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Das Schönfelder Hochland

Tariftipp

Für die Tour empfehlen wir zum Beispiel eine Tageskarte für einen Erwachsenen und zwei Schüler (bis zum 15. Geburtstag) oder eine Kleingruppenkarte für bis zu 5 Personen für die Tarifzone Dresden. Damit können Sie bis 4 Uhr morgens flexibel mit allen Straßenbahnen, Bussen, S-Bahnen und Zügen sowie den Elbfähren in Dresden fahren.

Wer weite Sichten liebt, wird im Schönfelder Hochland voll auf seine Kosten kommen. Bei unserer Wanderung über den Napoleonstein, den Triebenberg und den Borsberg können Sie Panoramablicke über Dresden bis ins Erzgebirge und das Elbsandsteingebirge genießen.

  • Länge der Tour: ca. 14 km
  • Dauer der Gesamttour: ca. 5 Stunden
  • Hauptroute: Dresden – Weißig – Weißiger Hutberg – Napoleonstein – Schullwitz – Eschdorf – Triebenberg – Zaschendorf – Borsberg – Pillnitz (Abschnitte des Schönfeld-Weißiger-Bergwegs)
  • Festes Schuhwerk wird empfohlen, die Tour ist nicht barrierefrei.
  • Erreichbarkeit des Startpunktes: Haltestelle Gasthof Weißig (Buslinie 61)
  • Rückfahrtmöglichkeiten: Haltestelle Rathaus Pillnitz (Buslinie 63), Haltestelle Pillnitz, Leonardo-da-Vinci-Straße (Buslinie 63)

Aus Dresden auf den Weißiger Hutberg

Wir starten unseren Streifzug in Weißig (1), einem östlichen Ortsteil von Dresden, der erst 1999 eingemeindet wurde. Mit der Buslinie 61 fahren Sie bis zur Haltestelle Am Gasthof Weißig. Die Wanderung beginnt hinter dem Gasthof. Bereits hier macht eine Informationstafel auf unser erstes Ziel, den Napoleonstein, aufmerksam. Folgen Sie dem mit dem grünen Punkt markierten Schönfeld-Weißiger-Bergweg (SWB) an der östlichen Ecke des Parkplatzes, der Sie leicht aufwärts
zum Weißiger Hutberg (2) leitet. Wanderer, die nicht über den Hutberg steigen möchten, nehmen vom Parkplatz den Weg, der direkt in zweihundert Metern zur Mauer des Weißiger Kirchfriedhofes führt.

Die Hutberg-Wanderer gelangen auf eine Fläche am ehemaligen Steinbruch mit Porphyrit-Felsen und kleinen Tümpeln, auf denen im Sommer Seerosen blühen und die europaweit gefährdeten und den unter strengem Schutz stehenden Amphibienarten wie zum Beispiel verschiedene Kröten-, Frosch- und Molcharten einen geschützten Lebensraum bieten.

Der Weg führt Sie links auf die Felsenkante des Steinbruchs und dann in das Wäldchen mit dem eigentlichen Gipfel des Weißiger Hutberges, dessen bewaldete Kuppe früher als Weidefläche für Nutztiere diente. Mittlerweile steht das Gebiet rund um den Steinbruch unter Naturschutz und wurde zum Flächennaturdenkmal erklärt.

Gehen Sie über die Gipfelmarkierung an der lichten Stelle auf dem Pfad noch hundert Meter in östliche Richtung weiter bis zur Ackerkante. Von hier können Sie auf den Napoleonstein und den Triebenberg blicken. Anschließend gehen Sie den Weg zum Gipfelschild und weitere zweihundert Meter zurück und schwenken noch vor dem „Rodelhang“ – im Winter ist der Hutberg mit seinen 311 Metern ein beliebter Rodelberg – ins Wäldchen, dem grünen Punkt nach links abwärts folgend.

