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Streifzug 8: Vor Dresdens Toren Legenden und Sagen auf der Spur

Tariftipp

Für die Tour empfehlen wir zum Beispiel eine Tageskarte für einen Erwachsenen und zwei Schüler (bis zum 15. Geburtstag) oder eine Kleingruppenkarte für bis zu 5 Personen für die Tarifzone Dresden. Damit können Sie bis 4 Uhr morgens flexibel mit allen Straßenbahnen, Bussen, S-Bahnen und Zügen sowie den Elbfähren in Dresden fahren.

Wer hätte das gedacht – ein Schatz vor den Dresdner Toren, ein Adelsgeschlecht von europäischem Rang und sagenhafte Gestalten ganz in Ihrer Nähe? Südwestlich von Dresden warten spannende Mythen und einmalige Ausblicke auf Sie. Unser Streifzug ist ideal für kleine und große Schatzsucher, die auf den Spuren der Dresdner Ursprünge jede Menge Sehenswertes entdecken möchten.

Kurzbeschreibung

Karte der Route
  • Hauptroute: Lucknerpark – Pesterwitz – Burgwartsberg – Jochhöhschlösschen – Dölzschen
  • Die Tour ist nicht durchgehend barrierefrei.
  • Länge der Tour: ca. 9 Kilometer
  • Dauer der Tour: circa 3 Stunden
  • Erreichbarkeit des Startpunktes: Haltestelle Altnossener Straße (Straßenbahnlinie 7, Buslinie 70)
  • Rückfahrtmöglichkeiten: Haltestelle Dölzschen (Buslinie 62)

Wegbeschreibung

Altfranken - Pesterwitz

Wir starten unsere Tour an der Haltestelle Altnossener Straße der Linien 7 und 70. Südöstlich der Haltestelle folgen Sie der Otto-Harzer-Straße durch die Siedlung des Stadtteils Altfranken und zweigen nach einigen Metern in einen Fußweg nach links. Über die Anwohnerstraße Am Lucknerpark kommen Sie zum Altfrankener Park. Dort überqueren Sie den schmalen Gorbitzbach und finden einen schönen Spielplatz (1), der Familien zum Verweilen einlädt.

An den Bänken des Spielplatzes folgen Sie dem linken Weg und gelangen im Park mit einigen mächtigen Buchen auf einen Asphaltweg, auf dem Sie nach rechts gehen. Unter Ihnen befindet sich der Tunnel der Autobahn A17 nach Prag. Auf Sichtweite des Tores einer Hotelanlage nehmen Sie den Weg nach rechts zur Otto-Harzer-Straße und gehen um den Hotelkomplex mit Parkanlage. Hier befand sich das nach 1850 im Tudorstil erbaute Altfrankener Schloss des Grafen Luckner. 1939 wurde es, von den Nachfahren des Schlossgründers seit Jahren verlassen, angesichts seines schlechten Bauzustandes abgerissen. Heute ist es nur noch durch sanierte Teile der Toranlage (2) und eine Löwensäule aus der neogotischen Architekturperiode zu erkennen.

Für die Dresdner Gesellschaft war vor allem Felix Nikolaus Alexander Georg Graf von Luckner (1881-1957) interessant, der frühzeitig das Adelsleben hinter sich ließ und die Abenteuer auf offener See suchte. Als Kommandant des Hilfskreuzers „Seeadler“ durchbrach er im 1. Weltkrieg die britische Seeblockade und kaperte britische Handelsschiffe. Auf Grund seiner Risikobereitschaft auf See nannte man ihn „Seeteufel“; sein gleichnamiges Buch erschien 1921. Im April 1945 handelte er mit den US-amerikanischen Streitkräften einen Aufschub der Bombardierung der Stadt Halle aus und überzeugte den deutschen Stadtkommandanten, die deutschen Streitkräfte kampflos abziehen zu lassen. Dies bewahrte Halle vor weiterer Zerstörung.

