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Vom Loschwitzer Dorfplatz zu den Elbschlössern

Tariftipp

Für die Tour empfehlen wir ein Bergbahnticket für Berg- oder Talfahrt. Inhaber einer (Familien-)Tageskarte für Dresden müssen pro Person nur den ermäßigten Tarif für die Bergbahntickets bezahlen.

Wochen- oder Monatskarte für Dresden gelten auch für die Bergbahnen. An Wochenenden und Feiertagen kann bei einem Monatskartenbesitzer im Normaltarif ein weiterer Erwachsener zum ermäßigten Bergbahntarif mitfahren.

Fischer, Elbschiffer sowie Wein- und Obstanbauer bestimmten Ende des 18. Jahrhunderts das Leben in Loschwitz bevor zunehmend Adlige, Künstler und Industrielle


Sommerhäuschen und Villen am Hang errichteten. Folgen Sie uns durch Dresdens bedeutendes Villengebiet Loschwitz und die Dresdner Heide bis zu den Elbschlössern und genießen Sie einen Streifzug zwischen historischer Stadtarchitektur und städtischem Grün.

Kurzbeschreibung

Uebersichtskarte
  • Länge der Tour: ca. 8 km
  • Dauer der Gesamttour: ca. 3 Stunden
  • Hauptroute: Körnerplatz – Standseilbahn – Luisenhof – Weißer Hirsch – Mordgrundbach – Wolfshügel – Elbschlösser
  • Festes Schuhwerk wird empfohlen. Die Tour ist nicht barrierefrei.
  • Erreichbarkeit des Startpunktes: Haltestelle Körnerplatz (Buslinien 61, 63, 84/309), Haltestelle Schillerplatz (Straßenbahnlinien 6, 12, Buslinie 65) – ca. 15 Minuten Fußweg über das Blaue Wunder
  • Rückfahrtmöglichkeiten: Haltestelle Elbschlösser (Straßenbahnlinie 11)

Wegbeschreibung

Vom Körnerplatz auf den "Balkon Dresdens"

Wir starten unsere Tour an der Haltestelle Körnerplatz (1) der Linien 61, 63 und 84/309. Der Platz wurde nach Theodor Körner, dem Dichter und Offizier im Befreiungskrieg von 1813 benannt. Seine Familie besaß in Loschwitz ein Sommerhaus, in dem auch Friedrich Schiller gelegentlich wohnte. Bevor der heutige Streifzug Sie mit der Standseilbahn den Loschwitzer Elbhang hinaufführt, empfehlen wir Ihnen, einen kurzen Abstecher Richtung Elbe zu unternehmen.

Hinter den um 1900 errichteten Geschäftshäusern des Körnerplatzes können Sie noch das ursprüngliche Altloschwitz erleben. Früher bestand Loschwitz aus drei Gemeindeteilen. Der Dorfkern an der heutigen Friedrich-Wieck-Straße ist der Älteste. Hier befindet sich das Friedrich-Wieck-Haus (2), in dem der Komponist und Vater der bekannten Musikerin Clara Schumann wohnte. Nur wenige Schritte weiter erreichen Sie das Elbufer und blicken auf die Loschwitzer Brücke, auch Blaues Wunder genannt. Sie wurde 1893 als fünfte Dresdner Elbbrücke fertiggestellt und verbindet die Stadtteile Loschwitz und Blasewitz. Vom Elbufer geht es über die östliche Friedrich-Wieck-Straße zurück zum Kreuzungsbereich Körnerplatz/Grundstraße. Rechter Hand sehen Sie die Loschwitzer Barockkirche (3), die von 1705-1708 errichtet wurde. Es war der erste Dresdner Kirchenbau von Ratszimmermeister George Bähr, Jahre bevor sein Meisterwerk, die Dresdner Frauenkirche, entstand.

