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Streifzug 8: Vor den Toren Dresdens - Legenden und Sagen auf der Spur

Wer hätte das gedacht – ein Schatz vor den Dresdner Toren, ein Adelsgeschlecht von europäischem Rang und sagenhafte Gestalten ganz in Ihrer Nähe. Südwestlich von Dresden warten auf Sie und Ihre Familie spannende Mythen, einmalige Ausblicke und der sächsische Adel von einst. Die Route ist ideal für kleine und große Schatzsucher auf den Spuren der Dresdner Ursprünge und hält zudem neben anspruchsvollen Wegen auch eine Menge Sehenswertes für Sie bereit

Kurzbeschreibung

Karte der Route
  • Die Tour ist nicht durchgehend barrierefrei.
  • Dauer der Tour: circa 3 Stunden
  • Erreichbarkeit des Startpunktes: Haltestelle Altnossener Straße (Straßenbahnlinie 7, Buslinie 70)
  • Rückfahrtmöglichkeiten: Haltestelle Obere Straße (Buslinie 90)

Wegbeschreibung

Altfranken - Pesterwitz

Beginnen Sie Ihre Wanderung in Dresden an der Haltestelle Altnossener Straße der Linien 7 und 70. Gehen Sie von hier aus durch eine kleine Siedlung des Stadtteils Altfranken. Die Straße Am Lucknerpark weist Ihnen den Weg und bringt Sie zum Altfrankener Park. Hier plätschert der Gorbitzbach und ein schöner Spielplatz (1) lädt Familien zum Verweilen ein. Gehen Sie durch den Park und folgen Sie weiter dem Weg Altfranken. Kaum zu glauben aber in diesem Moment befindet sich direkt unter Ihnen der Tunnel der Autobahn A17 nach Prag. Am Ende des Weges stoßen Sie auf eine Hotelanlage.

Hier befand sich das Altfrankener Schloss des Grafen Luckner, welches auf seinen Wunsch hin 1850 erbaut wurde. 1939 wurde es aufgrund seines schlechten Bauzustandes und noch viel mehr wegen seines „undeutschen“ neogotischen Baustils schließlich von den Nazis abgerissen. Das damalige Schloss des Grafen ist heute nur noch durch sanierte Teile der Toranlage (2) und eine Löwensäule zu erkennen. Für die Dresdner Gesellschaft des 19. Jahrhunderts war vor allem Felix, der Sohn des Grafen interessant. Der königlich-sächsische Kammerherr und Oberstleutnant war wegen seiner in Rot gekleideten Dienerschaft und seiner roten Kutsche unter dem Namen „Roter Graf“ bekannt. Der in Dresden geborene Felix Nikolaus Alexander Georg Graf von Luckner ließ frühzeitig das Adelsleben hinter sich und suchte die Abenteuer auf offener See. Ruhm und Erfolg erlangte er mit dem Durchbruch der englischen Seeblockade als Kapitänleutnant und Kommandant des Hilfskreuzers „Seeadler“. Wegen seiner Risikobereitschaft auf See für die kaiserliche Marine verlieh man ihm den Namen „Seeteufel“. Sein gleichnamiges Buch erschien 1921. Gegen Kriegsende im Jahr 1945 war es ihm möglich, die Stadt Halle durch seine Überzeugungskraft vor der Zerstörung zu bewahren. Die deutschen Streitkräfte rückten damals trotz Führerbefehl ab. Halle galt nunmehr als offene Stadt und war frei von amerikanischen Bombenzielen.

Wenn Sie nun auf der Otto–Harzer Straße weitergehen, verlassen Sie am Ende der Straße die Landeshauptstadt Dresden und gelangen nach Freital in den Ortsteil Pesterwitz.

Friedhof - Burg Thorun

Am Kreisverkehr biegen Sie in die Erich-Hanisch Straße und gehen dann den Artur-Moritz-Weg entlang bis Zum Weinberg. Biegen Sie links ab und gehen durch das Tor zum Friedhof (3) auf der rechten Seite. Wie Sie wahrscheinlich bereits ahnen, setzt sich hier die Spur des Grafen Luckner fort. Die denkmalgeschützte und 1859 fertiggestellte Luckner-Kapelle wurde einst als Familienmausoleum errichtet. Noch im gleichen Jahr wurde daraufhin Amalie Gräfin von Luckner, die Mutter von Felix, in die Familiengruft umgebettet und beigesetzt. Zudem können Sie das Sechsfache Tränenopfer, eine Grabstätte der Pfarrersfamilie Opitz sowie eine Gedenktafel des Bergbaupioniers Ernst Friedrich Wilhelm Lindig auf diesem Friedhof entdecken. Ernst Lindig leitete den Bau des tiefen Elbstollens, dessen Wegesystem direkt unter diesem Friedhof verläuft. Im Anschluss erreichen Sie die 1906 neu errichtete St. Jakobuskirche (Vorgängerbau 1478 bis 1904), welche Teil des sächsischen Jakobsweg ist.