Wenn Sie nun auf der Otto–Harzer- Straße weitergehen, verlassen Sie am Ende der Straße die Landeshauptstadt Dresden und gelangen nach Freital in den Ortsteil Pesterwitz.

Friedhof - Burg Thorun

Am Kreisverkehr biegen Sie in die Erich-Hanisch-Straße und folgen wenige Meter später nach rechts dem Artur-Moritz-Weg bis Zum Weinberg. Biegen Sie links ab und gehen durch das Tor zum Pesterwitzer Friedhof (3) auf der rechten Seite. Auf der linken Seite des Friedhofs sehen Sie die denkmalgeschützte und 1859 als Familien-Mausoleum fertiggestellte Luckner-Kapelle. Westlich der Kirche befindet sich das „Sechsfache Tränenopfer“, die Grabstätte der Pfarrersfamilie Opitz, die daran erinnert, dass die Familie 1760 sechs Kinder innerhalb kurzer Zeit verlor.

Unscheinbar, noch einige Meter westlicher, liegt die Grabplatte des Bergbaupioniers Ernst Friedrich Wilhelm Lindig (1779 –1852), der den Bau des tiefen Elbstollens leitete, dessen Wegesystem direkt unter diesem Friedhof verläuft. Alle Zeugnisse der Geschichte sind mit erklärenden Tafeln  ausgestattet. Im Anschluss erreichen Sie die denkmalgeschützte, erstmals 1478 erbaute und 1906 neu errichtete St. Jakobuskirche. Der Altar von 1606 und der Taufstein von 1589 sind noch immer erhalten. Die Kirche ist die erste Jakobuskirche auf dem Sächsischen Jakobsweg.

Sie verlassen den Kirchgarten östlich zur Straße Zur Jakobuskirche, der Sie nach rechts abwärts folgen. Gegenüber befindet sich das Gut Pesterwitz (4), auf dem regionale Produkte angeboten werden. Nach zweihundert Metern, vor der Straßenkurve, folgen Sie rechts einem Weg abwärts, von dem Sie gute Sicht auf die Freitaler Umgebung haben. Sie kommen wieder auf die Straße mit einem kleinen gekiesten Parkplatz und einer historischen Grubenlore und folgen an der linken

Seite einem Pfad zu einem kleinen Teich des Almabaches. Am Waldrand gehen Sie über die kleine Holzbrücke nach links. Sie folgen den Pfaden links den Hang hinauf. Wenige Meter bevor Sie am Waldrand sind, nutzen Sie einen Weg über eine bewaldete Hangterrasse nach rechts und erreichen im Wegeknick den Burgwartsberg-Ausblick. Gehen Sie den Weg an der Westseite bis zu einer weiteren Bank und zweigen dann nach links ab. Dieser Weg führt Sie zur östlichen Waldkante mit Blick auf Pesterwitz und zu einem Gedenkstein (5), der an die Burg Thorun, welche hier  vermutlich stand, erinnert. Die Burg war 1206 Gegenstand einer Gerichtsverhandlung, die sich einem Streit zwischen dem Bischof von Meißen und dem Burggrafen von Dohna widmete. Der Rechtsakt und die Anordnung des Burgabrisses wurde mittels einer Urkunde überliefert, welche heute einen unschätzbaren Wert hat, da dabei die Stadt Dresden erstmals anerkannt schriftlich erwähnt wurde.

Um den Standort der Burg Thorun ranken mehrere Sagen. Eine in der Gegend weit verbreitete, ist die vom Schatz des Burgwartsberges. So soll ein Schloss innerhalb des Berges unzählige Schätze und eine Braupfanne voller Gold beherbergen und in der Johannisnacht, vom 23. zum 24. Juni, ein blaues Licht aus dem Berg erleuchten lassen, welches den Weg zum Schatz weist. Edelgard, die Tochter des ansässigen Burgwarts, ließ sich eigens in eine Kröte verwandeln, um den Schatz aus den engen Gängen zu bergen. Noch heute soll sie den Schatz bewachen. Nur alle 300 Jahre darf sie sich in ihrer wirklichen Gestalt zeigen und um Erlösung bitten. Jedoch ist es bisher keinem Mann gelungen, sie dreimal zu küssen und sie somit zu befreien.