Auf dem Weg durch den kleinen Wald, später durch Wiesen und Weiden, erreichen auch Sie die Außengrenze des Weißiger Kirchgeländes (3). Seit dem 13. Jahrhundert bildete die evangelisch-lutherische Kreuzkirche den kirchlichen Mittelpunkt des Dorfes. 1901 wurde sie vom Dresdner Architekten Woldemar Kandler umgebaut und verfügt seitdem über Innenelemente des Jugendstils. Der dazugehörige Friedhof entstand kurz nach dem Bau der Kirche. Unter anderem fand der sächsische General Hugo Senfft von Pilsach hier seine letzte Ruhestätte. An der Friedhofsmauer schwenken Sie nach links. Dieser breite Fahrweg am
Ackerrand, an dem sich auch die Kinder- und Jugendfarm „Spielwiese“ befindet, geht in die Straße Am Hutberg über und setzt sich einige hundert Meter in der Einfamilienhaus-Siedlung als Bergstraße fort.

Vom Napoleonstein nach Schullwitz

Vor den letzten Häusern zweigt links der markierte Weg zum Napoleonstein ab. Durch Wiesen und Felder gewinnen Sie an Höhe und erreichen nach 3,5 Kilometern die dritthöchste Erhebung der Stadt Dresden, den 342 Meter hohen Napoleonstein (4).

Die vom Berg zu erwartende Aussicht soll Napoleon vor der Schlacht bei Dresden am 28. Juli 1813 bewogen haben, von hier aus das Gelände zu erkunden. Ein Gedenkstein erinnert an die Begebenheit. Genießen Sie die wundervolle Sicht über die Wachwitzer Höhen auf den Ostteil Dresdens, Richtung Pirna-Sonnenstein und nach Norden auf den Westlausitzer Höhenzug. Bis zu unserem nächsten Bergziel, dem Triebenberg, sind es noch fünf Kilometer.

Wir wandern am Wasserdepot vorbei durch das Wäldchen Richtung Südosten. Dabei kommen wir – erst auf der rechten, anschließend auf der linken Seite – an zwei kleinen verwachsenen Steinbrüchen vorbei. Auf diesem Weg sieht man besonders eindrucksvoll den Plateaucharakter des Landschaftsschutzgebietes
Schönfelder Hochland: flachwellig, von Muldentälchen durchzogen, kleine Kuppen und Rücken. Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von 3.540 Hektar,
wovon mehr als die Hälfte auf Dresdner Stadtgebiet liegen.

Mitten im Ackerland erreichen Sie den Hornweg, die frühere Fernverbindung zwischen Bautzen und Dresden. Auf diesem gehen Sie etwa einhundert Meter nach rechts, um an einem dichten Feldrain auf erdig-grasigem Weg nach links abzubiegen. Mit der Anliegerstraße Am Pfeiferberg kommen Sie nach Schullwitz.
Folgen Sie der Weißiger Straße bis zur Brücke der einstigen Eisenbahnstrecke Weißig – Dürrröhrsdorf. Auf der anderen Seite erblicken Sie die Gaststätte Am Triebenberg (5).

Unmittelbar vor der Brücke steigen Sie die Stufen zum alten Bahndamm hinauf. Dem als Rad-Wanderweg asphaltierten Bahndamm folgen Sie nach links und überqueren die als Bühlauer Straße ausgewiesene Ortsverbindungsstraße. An einer Wendeschleife setzen Sie Ihre Wanderung auf einem kombinierten Fuß- und Radweg fort. Zwischen 1908 und 1951 war dies die Trasse einer Normalspurstrecke für Personen- und Güterbahnbetrieb zwischen Weißig und Dürrröhrsdorf über 14,7 Kilometer. Im Zuge des Ausbaus und der Umgestaltung des früheren Bahndammes zum ersten Themen-Fuß- und Radweg der Landeshauptstadt Dresden wurde hier ein sehr schöner Rastplatz am einstigen Haltepunkt Schullwitz – Eschdorf (6) eingerichtet.