Gegenüber der Kirche befindet sich das Gut Pesterwitz (4) auf dem selbsterzeugte regionale Produkte angeboten werden. Gehen Sie die Straße Zur Jakobuskirche abwärts bis zu einem kleinen unbefestigten Parkplatz auf der linken Seite. Hier biegen Sie links ab und gehen den Wander-/Feldweg entlang, bis Sie auf den Almabach stoßen. Nach einer Weile erreichen Sie links über eine Holzbrücke den Wald und folgen dem Weg bergauf, bis Sie zum Burgwartsberg gelangen.

Unweit vom Waldrand entfernt befindet sich eine Erinnerungstafel (5). Sie erinnert an die Burg Thorun, welche hier vermutet und lokalisiert wird. In einer Urkunde aus dem Jahr 1206 wurde ihr Abriss angeordnet. Es ist eine Urkunde von unschätzbarem Wert für die Landeshauptstadt Dresden. So begründet sie die erstmalige anerkannte schriftliche Erwähnung Dresdens. Die Sage vom Schatz des Burgwartsberges ist in dieser Gegend weitverbreitet. So soll ein Schloss innerhalb des Berges unzählige Schätze und eine Braupfanne voller Gold beherbergen und in der Johannisnacht, vom 23. zum 24. Juni, ein blaues Licht aus dem Berg erleuchten lassen, welches den Weg zum Schatz weist. Edelgard, die Tochter des ansässigen Burgwarts, ließ sich eigens um den Schatz aus den engen Gängen zu bergen, in eine Kröte verwandeln. Noch bis heute bewacht sie den Schatz und zeigt sich alle 300 Jahre in ihrer wirklichen Gestalt, um junge, uneigennützige Männer um Erlösung zu bitten. Bisher ist es keinem Mann gelungen, sie dreimal zu küssen und somit zu erlösen. Auch der Versuch, einen Stollen in den Berg zu schlagen, blieb erfolglos.

Hutbergblick - Jochhöhschlösschen

Gehen Sie den Weg Windbergblick weiter bis zur Freitaler Straße. Der Kirchweg führt Sie danach rechts in den Wald. Diesem folgen Sie bis zur Oberpesterwitzer Straße. Nutzen Sie nun die erste linksabbiegende Straße bis zur Ziegelstraße. Laufen Sie weiter nach links und überqueren Sie auf der rechten Seite eine Stahlbrücke. Ein Weg führt Sie in den Wald. Halten Sie sich rechts und folgen Sie dem Weg weiter aufwärts bis zum Jochhöhschlösschen (6). Das barocke Schlösschen, welches 1797 fertig gestellt wurde, kam seiner Funktion als Winzerhaus nach. Mit der Reblaus- Katastrophe um 1850 verlor das Schloss zunehmend an Bedeutung. Die Stadt Freital richtete im Jahr 1935 ein Altenheim darin ein. Ab 2000 wurden darin Eigentumswohnungen erbaut.

Am Jochhöh - Altdölzschen

Verlassen Sie das Gelände auf der anderen Seite und gehen Sie Am Jochhöh weiter, bis sich diese gabelt. Folgen Sie dem Weg nach links, hier verläuft die Grenze zwischen Freital und Dresden. Unmittelbar am Waldrand biegen Sie rechts in den Firstenweg. Diesen gehen Sie bis zum Steigerweg entlang. Laufen Sie links bis zur Wurgwitzer Straße und folgen Sie dieser nach rechts, bis Sie links den Dölzschener Ring erreichen.
Sie wollen kurz pausieren?
Dann laufen Sie an der Rechtskurve nach Links. Nur einen Katzensprung entfernt erreichen Sie einen Spielplatz. Danach folgen Sie dem Dölzschener Ring weiter nach rechts bis zum Friedhofsweg. Biegen Sie nach links ab und laufen Sie gerade zu zum Dölzschener Friedhof (7), dessen Lage und dessen Blick über Dresden einmalig sind. Auch hier treffen Sie auf ein Gesicht aus alten Tagen. Victor Klemperer, der durch seine Tagebücher „Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten.“ aus der Zeit des Nationalsozialismus bekannt ist, wurde 1960 auf diesem Friedhof beigesetzt. Lassen Sie noch einmal den Blick über das Elbtal schweifen, ehe Sie den Friedhofsweg zurück bis zur Wurgwitzer Straße folgen. Biegen Sie hier zweimal nach links und Sie gelangen nach Altdölzschen. Hier befindet sich im Rondell die Haltestelle der Buslinie 62. An dieser Stelle endet nun Ihre sagenhafte Wanderung. Ab hier bringen unsere Busse Sie wieder sicher nach Hause egal ob mit oder ohne Schatz


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