Jochhöhschlösschen - Altdölzschen

Vom Gedenkstein am Hochbehälter nutzen Sie die asphaltierte Anwohnerstraße Am Burgwartsberg zur Freitaler Straße und gehen diese einige Meter nach links bis zum Kirchweg. Diesem folgen Sie durch das Wäldchen hinab zur Oberpesterwitzer Straße, gehen dann nach links bis zur Ziegelstraße, mit der Sie spitzwinklig nach links bis zum Tor einer Gartensparte wandern. Die kleine Stahlbrücke leitet Sie nach rechts in den Wald. Wenige Schritte hinter der Brücke nehmen Sie den Pfad nach rechts, den Hang hinauf. Im oberen Bereich kommen Sie auf einen markierten Weg (grüner Strich). Sie gelangen an die Westseite des Jochhöhschlösschens (6). Das barocke Schloss, wurde zwischen 1795 und 1797 als Winzerhaus erbaut. Es besteht aus einem zweigeschossigen Mittelbau, zwei eingeschossigen Seitenflügeln sowie zwei Kavaliershäusern. Unterhalb des Schlosses befand sich ein Weinberg mit einer Winzerei und einem kleinen Gasthaus. Nach der Reblaus-Katastrophe um 1850 verlor das Schloss zunehmend an Bedeutung. Die Stadt Freital richtete im 20. Jhd. ein Altenheim darin ein, welches 2000 geschlossen wurde. Das Schloss wurde anschließend saniert und in Eigentumswohnungen aufgeteilt.

Umrunden Sie das Schlösschen im Uhrzeigersinn bis zur Ostseite und gehen Sie Am Jochhöh einige Meter abwärts bis sich der Weg teilt. Hier nehmen Sie die Straße nach links an der Freitaler Stadtgrenze vorbei bis zum Kreuzungspunkt. Parallel zur Wurgwitzer Straße nutzen Sie jetzt nach rechts einen angelegten grasigen Weg neben einem Laubholzhain nach Dölzschen. Auf dem ca. einen Kilometer langen Weg haben Sie wundervolle Ausblicke auf die Radebeuler Weinberge, Dresden und das Schönfelder Hochland mit dem Triebenberg. Wenige Meter hinter dem Ortseingang nehmen Sie den Dölzschener Ring nach links. Bereits in seiner ersten Rechtskurve nutzen Sie einen kleinen Weg durch Reihen- und Einfamilienhäuser nach links. Vom dortigen öffentlichen Spielplatz folgen Sie dem Weg zwischen Hausgärten und Feldern, der Sie in die unmittelbare Nähe des Dölzschener Friedhofes (7) bringt. Hier befinden sich Ruhestätten bekannter Dresdner Persönlichkeiten wie z. B. Viktor Klemperer (1881 – 1960), der durch seine Tagebücher „Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten“ aus der Zeit des Nationalsozialismus bekannt ist.

Lassen Sie noch einmal den Blick über das Elbtal schweifen bevor Sie den Friedhofsweg zurück bis zur Wurgwitzer Straße folgen. Biegen Sie hier zweimal nach links und Sie gelangen nach Altdölzschen. An dieser Stelle endet Ihre sagenhafte Wanderung. An der Haltestelle Dölzschen erreichen Sie die Buslinie 62. Wir wünschen Ihnen einen guten Heimweg.

Die Ausarbeitung dieses Wandertipps erfolgte mit freundlicher Unterstützung durch
Herrn Dr. Jürgen Schmeißer: www.coaching-wandern.de


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