Augustinstraße, dann links, bis Sie die Hartungstraße erreichen. In diesem Kreuzungsbereich sehen Sie ein auffälliges Eckgebäude. Das 1901/02 errichtete Gebäude wurde bis zur Eingemeindung von Kleinzschachwitz 1921 als Rathaus (13) genutzt. Seit der Sanierung 1999/2000 ist es ein Wohn- und Geschäftshaus. Entlang der Hartungstraße erreichen Sie die Storchenneststraße. Hier ist ein Abstecher nach links zu empfehlen, wo Sie nach einhundert Metern das Putjatinhaus (14) erreichen. Es wurde 1822 auf Kosten des hier lebenden russischen Fürsten Putjatin als Schulhaus für Großzschachwitz und Kleinzschachwitz errichtet. Es ist im altrussischen Stil gehalten und sieht aus wie ein Kartenhaus. Die Pläne dazu soll er selbst entworfen haben. Heute ist das Putjatinhaus ein soziokulturelles Zentrum.

Gehen Sie nun auf der Storchenneststraße zurück. Über den Goetzplatz und rechtshaltend durch den Park gelangen Sie auf der Hosterwitzer Straße zur Berthold-Haupt-Straße. An der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 2 endet unser Streifzug. Wir wünschen Ihnen einen guten Heimweg.

Die Ausarbeitung dieses Wandertipps erfolgte mit freundlicher Unterstützung durch
Herrn Dr. Jürgen Schmeißer: www.coaching-wandern.de


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