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Streifzug 12: Durch den Prießnitzgrund zum Dresdner Heller

Tariftipp

Für die Tour empfehlen wir eine Tageskarte für eine Person und zwei Schüler bzw. eine Familientageskarte für zwei Erwachsene und vier Schüler bis zum 15. Geburtstag für die Tarifzone Dresden und Radebeul. Damit können Sie bis 4 Uhr morgens flexibel mit allen Straßenbahnen, Bussen, S-Bahnen und Zügen sowie den Elbfähren in Dresden fahren.

Der Heller liegt im Norden von Dresden und ist im Gegensatz zur Dresdner Heide spärlich bewaldet. Ein Wanderweg führt über zwei künstlich angelegte Aussichtspunkte, die zwischen 2002 und 2007 von der Stadt Dresden angelegt wurden. Mittlerweile überrascht das einst durch die Nutzung als Mülldeponie und Truppenübungsplatz unpopuläre Gelände positiv und steht als natürlicher Lebensraum für Tiere und Pflanzen unter Schutz.

  • Länge der Tour: ca. 9 km
  • Dauer der Haupttour: 3 - 3,5 Stunden
  • Hauptroute: Alaunplatz – Prießnitzgrund – Küchenbrücke – Jonaskreuz – Heller (Halde 1) – Hammerweg – Panoramaweg (Halde 2) – Fabricestraße – Königsbrücker Straße
  • Festes Schuhwerk wird empfohlen, die Tour ist nicht barrierefrei.
  • Erreichbarkeit des Startpunktes: Haltestelle Alaunplatz (Straßenbahnlinie 13)
  • Rückfahrtmöglichkeiten: Haltestelle Heeresbäckerei (Straßenbahnlinien 7, 8), Haltestelle Stauffenbergallee (Straßenbahnlinien 7, 8 und Buslinie 64)

Vom Alaunpark zum Prießnitzgrund

Ausgangspunkt für unseren Streifzug ist der Alaunplatz (1) in der Äußeren Neustadt. Die gleichnamige Haltestelle erreichen Sie mit der Straßenbahnlinie 13. An der Nordseite des Alaunplatzes sehen Sie die Spitze der einstigen Garnisonkirche St. Martin, einer Simultankirche aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Die  Doppelkirche entstand im Zentrum des Kasernenkomplexes der königlich-sächsischen Armee, die in der Albertstadt stationiert war. Die Kirche wurde räumlich getrennt von evangelischen und römisch-katholischen Gläubigen genutzt. Der „Alaunplatz“ selbst diente als Exerzier- und Paradeplatz.

Laufen Sie entlang des Alaunparks in Richtung Osten bis zur „Kamenzer Straße“. Dort biegen Sie links ein und folgen anschließend der Straße „An der Prießnitz“.  Linker Hand auf einer kleinen Anhöhe befindet sich die „Villa Rosenkranz“, die 1875 im neogotischen Tudorstil für den Fuhrunternehmer Gottlieb Rosenkranz neben der Schützenkaserne errichtet wurde. Spazieren Sie weiter geradeaus und gehen Sie unter der Prießnitz-Brücke (2) hindurch. Die 23 Meter hohe Bogenbrücke diente einst als „Carolabrücke“ der Heerstraße, heute führt die „Stauffenbergallee“ darüber.

Wir befinden uns nun im Prießnitzgrund, einem der schönsten Täler der Dresdner Heide. Die  Prießnitz ist ein 25 Kilometer langer Bach, der bei Rossendorf entspringt, die Dresdner Heide durchquert und am Dresdner Diakonissenkrankenhaus in die Elbe mündet. Der Name stammt vom slawischen „breza“ und bedeutet „Birkenwasser“. Der Bach dient auf den folgenden Metern als westliche Begrenzung der Liegenschaften der Bundeswehr, zu denen heute die Offiziersschule des Heeres gehört. Entlang des Baches gibt es verschiedene Skulpturen und bearbeitete Sandsteinquader (3) zu entdecken. Überqueren Sie die Prießnitz und gehen Sie auf der rechten Bachseite flussaufwärts mit den Skulpturen bis zur nächsten Brücke oder wandern Sie auf dem breiten Weg links des Baches (Gelb-Punkt-Markierung) durch den Mischwald der Dresdner Heide.

