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Streifzug 16: Barocke und moderne Wasserspiele in der Dresdner Innenstadt

Tariftipp

Für die Tour empfehlen wir eine Tageskarte für einen Erwachsenen und zwei Schüler bzw. eine Familientageskarte für zwei Erwachsene und maximal vier Schüler bis zum 15. Geburtstag oder eine Kleingruppenkarte für bis zu 5 Personen für die Tarifzone Dresden. Damit können Sie bis 4 Uhr morgens flexibel mit allen Straßenbahnen, Bussen, S-Bahnen und Zügen sowie den Elbfähren in Dresden fahren.

Das Stadtbild Dresdens ist von zahlreichen barocken Prunkbauten geprägt. Adel und Angehörige des sächsischen Hofes verstanden es, ihre Residenzen mit attraktiven Park- und Brunnenanlagen zu ergänzen. Auch die bürgerliche Gesellschaft des 20. Jahrhunderts wusste zu schätzen, das innere Stadtbild und ihre Wohngegenden mit neuen Wasserspielen zu verschönern.

Entdecken Sie auf unserem Spaziergang die Architekturgeschichte von Brunnen, Palais und Parkanlagen in der Dresdner Innenstadt.

Kurzbeschreibung

Karten mit Verlauf der Wandertour.
  • Länge der Tour: ca. 10 km (die Tour kann individuell abgekürzt werden)
  • Dauer der Gesamttour: ca. 3 bis 3,5 Stunden
  • Hauptroute: Krankenhaus Friedrichstadt – Friedrichstraße – Terrassenufer – Theaterplatz – Zwinger – Taschenbergpalais – Neumarkt – Brühlsche Terrasse – Weiße Gasse – Kreuzstraße – Lingnerallee – Blüherpark – Bürgerwiese – Großer Garten – Lennéstraße
  • Festes Schuhwerk wird empfohlen.
  • Die Tour ist nicht barrierefrei.
  • Erreichbarkeit des Startpunktes: Haltestelle Manitiusstraße (Straßenbahnlinie 1)
  • Rückfahrtmöglichkeiten: Haltestelle Georg-Arnhold-Bad (Straßenbahnlinien 10 und 13)

Wegbeschreibung

Unterwegs in der Friedrichstadt

Unser Streifzug beginnt an der Haltestelle Manitiusstraße, die wieder durch die Straßenbahnlinie 1 bedient wird. Die kurze Manitiusstraße führt Sie zur Wachsbleichstraße, in die Sie rechts einbiegen. Nach wenigen Metern gehen Sie durch eine kleine Pforte und betreten das Gelände des Krankenhauses Friedrichstadt. An der Begrenzungsmauer erwartet Sie bereits der erste monumentale Brunnen der Tour – der barocke Neptunbrunnen (1). Zwischen 1741 und 1746 erschuf der italienische Bildhauer Lorenzo Mattielli den Brunnen aus Sandstein. Das 40 Meter breite und dreistöckig gebaute Wasserspiel erzählt die Geschichte von der Brautwerbung um Amphitrite. Auf felsiger Höhe thront Neptun, der nach seiner abschließenden Restaurierung im Jahr 2013 wieder einen Lorbeerkranz statt einen Dreizack in der Hand hält.

Umrunden Sie das Gebäude N des Klinikums. Sie erreichen den Park, von dem aus Sie geradlinige Sicht auf das Brühl-Marcolini-Palais haben. Das Palaisgebäude wurde im 18. Jahrhundert, entsprechend der Wünsche der Besitzer Graf Heinrich von Brühl und später Graf Camillo Marcolini, mehrfach umgebaut und mit französischem Garten, Orangerie und Neptunbrunnen ergänzt. Seit 1849 ist es Teil des Krankenhauses. Gehen Sie durch die Parkanlage zum Palais. Sie kommen an zwei Brunnen vorbei, die wie eingefasste Fischteiche aussehen. Ein Weg nach rechts führt zum Küferbrunnen (2), der auch Winzerbrunnen genannt wird. Laut Legende ist hier der betrunkene Kellermeister des Grafen Marcolini verewigt worden. Lassen Sie die Parkanlage hinter sich – werktags durch das Palais, am Wochenende über die Einfahrt westlich des Gebäudes. Beim Verlassen des Palais können Sie noch einen Blick auf den Hochreliefbrunnen (3) aus dem 18. Jahrhundert werfen, welcher sich am verglasten Eingangsbereich befindet.

Laufen Sie vor zur Friedrichstraße und gehen Sie diese nach rechts ca. 400 Meter bis zur Weißeritzstraße entlang. Einst wohnten Richard Wagner, Johann Andreas Schubert und Paula Modersohn-Becker auf der Friedrichstraße. An der Kreuzung biegen Sie links in die Weißeritzstraße ein. Sie sehen rechter Hand die ehemalige Tabakfabrik Yenidze. Am Heinz-Steyer-Stadion queren Sie die Weißeritzstraße und bummeln unter der Marienbrücke hindurch bis zum Elbufer.