Über Eschdorf auf den Triebenberg

Nach einigen hundert Metern haben Sie die ersten Gehöfte von Eschdorf (7) erreicht. Das ehemalige Dorf ist Geburtsort von Gottlieb Traugott Bienert (1813 – 1894), ein bedeutender Großunternehmer und Besitzer zahlreicher Mühlen, unter anderem der „Bienert-Mühle“ in Dresden-Plauen.

Rechter Hand über den Feldern sehen Sie bereits die bewaldete Kuppe des Triebenbergs. Der Grün-Punkt-Weg durch die Felder weist Ihnen den Weg vom einstigen Bahndamm bei Eschdorf zum Triebenberg (8). Beim Aufstieg über die Nordseite haben Sie eine herrliche Fernsicht auf die Hügel der Westlausitz. Sie erreichen die Waldbegrenzung und laufen entgegen des Uhrzeigersinns zwischen Waldrand und Acker um das Wäldchen auf der Kuppe des Triebenberges. Der Panoramablick von der Südseite über Dresden, das Vorerzgebirge und die Höhen um Pirna bis zum Elbsandsteingebirge ist beeindruckend.

Linker Hand im Hintergrund neben dem Wäldchen des Triebenbergs begrenzt der Berg Tanzplan in Böhmen die prächtige Aussicht. Der Triebenberg mit seiner Höhe von 384 Metern ist seit der Eingemeindung von Schönfeld-Weißig der höchste natürliche Punkt von Dresden. Gut getarnt durch einen Kiefernwald befand sich auf dem Gipfelplateau in DDR-Zeiten ein sowjetischer Militärposten. Nach Abzug der Armee wurde 1994 eine Außenstelle der Technischen Universität Dresden eingerichtet. Noch heute befindet sich ein Speziallabor des Instituts für Strukturphysik der TU sowie eine Sternwarte des Lohrmann-Observatoriums auf der Erhebung.

An der Südseite folgen Sie dem asphaltieren Weg abwärts. Im Knick des Fahrweges, ungefähr einhundert Meter vor Erreichen der Straße, gehen Sie auf einem Feldweg in Richtung des östlichen Teils von Dresden-Zaschendorf. Der Höhenunterschied zwischen dem Triebenberg und Zaschendorf beträgt nur ungefähr vierzig Meter. Daher wirkt „der höchste Berg Dresdens“, wenn Sie zurückschauen, nur wie eine unbedeutende Kuppe.

Von Zaschendorf auf den Borsberg

Gehen Sie im Ort Zaschendorf (9) an der Dorfstraße nach rechts bis zur kleinen Kreuzung mit Bushaltestelle. Hier folgen Sie der Grüner-Punkt-Markierung nach links. Die Hochlandstraße bringt Sie im schnellen Wechsel der Ortseingangsschilder nach Dresden-Borsberg. Vierhundert Meter hinter dem Ortseingangsschild erreichen Sie den nach links abzweigenden, mit rotem Punkt markierten Wanderweg, der über den Borsberg (10) führt. Der 361 Meter hohe Berg ist nach dem Triebenberg die zweithöchste Erhebung Dresdens und bildet – von Dresden aus gesehen – einen markanten Abschluss des Loschwitz-Pillnitzer-Elbhangs. Das ehemalige Berggasthaus, heute ein Wohnhaus, ist gut zu erkennen. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Elbhang um den Borsberg zum Jagd- und Ausflugsgebiet des Königshauses. So entstand auf dem Borsberg für den Sächsischen König eine künstliche Felsengrotte als Eremitage.