Über Küchenbrücke zum Jonaskreuz

Die Dresdner Heide gilt als bedeutendstes Naherholungsgebiet der Stadt Dresden. Sie ist mit einem Anteil von 6.133 Hektar Landschaftsschutzgebiet einer der größten Stadtwälder Deutschlands (4). Ein umfangreiches Wanderwegenetz, teilweise mit historischen symbolhaften Wegzeichen, ist für die Dresdner Heide charakteristisch.

Auf der linken Seite oberhalb des Hanges sehen Sie Teile der einstigen „Militärstadt Albertstadt“, die waffentechnische Werkstätten und Munitionsfabriken beherbergten. Nach 1918 wurden die Unternehmen privatisiert und zwischenzeitlich auf zivile Produktion umgestellt. 1922 erfolgte die Gründung einer Industriegelände-Gesellschaft Dresden-Albertstadt mbH zur Verwaltung des Areals, die dem Gebiet bis heute den Namen „Industriegelände“ gibt. Nach drei Kilometern erreichen Sie nun die Küchenbrücke (5), eine alte Steinbrücke, die im Rahmen des Wegebaus entstand und die Schlösser Moritzburg und Pillnitz („Moritzburg–Pillnitzer–Weg“) verbinden sollte. Wenige Meter davor schwenken Sie nach links und folgen der Gelb-Strich-Markierung leicht aufwärts. Sie unterqueren dabei die Eisenbahnstrecke (6), die bereits 1845 als Teilstück der Sächsisch-Schlesischen Eisenbahngesellschaft in Betrieb genommen wurde. Am Manfred-von-Ardenne-Ring mit dem Technologie-Park vorbeigehend, erreichen Sie nach 4,5 Kilometer Wanderstrecke die „Königsbrücker Straße“. Wer die Wanderung abkürzen möchte, hat die Möglichkeit, diese hier zu beenden. Von der Haltestelle „Moritzburger Weg“ können Sie mit den Linien 7 und 8 heimwärts fahren. Alternativ können Sie den Streifzug auch erst an dieser Haltestelle beginnen.

Wir setzen die Tour fort. Im Haltestellenbereich am Waldrand befindet sich das Jonaskreuz (7) mit der lateinischen Inschrift „FIN MILIT HONAS DAN“. Es erinnert an eine Begebenheit aus dem Jahre 1402. Der Ritter Jonas Daniel sollte damals die Kinder des Burggrafen von Dohna nach Königsbrück bringen und geriet in einen Hinterhalt. Während er den Kindern die Flucht ermöglichte, wurde er selbst vor Ort getötet. Das Steinkreuz zu seinen Ehren wurde im 16. Jahrhundert aufgestellt.

Der Heller - Halde 1

An einer kräftigen Eiche mit verschiedenen Wegzeichen folgen Sie der Grün-Punkt-Markierung zur Halde 1. Gehen Sie einige Meter auf einem Weg, der parallel zur Straße verläuft. An einer Informationstafel zweigen Sie nach links ab und erreichen das Gebiet des Hellers (8), das geologisch eine Hochterrasse zwischen den Ausläufern der Westlausitzer Berge und dem Elbtalkessel ist.

Rodungen ab 1827 und die bald folgende militärische Nutzung des Gebietes führten zur Herausbildung einer recht kargen, vegetationsarmen Landschaft auf dem pleistozän geformten Sander des Hellers. Kiefern, Birken, aufgeforstete Stieleichen und Robinien bestimmen die hochwüchsige Flora, während grüne Ginsterbüsche zwischen den Bäumen stehen. Die 125 Hektar große Fläche, die Sie ein Stück durchwandern, gehört zum geschützten Fauna-Flora-Habitat.

Der Boden unter Ihren Füßen wird nun immer sandiger. Wandern Sie weiter auf dem grün markierten Weg durch Niederwald mit Ginsterbüschen, bis Sie an eine weitere Informationstafel gelangen. Einhundert Meter rechts davon können Sie die Sandwälle der Binnendünen (9) aus nächster Nähe in Augenschein nehmen. Kehren Sie anschließend zur Informationstafel zurück und setzen Sie den Weg in südwestlicher Richtung (Grün-Punkt-Markierung) fort. Die vor Ihnen liegende Landschaft ist geprägt von kargen Wiesen und einzeln stehenden Kiefern und Birken. Linker Hand sehen Sie bereits die Aufschüttung der Halde 1. Ein idealer Platz für eine Picknickpause. Kaum zu glauben, dass an diesem ruhigen Ort früher Soldaten exerzierten, Artillerie richteten und Hubschrauber der ehemaligen Sowjetarmee kreisten.