Vom Elbufer in die Altstadt

Schlendern Sie den Uferweg in Richtung Altstadt am Kongresszentrum, am denkmalgeschützten Erlweinspeicher, der heute ein Hotel beherbergt, und am Sächsischen Landtag vorbei. Überqueren Sie die Straße Terrassenufer zum Theaterplatz, wo Sie von zahlreichen Sehenswürdigkeiten Dresdens umgeben sind: der 1841 erbauten Semperoper, der katholischen Hofkirche der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, dem Residenzschloss mit Grünem Gewölbe und der Schinkelwache, deren Bauweise einem ionischen Tempel nachempfunden ist. Laufen Sie einige Schritte Richtung Gemäldegalerie am Zwinger. An dessen Nordseite befinden sich zwei Galeriebrunnen (4), die mit dem Abschluss der Bauarbeiten an der von Gottfried Semper entworfenen Gemäldegalerie errichtet wurden.

Sie spazieren rechts am Galerieflügel entlang und gehen auf den mit Bäumen gestalteten Festungswall des Zwingers. Hier befindet sich das imposante Nymphenbad (5), ein von Balthasar Permoser mitgestaltetes Wasserkunstwerk aus dem 18. Jahrhundert. Von dem Etagenbrunnen rauscht das Wasser über eine Kaskade in ein Becken. Lassen Sie die wasserspeienden Delfine und badenden Nymphen auf sich wirken, bevor Sie über die Treppen wieder auf den Festungswall laufen. Von oben haben Sie einen schönen Blick in den Zwinger mit seinen Pavillons und Galerien, die als Orangerie mit Gartenanlage dienten. Am Französischen Pavillon steigen Sie die Treppen wieder hinunter und durchlaufen den Zwinger bis zum Glockenspielpavillon gegenüber. Aller 15 Minuten schlagen 40 Meißner Porzellanglocken die von Professor Günter Schwarze 1994 komponierten Stundenschlagmelodien.

Nachdem Sie den Zwinger durch den Glockenspielpavillon verlassen haben, sind Sie nur wenige Schritte bis zum Cholerabrunnen (6) gegenüber auf der Sophienstraße entfernt. Der über 15 Meter hohe und ornamentreiche Brunnen wurde 1843 von Bildhauer Franz Schwarz nach einem Entwurf von Gottfried Semper im neogotischen Stil geschaffen. Er soll in Dankbarkeit daran erinnern, dass Dresden von der Cholera verschont wurde, die zwei Jahre zuvor im Umland tobte. Im Hintergrund des Brunnens erhebt sich das zwischen 1705 und 1708 für die Mätresse Anna Constantia Reichsgräfin von Cosel erbaute Taschenbergpalais. Sie gehen links am Palais vorbei und biegen gleich in die nächste Straße Taschenberg ein. Im Eingangshof des heutigen Hotels sind zwei Sandsteinbrunnen (7) an der inneren Mauer angebracht, welche bei Erweiterungsbauten um 1750 vom Architekten Johann Christoph Knöffel hinzugefügt wurden. Zu Kriegsende sind die Brunnen komplett zerstört worden, sodass heute nur noch Rekonstruktionen zu sehen sind.

Erkundung der Innenstadt

Bummeln Sie am Residenzschloss entlang und setzen Sie Ihren Weg mit der Sporergasse bis zum Jüdenhof fort. Zur Linken sehen Sie das Johanneum, in dem das Verkehrsmuseum untergebracht ist, und zurRechten den Friedensbrunnen (8). Der achteckige Brunnen, dessen Becken im Jahr 1616 geschaffen wurde, gehört damit zu den ältesten der Stadt. Ursprünglich zierte eine Darstellung der Friedensgöttin Eirene den Brunnensockel. Nach der siegreichen Schlacht gegen die Türken bei Wien 1683 (deshalb auch Türkenbrunnen genannt) ersetzte man Eirene durch die Siegesgöttin Victoria.

