Streifzug 9: Durch das Reich der Blütenkönigin von Borthen

Tariftipp

Für die Tour empfehlen wir eine Tageskarte für eine Person bzw. eine Familientageskarte für zwei Erwachsene und vier Schüler bis zum 15. Geburtstag für die Tarifzone Dresden. Damit können Sie bis 4 Uhr morgens flexibel mit allen Straßenbahnen, Bussen, S-Bahnen und Zügen sowie den Elbfähren in Dresden fahren.

Wenn der Frühling kommt, verzaubert die Natur die noch winterliche, graue Landschaft in ein leuchtendes Blütenmeer. Besonders die Obstblüte der Apfel- und Kirschbäume fasziniert mit ihren weißen und rosa Blüten, die je nach Wetterlage von April bis Mai in voller Pracht blühen. Genießen Sie diese besondere Zeit und begleiten Sie uns auf unserem 9. Streifzug nach Borthen.

Kurzbeschreibung

  • Länge der Tour: ca. 16 km
  • Dauer der Gesamttour: ca. 5 Stunden
  • Hauptroute:Luga – Lugberg – Borthen – Röhrsdorf – Röhrsdorfer Park – Burgstädtler Linde – Lockwitztal – Lockwitz
  • Festes Schuhwerk wird empfohlen, die Tour ist nicht barrierefrei.
  • Erreichbarkeit des Startpunktes: Haltestelle Luga (Buslinie 65)
  • Rückfahrtmöglichkeiten: Haltestelle Lockwitz (Buslinien 66, 86, 89)

Wegbeschreibung

Luga - Borthen

In Dresden-Luga, zehn Kilometer südöstlich des Dresdner Stadtzentrums, auf den langsam nach Süden ansteigenden flachen Hängen des Elbtalkessels, starten wir unseren Streifzug. Mit der Buslinie 65 fahren Sie bis zur Haltestelle Luga, überqueren die Dohnaer Straße und gehen auf der Steilen Straße leicht aufwärts bis zum Kleinlugaer Ortskern am Teichplatz. Hier steht die als Naturdenkmal ausgewiesene Luthereiche. Sie wurde 1883 zum Gedenken an Martin Luther, anlässlich seines 400. Geburtstages, gepflanzt.

Wenden Sie sich nun nach links auf den Lugturmweg und steigen auf einem Wiesenweg hinter dem letzten Haus aufwärts zum Lugberg (207 Meter). Bereits beim leichten Aufstieg genießen Sie prächtige Blicke auf Dresden im Elbtal. Im abgesperrten Gehölz mit einigen stämmigen Buchen steht der Ende des 19. Jahrhunderts errichtete ehemalige Aussichtsturm Lugturm, an dessen Mauern Plaketten daran erinnern, dass er durch den Niedersedlitzer Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz errichtet wurde. Früher war der Lugturm ein beliebtes Ausflugsziel. Gleich zwei Gaststätten nutzten die gute Sicht über die Stadt und die beeindruckende Fernsicht in die Sächsische Schweiz.

An der Südostseite des Lugturms kommen Sie über den Höhenweg auf die Lockwitzer Straße. Hier führte die Alte Poststraße Dresden – Teplitz entlang, die 1725 vermessen wurde und vom Elbtal über das Osterzgebirge nach Böhmen führte. Sie orientieren sich an der rot-Punkt-Markierung nach rechts und nutzen die wenig befahrene Straße nach Wölkau. Vor der Ortslage Wölkau folgen Sie rechts der Straße, die bald in einen breiten Fahrweg durch die Obstbaumplantagen übergeht. Über eine Brücke überqueren Sie die Autobahn A 17. Nach Osten haben Sie mehrfach Sicht bis zu den Tafelbergen des Elbsandsteingebirges. Weide, Hasel, Birke und Hunds-Rosenbüsche säumen zuweilen Ihren Weg durch die Apfelplantagen, bis Sie Borthen erreichen.