Wechseln Sie an der Ampel auf die andere Straßenseite. Die Talstation der 1894/95 erbauten Standseilbahn (4) befindet sich nun direkt vor Ihnen. Während der fünfminütigen Auffahrt zum Weißen Hirsch schlängelt sich die Bahn durch zwei kurze Tunnelstrecken und über ein 102 Meter langes Brückenviadukt. Dabei überwinden Sie einen Höhenunterschied von 95 Metern. Oben angelangt können Sie auf der Terrasse des gegenüberliegenden Restaurants Luisenhof (5) den Blick über die Stadt und das Elbtal genießen. Nicht ohne Grund wird der Luisenhof auch „Balkon Dresdens“ genannt.

Entlang historischer Gebäude am Weißen Hirsch

Am Straßenende, der Bergbahnstraße 12, befindet sich die Villa „San Remo“ (6). Der extravagante Villenbau wurde 1885 im Stil der Neorenaissance errichtet und steht unter Denkmalschutz. Zwischen 1938 und 1945 war es der Wohnsitz der deutsch-amerikanischen Unternehmerfamilie Noble, Entwickler der Spiegelreflexkamera „Praktiflex“. Unser Streifzug führt nun weiter die Bergbahnstraße entlang, die schließlich in die Plattleite übergeht. Auf der linken
Seite sehen Sie das Institutsgebäude (Plattleite 19 bis 31) und die Sternwarte des Physikers Baron Manfred von Ardenne (1907-1997). Ardenne, genialer Erfinder und emsiger Entwickler, betrieb hier das größte private Forschungsinstitut der DDR.

Gehen Sie über die Wolfshügelstraße nach links und anschließend über die Collenbuschstraße wieder nach links. Vor Ihnen liegt der Aussichtspunkt Friedensblick (7). Zur kleinen Parkanlage mit Blick über Dresden gehört ein Obelisk, der an den sächsischen König Friedrich August II. erinnert, welcher 1854 bei einer Urlaubsfahrt in Bayern tödlich verunglückte.

Sie setzen den Weg auf der Collenbuschstraße fort. Eine Tafel am Haus Nummer 4 weist darauf hin, dass der Schriftsteller Martin Andersen Nexö (1869-1954) hier seinen Lebensabend verbrachte. An der Westseite dieses Hauses gehen Sie auf der Küntzelmannstraße weiter. Der Unternehmer Maximilian Ludwig Küntzelmann (1826-1881) initiierte maßgeblich die Entwicklung des Gebietes Weißer Hirsch zum Kurort und gilt als Begründer des einstigen Villenvorortes und heutigen Dresdner Stadtteiles Weißer Hirsch. Die Villen entlang unseres Weges sind Beleg der Entwicklung des Bäderbetriebes mit Sanatorien und Pensionen Ende des 19. Jahrhunderts. So auch das ehemalige Dr. Steinkühler Sanatorium (8) an der Kreuzung zur Wolfshügelstraße. Auf der Küntzelmannstraße gelangen Sie zum Lahmannring, dem Sie nach rechts folgen und weiter nach links über die Plattleite die Bautzner Landstraße erreichen.

Überqueren Sie an der Ampel die Straße. Sie stehen nun vor dem legendären Parkhotel (9). Der Dresdner Geschäftsmann Jacques Bettenhausen ließ es 1911/12 mit Dachgarten und Ballsaal neben dem Lahmann-Sanatorium erbauen. Regelmäßig fanden hier Konzerte, Bälle und Theateraufführungen statt. Zu DDR-Zeiten wurde es von der Handelsorganisation (HO)  übernommen und bis 1990 als Hotel und Gaststätte genutzt. Durch seine Tanzveranstaltungen und die 1952 eröffnete “Kakadu-Bar” war es weiterhin eines der beliebtesten Vergnügungslokale Dresdens. Heute ist das Parkhotel zwar kein Hotel mehr, aber noch immer bekannt für seine Veranstaltungen wie den Hutball, Firmenevents oder der Ausstattung von privaten Feiern.