Ein Spaziergang über den Neumarkt führt Sie am Martin-Luther-Denkmal und der Frauenkirche entlang, bevor Sie über die Münzgasse auf die Brühlsche Terrasse gelangen. Den etwa 500 Meter langen Promenadenweg mit Belvedere auf den einstigen Festungsmauern folgen Sie nach rechts etwa 270 Meter, bis Sie einen Park mit einem von drei in Dresden vorhandenen Delphinbrunnen (9) aus dem 18. Jahrhundert erreichen. Nach Erkundung des Parks mit zahlreichen Plastiken schlendern Sie zwischen Albertinum und Hofgärtnerhaus hinab zum Tzschirnerplatz. Linker Hand befindet sich das Kurländer Palais, welches bis 1734 Festungsgouverneur August Christoph von Wackerbarth als Amtssitz nutzte. Sie folgen nach rechts der Rampischen Straße und erreichen wieder die Frauenkirche. Östlich dieser können Sie das Coselpalais mit seinen Torhäusern und dem Ehrenhof bewundern, das einst Reichsgraf Friedrich August von Cosel, Sohn von Gräfin Cosel und August dem Starken, gehörte.

Setzen Sie den Streifzug über die Kleine Kirchgasse in Richtung Wilsdruffer Straße fort und überqueren Sie diese. Sie erreichen in der Weißen Gasse den Gänsediebbrunnen (10), mit dem der Erbauer Robert Diez einen großen öffentlichen Erfolg hatte. Die Figur soll an einen Vagabund erinnern, der für seine Abschiedsfeier zwei Gänse zum Abendessen stahl. Sie gehen weiter zur Kreuzstraße. Einige Meter südlich zwischen Kreuzkirche und Rathaus steht der Hietzigbrunnen (11), auch Rathausbrunnen genannt. Wenn Sie genau hinschauen, entdecken Sie am Fuße des Brunnens einen Zwerg. Er ist eine Schenkung der Partnerstadt Wrocław (Breslau), in der mehr als sechshundert Zwerge das Stadtbild schmücken. Gehen Sie zurück und folgen Sie der Kreuzstraße bis zur Gewandhausstraße, in die Sie links einbiegen. An der Außenmauer des Gewandhauses sehen Sie den Dinglingerbrunnen (12), den der berühmte Hofjuwelier Johann Melchior Dinglinger selbst in Auftrag gab. Denkmalpfleger retteten Bruchstücke aus den Trümmern des Hauses Frauengasse 9, wo der Brunnen einst stand.

Von der Bürgerwiese in den Großen Garten

Zum nächsten Wasserspiel folgen Sie zunächst der Ring- und Kreuzstraße und überqueren dann die St. Petersburger Straße. Gehen Sie nach rechts und nach etwa 250 Metern erreichen Sie die Bürgerwiese. Sie spazieren durch den Park, der bis 1838 als Viehweide genutzt wurde und gelangen zum Mozartbrunnen (13) im Jugendstil. 1907 wurde das Denkmal vom Berliner Bildhauer Hermann Hosaeus geschaffen. Die drei vergoldeten Bronzefiguren „Anmut“, „Heiterkeit“ und „Ernsthaftigkeit“ bewegen sich sinnbildlich in Mozarts Takt. Bummeln Sie durch die Parkanlage. Sie kommen am 1861 künstlich angelegten Teich mit Fontäne vorbei, der über den Zierbach mit Wasser aus dem Kaitzbach gespeist wird. Nach Querung der Blüherstraße erwartet Sie der schlichte Nymphenbrunnen „Die Badende" aus weißem Marmor, bevor Sie die Lennéstraße überqueren und den Großen Garten erreichen.

Sie sind in der letzten Etappe des Streifzugs angekommen. Schon 1676 als barocker Garten angelegt, ist der Große Garten mit seiner Fläche von 1,8 km² der größte Park der Stadt. Folgen Sie dem Parkweg, der parallel zum Lennéplatz verläuft. Nach etwa 150 Metern erreichen Sie den Siegfriedbrunnen (14). Franz Weschke hat 1936 in Szene gesetzt, wie Drachentöter Siegfried vom Speer getroffen wurde, als er aus einer Quelle trinken wollte. Orientieren Sie sich östlich an der bereits erkennbaren Umzäunung des Dresdner Zoos. An der Außengrenze gehen Sie nach links und erreichen den Kaitzbach, der streckenweise die natürliche Grenze zum Zoo bildet. Nach etwa 120 Metern biegen Sie links ab, queren die Parkeisenbahngleise und kommen direkt zum Mosaikbrunnen (15). 1926 anlässlich einer Gartenbauausstellung errichtet, wachsen aus dem Brunnenbecken drei Blütenkelche im Art-decó-Stil empor. Insgesamt zieren etwa 500.000 Steine den 2016 letztmalig restaurierten Brunnen.

Nach wenigen Metern wenden Sie sich nach links und spazieren die Hauptallee bis zur Lennèstraße zurück. Sie erreichen die Straßenbahnlinien 10 und 13 an der Haltestelle Georg-Arnhold-Bad. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Heimweg.

Die Ausarbeitung dieses Wandertipps erfolgte mit freundlicher Unterstützung durch Herrn Bernd Schwarz und Herrn Dr. Jürgen Schmeißer (www.wanderideen.de).


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