Borthen liegt an der Stadtgrenze Dresdens auf einer Hochfläche zwischen dem Lockwitzbach im Westen und der Müglitz im Osten. Es entstand als slawische Siedlung in Form eines Rundlings, der bis heute recht gut erhalten geblieben ist. An Einfamilienhäusern vorbei kommen Sie zum Dorfplatz mit Teich und den typischen Bauernhäusern. Rund um Borthen wird intensiver Obstanbau betrieben. Dabei sind nicht nur die bekannten Apfelbäume zu finden, es werden auch Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, Pflaumen und Birnen angebaut. Mit dem großflächigen Plantagenobstanbau wurde bereits 1957 begonnen und 1978 das Volkseigene Gut „Obstproduktion Borthen“ gegründet. Die heute privaten Obstbaubetriebe sind in der Erzeugergemeinschaft Borthener Obst e. G. vereint. In diesen Traditionen wird seit 1975 jedes Jahr am ersten vollen Wochenende im Mai das Borthener Blütenfest gefeiert und seit 1996 eine Blütenkönigin gekrönt, durch deren Reich wir heute wandern.

Röhrsdorfer Schloss - RöhrsdorferGrund

Gehen Sie weiter nach links. Nach sechshundert Metern auf dem Fußweg der Röhrsdorfer Straße in Richtung Röhrsdorf gelangen Sie zum Sitz der Erzeugergemeinschaft Borthener Obst e. G., einem Sächsisch-Böhmischen Bauernmarkt und dem Röhrsdorfer Schloss. Das Anwesen wurde im 16. Jahrhundert als Rittergut errichtet und erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu einem Schloss mit ummauertem Schlosspark umgebaut. Auf dem ehemaligen Wirtschaftshof des Schlosses lädt seit 2001 der Sächsisch-Böhmische Bauernmarkt als alternativer Einkaufsmarkt auf eine Stippvisite ein. Im Anschluss verlassen Sie das Areal durch einen Torbogen nach Süden, dessen Schlussstein auf das Jahr 1599 verweist. Hier wenden Sie sich nach rechts und gehen auf der Hauptstraße und Schäfereistraße bis zu einer gesperrten Brücke. Wenige Meter vor der Brücke zweigen Sie nach rechts ab, sodass Sie an das Ufer eines kleinen Teiches gelangen. An der Südseite des Teiches folgen Sie nun einem erdigen Weg, der Sie am Bächlein Briese entlang in den Röhrsdorfer Grund bringt.

1771 wurde im Röhrsdorfer Grund unter Georg Heinrich I. von Carlowitz, Amtshauptmann und Besitzer der Rittergüter Röhrsdorf und Plotzen, eine der ersten sächsischen Parkanlagen im englischen Stil angelegt: der Röhrsdorfer Park. Früher besuchten gartenbegeisterte Fürsten und nähere Gutsnachbarn wie Prinz Anton von Sachsen oder Fürst Nikolai Putjatin den Landschaftspark. Gehen Sie links vom leise plätschernden Bächlein am Hang entlang. So kommen Sie an verschiedenen Kleinmonumenten, Gedenksteinen und Bänken vorbei, die an die früheren Besucher erinnern.

Pfaffenteich - Burgstädtel

Erst an der dritten Brücke wechseln Sie auf die rechte Seite der Briese und kommen auf diesem Weg zum Pfaffenteich. Links vom Pfaffenteich gehen Sie aufwärts und gelangen nach einigen Metern auf eine Betonpiste, auf der Sie nach rechts gehen. Nach zweihundert Metern glitzert durch das Unterholz das Wasser des Pfitzteiches. Nutzen Sie einen der Pfade durch den Mischwald, um an den malerischen Teich zu gelangen. Der kleine Damm lädt ein zur Pause und einem verträumten Blick auf das Wasser. Lauschen Sie dem Zwitschern der Vögel und genießen Sie die Auszeit – Sie haben die Hälfte der Wanderdistanz geschafft.