Blicken Sie über die Bautzner Landstraße, sehen Sie linker Hand das ehemalige Kurhaus mit baulicher Kernsubstanz aus dem 18. Jahrhundert, der Plastik eines liegenden weißen Hirsches und einem markanten Dachreiter. Sie setzen den Weg an der linken Seite des Parkhotels auf der Stechgrundstraße fort. Gegenüber sehen Sie die Gebäude des einstigen Lahmann-Sanatoriums. Der Arzt Heinrich Lahmann (1860-1905) eröffnete 1888 an dieser Stelle die Kur- und Heilstätte Dr. Lahmanns physiatrisches Sanatorium (10). In den Hochzeiten des Sanatoriums weilten unter anderem Rainer Maria Rilke, Thomas Mann und Franz Kafka hier. 1940 wurde das Sanatorium Lazarett und Genesungsheim, nach 1945 Teil der sowjetischen Garnision. 1946 wurde der Kurbetrieb offiziell eingestellt. Erst 2011/12 begann die Sanierung und Umgestaltung des denkmalgeschützten und stark verfallenen Objekts. Gehen Sie einige Schritte nach links in die neu entstandene Wohnparkanlage Dr.-Lahmann-Park. Das einstige Wohnhaus Lahmanns, der Heinrichshof, und das Sanatoriengebäude mit den Jugendstilfenstern sind nach der Rekonstruktion die beeindruckendsten Gebäude.

Durch die Dresdner Heide

Weiter geht es in die Dresdner Heide, in den Stechgrund hinunter. Nach dem Überqueren des Mordgrundbaches biegen Sie nach links und sehen unmittelbar vor sich die Degele- und die Schwestern-Quelle (11), deren Erschließung ebenfalls in die Gründungszeit des Kurbetriebes fällt. Wandern Sie nun bachabwärts nach links auf einem kleinen Pfad. Nach zweihundertfünfzig Metern (ein Weg kommt von links) steigen Sie nach rechts auf zu einer gemauerten Bastion. Unter sich im Grund sehen Sie die ummauerte Teichquelle. Sie steigen weiter aufwärts und erreichen einen gelbmarkierten Weg, dem Sie nach links folgen. Mit diesem in der Zeit des Kurbetriebes angelegten ebenen Weg gelangen Sie an eine Aussicht oberhalb eines Steinbruches (12). Hier können Sie bis zu den südlichen Stadthöhen bei Goppeln blicken.

Vom Ausblick folgen Sie der gelben Markierung auf einem kurzen steilen Weg nach unten. Im Kreuzungsbereich mehrerer Wege kommt von links – von der Bautzner Straße – ein Weg, der in sechzig Metern an einer Kentaurus–Skulptur (13) vorbeiführt. Die neobarocke Skulptur eines Mensch-Pferdes steht am östlichen Zugang zum Albertpark. Das 118 Hektar große Waldstück im Südwesten der Dresdner Heide wurde 1899 von der Stadt Dresden aus Mitteln der König-Albert-Stiftung gekauft und zu einem Naturpark umgestaltet. Sie setzen den Weg entgegen der Skulptur auf dem gelbmarkierten Weg durch den Mischwald im leicht welligen Terrain fort. Achten Sie auf die historischen Markierungen, zum Beispiel bei der Querung des rotmarkierten Weißiger Gänsefuß-Weges. Bis 1890 wurden die Zeichen noch in den Baum eingeschnitten und rot ausgemalt. Erst danach begann man die roten Zeichen auf weißer Fläche aufzumalen.