Im 19. Jahrhundert wurden ein hölzerner Aussichtsturm und eine Triangulationssäule (11) errichtet. Insgesamt 158 dieser steinernen Vermessungspunkte
wurden zwischen 1862 und 1890 aufgestellt. Sie waren seinerzeit hochmodern und dienten der ersten wissenschaftlich-geodätischen Vermessung Sachsens. Die Borsberger Triangulationssäule ist noch immer gut erhalten, während das Terrain von Felsengrotte und einstigem Aussichtsturm überwuchert und gesperrt ist.

An der Südseite des ehemaligen Berggaststättenareals steht eine Orientierungstafel, die auf Wegalternativen nach Graupa, Pirna oder auch zu den „Hohen Brücken“ – historische Brücken im Wald, die einst königliche Pioniere für die Jagdfahrten ihrer Majestät bauten – verweist. Sie gehen an der Tafel nach rechts und unterhalb der Triangulationssäule die Stufen abwärts. Jenseits des nun zu querenden Weges, der nach Reitzendorf führt, geht es einhundert Meter rechts steil mit der Markierung Tiefer Grund/Graupa hinab in Richtung eines erkennbaren Wiesenhanges, dann hangabwärts einige Schritte nach links.

An der Unterseite der Wiese treffen Sie auf den parallel mit dem Elbhang verlaufenden Jagdweg (12), dem Sie nach rechts folgen. Dieser windet sich nun drei Kilometer den Hang entlang. Tief eingegrabene Kerbtäler führen hinab in das Elbtal und zerfurchen den Pillnitzer Hügelrücken mit einer Höhe von zweihundert Metern über der Elbe.

Auf dem Weg nach Pillnitz

Von Abzweigen lassen Sie sich nicht beeindrucken, sondern folgen dem sich windenden Wegverlauf, der langsam an Höhe verliert. Im Laufe des Weges wird auch die Grün-Strich-Markierung des Weges kontinuierlicher. Nach zwei Kilometern des Jagdwegs überqueren Sie – noch immer im Wald wandernd – die Straße von Pillnitz bis Borsberg. Auch nach der Straßenüberquerung folgen Sie dem Grün-Strich markierten Jagdweg. Rechter Hand blicken Sie in den Friedrichsgrund
und gelangen zu einer künstlichen Ruine (13), die 1785 im neogotischen Stil errichtet wurde. Sie entstand im Bereich einer mittelalterlichen Wehranlage und symbolisiert die Vergänglichkeit alles Geschaffenen. An der Ostseite der Ruine wurde 1872 eine Ehrensäule anlässlich des 50. Ehejubiläums (14) für König Johann und dessen Gattin Amalie Auguste errichtet.

An der Westseite der Ruine setzen Sie den Weg abwärts über einige große Kehren am Hang fort und gelangen auf die Wünschendorfer Straße. Der Straße folgen Sie einige Schritte nach rechts; so gelangen Sie auf die kleine Parkfläche Am Rathaus im Straßenbogen von Lohmener Straße und Orangeriestraße (15). Gegenüber befindet sich die nördliche Begrenzung des Pillnitzer Schlossparkes.

Nach knapp vierzehn Kilometern haben Sie das Ziel unseres Streifzuges erreicht. Mit der Buslinie 63 können Sie von der Haltestelle Rathaus Pillnitz den Heimweg antreten. Falls Sie noch mehr erkunden möchten, empfehlen wir Ihnen einen Spaziergang durch den Schlosspark Pillnitz oder einen Besuch des Museums im Palais (16).

Sie erreichen den östlichen Parkeingang in wenigen Minuten nach links über die Lohmener Straße. Die Palais- und Parkanlagen wurden ab 1720 in mehreren Bauphasen errichtet und gelten als hervorragendes Beispiel des Einflusses der Chinamoden auf die herrschaftliche Architektur seinerzeit. Das Neue Palais birgt den bedeutendsten klassizistischen Saal Dresdens.

Nach dem Parkspaziergang nutzen Sie bitte den westlichen Parkausgang. Sie erreichen die Buslinie 63 an der Haltestelle Leonardo-da-Vinci-Straße (17).

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Heimweg.


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