Vom Teich kehren Sie die kaum zweihundert Meter zum Weg zurück, den Sie in westlicher Richtung fortsetzen. Sie gelangen bald auf die Ortsverbindungsstraße Borthen – Wittgensdorf. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite nutzen Sie einen grasigen Schutzstreifen zwischen Obstbäumen und Straße, um sicher zweihundert Meter nach rechts zu gehen. An einer kleinen Parkplatzfläche und einem überdachten Picknickplatz biegen Sie von der Straßenbegleitung nach links ab. Unter Ihnen breitet sich Kreischa mit der Bavaria Klinik aus. Die Einrichtung zählt mittlerweile zu den führenden medizinischen Rehabilitationszentren in Deutschland. Dahinter erhebt sich im Osterzgebirge der Berg Wilisch (476 Meter) und im Südwesten blitzt die Kuppe des Luchberges (576 Meter), einer der wenigen basaltischen Kegelberge in Sachsen, hervor. Sie folgen dem Wanderweg hinter dem Picknickplatz in das Wäldchen. Zwischen Langer Berg (292 Meter) und Blauberg (284 Meter) zweigen Sie auf einem gelb markierten Weg in Richtung Borthen ab. Bald schon wandern Sie wieder durch Obstbaumpflanzungen. Hinter jungen Bäumen und einem Lagerplatz für Obstkisten können Sie auf einer Steinkuppe eine markante Linde – die Steinlinde – entdecken, ein weiteres Naturdenkmal.

Gehen Sie den Weg weiter. Nach vierhundert Metern erreichen Sie in einer Straßenbiegung Burgstädtel, dessen dörfliche Anlage auch auf einen Rundling zurückgeht. Hier treffen Sie auf die rot-Punkt-Markierung und gehen nach links. Die Straße führt Sie nach Westen und direkt zum Wahrzeichen Burgstädtels, der Burgstädtler Linde. Der circa fünfhundert Jahre alte Baum hat einen mächtigen Stamm, jedoch nur noch wenige vitale Äste und wird als Naturdenkmal geschützt. Von hier haben Sie über Streuobstwiesen Aussicht auf das Kreischaer Becken, den Wilisch und den markanten Höhenzug der Quohrener Kipse im Erzgebirgsvorland.

Wer die Wanderung hier abkürzen möchte, steigt auf dem markierten, gekiesten Weg bis zur Hummelmühle hinab. Die 1571 erstmals erwähnte Hummelmühle oder auch „Mühle von Burgstaddel“ war bis 1989 in Betrieb. 2004 eröffnete in der Mühle ein Museum, das jedoch 2015 geschlossen wurde. Von der Haltestelle Hummelmühle können Sie mit der Buslinie 86 heimwärts fahren. Sie haben dreizehn Kilometer Wanderstrecke zurückgelegt.

Lockwitzbach - Lockwitz

Wir setzen die Tour hinter dem Wall, auf dem die Linde steht, fort und folgen dem gelb-Punkt-markierten Weg in Richtung Lockwitz. An den Hängen oberhalb des rauschenden Lockwitzbaches gehen Sie auf schmalen Wegen durch herrliche Wälder. Auf Ihrem Weg sehen Sie viele Felsaufschlüsse, bevor Sie am Zufluss mit dem Borthener Gründel die Talsohle am Lockwitzbach erreichen. Mächtige Eichen umgeben weiträumig einen Picknickplatz in der Nähe einer Wiese zwischen Waldhang und Bachwindungen – ein schöner Platz, um Pause zu machen und die Natur zu genießen.

Hinter der kleinen Brücke, mit der Sie den Zufluss aus dem Borthener Gründel überqueren, steigen Sie über einige Steinstufen am Hang auf und folgen der gelben Markierung. Nach dreihundert Metern gehen Sie unter der Lockwitztalbrücke durch. Sie ist die längste der elf Großbrücken der vierstreifigen Autobahn A 17 von Dresden nach Prag und überspannt das Lockwitztal fünfundsechzig Meter über Ihnen auf einer Länge von über siebenhundert Metern. Weiter am Lockwitzbach entlang kommen bald die ersten Häuser und Sie erreichen den Ortskern von Lockwitz.

Unser Streifzug endet am Dorfplatz „Am Plan“ und dem originellen Uhren- und Wetterhäuschen, dem „Lockwitzer Frosch“ aus dem Jahre 1913. Von der Haltestelle Lockwitz können Sie mit den Buslinien 66, 86 oder 89 Ihren Heimweg antreten.

Die Ausarbeitung dieses Wandertipps erfolgte mit freundlicher Unterstützung durch
Herrn Dr. Jürgen Schmeißer: www.coaching-wandern.de


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