Folgen Sie nun dem Lehrpfad Albertpark, der mit einem schrägen Grünstrich markiert ist. Der Pfad und die Erklärungstafeln wurden durch den Arbeitskreis Dresdner Heide geschaffen. Überqueren Sie den Gutebornbach (14) mit einem Trittstein und erreichen den Wolfshügel mit seiner Ruine eines Aussichtsturmes (15). Durch schütteres Grün der Bäume strahlen uns heute Graffitis entgegen, eine Aussicht Richtung Südwesten ist nur zu erahnen. Der Stahlbetonturm wurde unter dem Stadtbaurat Hans Erlwein 1912 erbaut und ersetzte einen 1886 errichteten hölzernen Aussichtsturm. Verbleiben Sie auf der Höhe der Ruine und folgen Sie der gelben Markierung. Nach fünfhundert Metern zweigen Sie nach links (unmarkiert) ab und erreichen bald den breiten Pillnitz-Moritzburger-Weg. Der mit der Heidewegmarkierung „PM“ gezeichnete Weg wurde Ende des 18. Jahrhunderts angelegt und sollte die höfischen Orte Lustschloss und Park Pillnitz und Jagdschloss Moritzburg verbinden. Sie folgen dem Weg nach links und erreichen den König-Albert-Obelisk (16). Das Denkmal aus Lausitzer Granit erinnert an König Albert von Sachsen (1828- 1902) und wurde 1907 geschaffen. Wandern Sie einige Schritte rechts vom Obelisken auf dem Hämmerchen-Weg weiter. Wenige Meter links des Weges fließt der Gutebornbach, den Sie am Heiderand mit einer Brücke zur Bautzner Straße überqueren.

Die Elbschlösser erkunden

Für einen majestätischen Abschluss der Wanderung queren Sie die Straße zum gegenüberliegenden Schloss Albrechtsberg (17). Das für das barocke Dresden untypische preußisch-klassizistische Schloss wurde zwischen 1850 und 1854 für den Prinzen Albrecht von Preußen errichtet, der am preußischen Hofe wegen einer nicht standesgemäßen Heirat unerwünscht war. Heute werden die Räume für Veranstaltungen genutzt und können zu ausgeschriebenen Terminen mit Führungen besichtigt werden.

Durchqueren Sie den Zugang zwischen den Torhäusern. An der Brunnenanlage zweigen Sie auf einem Weg nach rechts ab, der Sie zum Kavaliershaus Schloss Albrechtsberg (18) führt. Gehen Sie um das heutige Wohnhaus mit Gartenanlage und gelangen so zu einer saisonal geöffneten Straussenwirtschaft. Von der Terrasse haben Sie einen herrlichen Blick auf Dresden – zur Linken sehen Sie auf den Stadtteil Blasewitz und zur Rechten auf die Johannstadt. Sie wenden sich nach links und gelangen auf die Südseite des Schlosses mit einer breiten Panoramaaussicht bis zum Erzgebirge und der Sächsischen Schweiz. Direkt unterhalb der Terrasse befinden sich die Brunnenanlagen des Schlossparks.

An der Ostseite des Schlosses führt Sie ein Weg durch den Park zum bereits erkennbaren Lingnerschloss (19). Das Gebäude wurde 1850 bis 1853 für den Kammerherrn von Prinz Albrecht von Preußen, Baron von Stockhausen, errichtet und wird daher auch „Villa Stockhausen“ genannt. 1906 erwarb es Karl August Ferdinand Lingner (1861-1916), der Odol-Mundwasser-Vermarkter und Mäzen städtischer Gesundheits- und Hygieneprojekte. Nach seinem Tod stiftete er das Anwesen der Stadt Dresden. In seinem Testament verfügte Lingner jedoch, dass der Park für die Dresdner zugänglich bleiben muss und ein vergleichsweise günstiges Café bzw. Restaurant beherbergen soll. Auf der Terrasse wird daher saisonal ein Biergarten betrieben. Von hier haben Sie einen überwältigenden Blick auf die Elblandschaft und Dresden. Links sehen Sie das Schloss Eckberg (20). Nachdem der englische Großkaufmann Souchay 1859 beschloss, seinen Lebensmittelpunkt nach Dresden zu verlegen, ließ er vom Semper-Schüler Christian Friedrich Arnold den neugotischen Schlossbau mit Tudorstil-Elementen errichten. 1997 wurde die Schlossanlage renoviert und zum Hotel ausgebaut. Durch den Park des Lingnerschlosses erreichen Sie wieder die Bautzner Straße. Die Haltestelle Elbschlösser befindet sich linker Hand, hier erreichen Sie die Straßenbahnlinie 11. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Heimweg.

Die Ausarbeitung dieses Wandertipps erfolgte mit freundlicher Unterstützung durch
Herrn Dr. Jürgen Schmeißer: www.coaching-wandern.de


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