Weiter geht es auf dem erkennbaren Weg durch die Wiese, der um die Halde 1 führt. Diese entstand durch die Ablage des Trümmerschutts der Stadt Dresden nach der Zerstörung 1945. Rechter Hand befindet sich ein Recycling-Unternehmen für Bauabfälle. Sie befinden sich jetzt auf der Westseite der Halde und können sich entscheiden, ob Sie die Wanderung direkt zur Halde 2 fortsetzen oder einen Abstecher zur Halde 1 unternehmen. Ein Wegzeichen (10) weist zum moderaten Aufstieg an der Stelle, wo der „Hammerweg“ auf den Hügel trifft. Der sich durchaus lohnende Umweg umfasst ca. zwei Kilometer. Das Haldenplateau (11) ist eine große grasige Fläche, von der Sie auf den Dresdner Südwesten, zum Freitaler Windberg und zu den Radebeuler Weinbergen blicken können. Kehren Sie anschließend zum Wegzeichen am Hammerweg zurück.

Von der Halde 2 zur Königsbrücker Straße

Auf einem neu angelegten Fußweg laufen Sie entlang des Hammerwegs (12) parallel zur nördlichen, sechs Meter hohen Außenmauer der Justizvollzugsanstalt. Links sehen Sie Kleingärten der Sparte Hellersiedlung – Nordhöhe e.V., einer der größten Gartensparten in Deutschland. Die Parzellierung von 800 Kleingärten erfolgte nach 1945. Sie verlassen eine Allee junger Säuleneichen und schwenken nach links, um über Wiesen an Baumgruppen vorbei die Westseite der Halde 2 zu erreichen. Auf einem breiten Weg spazieren Sie über die Halde, die bis 1987 eine offene Mülldeponie zur Verfüllung eines Sandtagebaues war. Durch Abdeckung, Entwässerung und Begrünung entstand bis 2007 ein herausragender Aussichtspunkt mit Panoramawegen (13). Die Sicht reicht über Dresden hinweg zum  Elbsandsteingebirge im Osten, dem Osterzgebirge im Süden und den Weinbergen der Lößnitz im Westen.

Gehen Sie bis zum Treppenabgang über das Plateau Richtung Südosten. Auf den letzten Metern des Panoramaweges haben Sie nochmals eine gute Sicht auf das Dresdner Industriegelände mit ehemaligen Magazingebäuden und Werkhallen. Das Bürogebäude des ehemaligen Strömungsmaschinenbaus (14) hinter der Heeresbäckerei ist ein Beispiel der Industriebau-Moderne der 50er Jahre. In der Ferne sehen Sie die Spitze des Militärhistorischen Museums, dem ehemaligen Arsenalgebäude, sowie die Türme der Garnisonkirche. Steigen Sie die Treppe in der Nähe des historischen Verwaltungsgebäudes hinab und folgen Sie dem grün-Punkt-markierten Pfad durch das Gebüsch auf die „Fabricestraße“. Diese wurde nach dem sächsischen Kriegsminister Graf Georg Friedrich Alfred von Fabrice (1811 - 1891) benannt, der die Gründung und den Aufbau der Albertstadt maßgeblich beeinflusste. Rechts sehen Sie die Vorderfront des Gebäudes, das ab 1901 als Militärgericht und Justizgebäude (15) diente. Heute befindet sich hier der Sitz der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Setzen Sie die Wanderung linker Hand fort, vorbei an der Feuer- und Rettungswache der Albertstadt und überqueren Sie die Eisenbahnlinie. Auf der linken Seite befindet sich das ehemalige Areal der „Heeresbäckerei“, das mittlerweile einen Einkaufskomplex und das Dresdner Stadtarchiv beheimatet. Zu Ihrer Rechten befindet sich ein Depot des Militärhistorischen Museums. Folgen Sie der „Fabricestraße“ bis zur „Königsbrücker Straße“. Nach neun Kilometern haben Sie das Ziel unseres heutigen Streifzuges erreicht. In zweihundert Metern befindet sich die Haltestelle „Heeresbäckerei“ (16). Hier können Sie mit den Linien 7 und 8 den
Heimweg antreten. Die Buslinie 64 erreichen Sie dreihundert Meter weiter an der Haltestelle Stauffenbergallee. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Heimweg.